Arthur Honegger auf USA-Roadtrip: «Hawaii ist schon ein Traum»

Carlotta Henggeler

10.7.2019 - 08:52

«10vor10»-Journalist Arthur Honegger hat für die Reportage «Mein unbekanntes Amerika» das TV-Studio verlassen. «Bluewin» wollte von ihm wissen, in welchem Bundesstaat er am liebsten leben würde – und was er an der Schweiz schätzt? 

Während der Ära von Barack Obama war Arthur Honegger USA-Korrespondent. 47 der 50 US-Bundesstaaaten hat der Bündner Bergler in dieser Zeit besucht. Für die Dokuserie «Mein unbekanntes Amerika» kehrte er zurück und entdeckt die Winkel des Landes, die er noch nicht kennt.

Das sind die Bundesstaaten Hawaii, New Mexico und South Dakota sowie die Insel Puerto Rico, die zu den USA gehört, ohne ein eigenständiger Bundesstaat zu sein.

Auf seinem Roadtrip erlebte er Pannen und bewegende Geschichten, wie der 40-Jährige im «Bluewin»-Interview mitteilt.

Sie leben seit 2015 wieder in der Schweiz, vorher waren Sie acht Jahre lang als SRF-Korrespondent in den USA. Dorthin sind Sie für «Mein unbekanntes Amerika» zurückgekehrt. Was hat sich in dieser Zeit alles verändert?

Vieles – und nichts. Kommt ganz darauf an, wo man nachfragt. In Puerto Rico etwa hat die halbherzige Reaktion der Regierung Trump nach dem Hurricane Maria das Verhältnis zu Washington eindeutig verschlechtert. Im Indianer-Reservat in South Dakota hingegen ist vieles gleich wie in den letzten Jahren, Jahrzehnten – leider.

Sie waren für diese Reportage in South Dakota, New Mexico, Hawaii und Porto Rico unterwegs. Diese vier Staaten fehlten Ihnen noch in Ihrem Amerika-Portfolio. Jetzt, nachdem Sie alle US-Bundesstaaten kennen, in welchem könnten Sie am ehesten leben?

Naja, Hawaii ist natürlich schon ein Traum. Wenn ich dort zuhause wäre, könnte ich das mit dem Surfen auch besser lernen als in den paar Tagen, die wir für den Dreh jetzt hatten. Als lebenslanger Snow- und Skateboarder war diese Reise für mich so etwas wie eine Pilgerfahrt zu den Wurzeln jener Kultur, die mich stark geprägt hat.

Welche Begegnung ist Ihnen am längsten in Erinnerung geblieben?

Da gab es so viele: Der bettelarme Mann im Reservat, der uns eingeladen hat, mit ihm in der Schwitzhütte zu beten. Die Gründerin des Kindertheaters in Puerto Rico, die nicht aufgibt, obwohl der Sturm alles zerstört hat. Das kleine Mädchen in Mexiko, das jeden Tag über die Grenze muss, um in den USA zur Schule zu gehen. Und der hawaiianische Bauer, der gegen Gen-Experimente auf seiner Insel kämpft. 

Gab es Pannen?

In der Tat: Einmal sass ich auf dem Pferd, als das Tier neben uns plötzlich ausschlug – da lag ich dann schnell auf dem Boden. Das ist allerdings in einer Drehpause passiert. Ein paar andere lustige, peinliche und spektakuläre Momente sind aber drin in den Filmen. Da verrate ich jetzt mal nicht mehr.

Welches war der lustigste Moment?

Für die Crew wohl, als sie zuschauen konnten, wie ich beim Surf-Unterricht nonstop ins Wasser plumpse.

Wenn man eine Zeit lang auf Reisen ist, schätzt man wieder mehr, was man zuhause hat. Was schätzen Sie an Ihrem Leben in der Schweiz besonders?

Als wir nach acht Jahren USA zurück in die Schweiz gezogen sind, ist mir sofort aufgefallen wie professionell hier alles ist: Auf der Gemeinde, im Sportgeschäft, an einem Kongress. Gut, wenn man sich darauf verlassen kann.

Sie waren soeben für eine Sommerserie in Skandinavien unterwegs. Sie gehen dort der Frage nach: «Warum zählen die Skandinavier zu den glücklichsten Menschen weltweit?» Haben Sie die eine Antwort?

Mehr als eine! Zum Glück einer Gesellschaft trägt ja vieles bei: Wohlstand, sozialer Zusammenhalt, Kultur ... in unserer «10vor10»-Serie Anfang August zeigen wir an sehr menschlichen Beispielen, was die nordischen Glücks-Faktoren sind.

Reisereportagen faszinieren Sie – planen Sie weitere?

In nächster Zeit nicht. Aber das Format liegt mir, da ich gerne auf Menschen zugehe, um mehr über sie und ihre Kultur zu erfahren – ein Muss für einen Journalisten, finde ich.

Wie bringen Sie Ihren «10vor10»-Job und die Reisereportagen unter einen Hut?

Die Koordination war in der Tat nicht leicht, da ich die Hälfte aller «10vor10»-Sendungen präsentiere. Dass es dennoch möglich war, verdanke ich meinen Kolleginnen und Kollegen: In Zürich, weil sie eingesprungen sind, und unterwegs, weil sie alles in Rekordzeit im Kasten hatten. Fernsehen ist Teamsport, big time.

«Mein unbekanntes Amerika – das Land der Sioux» läuft Mittwoch, 10. Juli, um 20.50 Uhr auf SRF 1. Mit Swisscom Replay TV können Sie die Sendung bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung anschauen

Die zehn besten Ausflüge in der Schweiz.

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