Schauspiel-Legende Der unvergessliche Walter Roderer: Doku zum Geburi

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31.5.2020

Zum 100. Geburtstag des beliebten Volksschauspielers Walter Roderer hat SRF-Filmemacher Felice Zenoni eine Hommage produziert. Freunde und Wegbegleiter erinnern sich an Roderer – und es gibt ein Wiedersehen mit prägenden Szenen aus seiner langen Schauspielkarriere.

Der Wunsch, 100 Jahre alt zu werden, ist für Walter Roderer nicht in Erfüllung gegangen. Am kommenden 3. Juli wäre es so weit gewesen. Die Hommage «Sie müend mi verstoh, gelled Sie!» folgt den Spuren seines Lebenswegs, von den Jugendjahren in den Kantonen Appenzell und St. Gallen bis zu den Grosserfolgen auf der Bühne und im Kino.

«Rodi» war einer, der sich selbst und seinen Bühnenpartnern nichts geschenkt hat: «Auch die 500. Vorstellung muss noch taufrisch sein», sagte er einmal, «obwohl sie wie eine Uhr abläuft. Das Publikum hat ein Recht darauf, denn es hat Eintritt bezahlt.» Für Schauspiel-Kollegin Heidi Diggelmann ist Roderer «der Schweizer Mr. Bean».

Hansjörg Bahl erinnert sich besonders gern an die Zusammenarbeit in der Werbung. Die TV-Spots für Mitsubishi und Coop, vom Duo Roderer/Bahl gemeinsam ausgeheckt, sind heute noch Kult.

Ganz am Anfang ist er während Jahren Statist am Schauspielhaus Zürich. Aber dann gibt man ihm dort die Chance, das ABC der Bühne von der Pike auf zu lernen. Zuletzt ist er Regie-Assistent von Leopold Lindtberg. Als Team-Mitglied des Cabaret Federal schafft er in den 50er-Jahren den Durchbruch als Schauspieler. Federal-Hausautor Werner Wollenberger wird ein guter Freund und verfasst die Texte für Rodis samstägliche Radio-Glosse «Der Barbier von Seldwyla». Auch der Schweizer Film wird auf den schlaksigen Komödianten aufmerksam. Verklemmte Schwerenöter werden zu seinen Paraderollen.

Er spielt die aufgeregten, dauerhaft überforderten Typen differenziert, aber immer umwerfend komisch, zum Beispiel in «Der 42. Himmel» oder «Oberstadtgass». 1957 gründet Roderer sein eigenes Tourneetheater und ist auch damit erfolgreich. Mit 1'288 Vorstellungen des Schwanks «Der Mustergatte» bricht er auch gleich alle Rekorde. Stolz hat er immer wieder darauf hingewiesen, für sein Theater nie um Subvention gebeten zu haben. Ein Gefangener seines Publikums sei er allerdings gewesen. Weil er die Menschen eben gern unterhalte.

Roderer war dreimal verheiratet. Als 85-Jähriger geht er 2005 heimlich noch die Ehe mit seiner Grossnichte Anina Stancu ein. Das ungleiche Paar sorgt nicht nur in der Boulevardpresse für Schlagzeilen.

Am 8. Mai 2012 ist der Schweizer Volksschauspieler gestorben.

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