Coronavirus

Blocher bei Schawinski hinter Glas – Aus für «Darf ich bitten»

Von Carlotta Henggeler

17.3.2020

Durch eine Corona-Glaswand getrennt: Roger Schawinski empfing gestern Christoph Blocher. Der Politiker gilt als Risikopatient.
SRF

Nachdem der Bundesrat den Notstand ausgerufen hat, reagiert SRF auf die neue Lage: Zwischen Christoph Blocher und Roger Schawinski wurde eine Glasscheibe aufgestellt – und «Darf ich bitten?» wird nach zwei Shows auf Eis gelegt. Bei RTL wird derweil weitergetanzt und gesungen.

Gestern Abend gastierte SVP-Schwergewicht Christoph Blocher bei Roger Schawinski (74) in der vorletzten Sendung. Das Problem des Talks: Schawinski und der Gast sitzen sich vis-à-vis, viel zu nahe, laut den neuen Bundesrats-Massnahmen gegen das Coronavirus. 

SRF liess eine Glasscheibe aufbauen, die den Abstand garantiert. Eine Massnahme, ohne die Christoph Blocher nicht zum Interview erschienen wäre, wie «Blick» schreibt.

Denn Christoph Blocher gehört mit 79 Jahren zur Hochrisikogruppe, hat leichtes Asthma und leidet an Bluthochdruck. Blocher stellte klar: «Ich muss Ihnen gratulieren für die gute Idee mit der Scheibe. Sonst wäre ich nicht gekommen.» Andere Anlässe hat Christoph Blocher nun vorerst bis Ende April abgesagt.



«Darf ich bitten»: Ausgetanzt

Kein Foxtrott, Walzer oder Cha-Cha-Cha mehr: Das Schweizer Fernsehen legt nach zwei Folgen «Darf ich bitten?» die Show auf Eis. Zu viel Körperkontakt, das entspricht nicht den gestern erlassenen Corona-Massnahmen. Auch alle Tanzlokale mussten gestern ab Mitternacht die Türen schliessen.

Die vorgesehenen Halbfinale-Shows am 21. März und 28. März werden vorerst nicht produziert: «Ob die beiden Sendungen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden und wie die Staffel zu einem Abschluss kommen wird, ist momentan in Abklärung.»

Und  «Let's Dance» und «Deutschland sucht den Superstar»?

Und wie sieht es bei «Let's Dance» und «DSDS» aus? Muss Luca Hänni bald wieder in die Schweiz zurück und auf den Tanz-Wettbewerb verzichten?

Beide Shows finden im MMC Coloneum in Köln statt. Die Stadt Köln hat aber vorgestern ein Veranstaltungsverbot erlassen. Trotzdem führt der Sender die Formate durch, wie Jörg Graf, RTL-Geschäftsführer im Interview mit «dwdl.de» erklärt: «Wir gehen davon aus, dass diese Shows nicht betroffen sind, weil wir bereits frühzeitig und vorsorglich beispielsweise auf Publikum verzichtet haben. Und jetzt auch auf Familie und Freunde. Wir agieren so verantwortungsvoll wie möglich und sind dabei natürlich im engen Austausch mit Studiodienstleistern und Behörden. Das gilt im Übrigen für alle Produktionen der Mediengruppe RTL.»

Promis und die Corona-Krise.

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