«Die 12 Jahre als Penny waren die beste Zeit meines Lebens»

Marlène von Arx, Los Angeles

16.9.2020 - 00:00

Im Interview mit «Bluewin» spricht Kaley Cuoco über das Leben nach «The Big Bang Theory», die positiven Seiten des Lockdowns und ihre neue TV-Serie.

Kaley Cuoco kehrt mit einer achtteiligen Krimi-Serie auf den Bildschirm zurück: «The Flight Attendant» ist ein psychologischer Thriller, der aber auch auf den Humor der Comedy-Schauspielerin zugeschnitten ist.

In ‹The Flight Attendant› spielen Sie eine Flugbegleiterin, die gerne Party macht. Penny in ‹The Big Bang Theory› konnte auch alle unter den Tisch trinken. Wie sieht das aus bei Ihnen?

Bei mir braucht es nicht so viel, bis ich einen sitzen habe. Ich weiss das aus Erfahrung! Deshalb versuche ich es zu vermeiden.

Welche Drinks werden Ihnen denn gefährlich?

Ich mag französischen Wein. Mein Mann und ich sind inzwischen auch auf Bourbon gekommen. Er hat den ‹Karl Fashioned› erfunden, seine Version des Old Fashioned. Das ist momentan mein Lieblingsdrink.

Sie sind seit vier Jahren mit dem Pferdesportler Karl Cook zusammen, seit zwei Jahren verheiratet und jetzt zusammengezogen. Ist es gewöhnungsbedürftig aufgrund der Coronakrise dauernd zusammen zu sein?

Die Coronakrise ist natürlich schrecklich – mit dem Lockdown und allem, was das mit sich bringt. Aber mein Mann und ich hatten noch nie ein paar Monate am Stück zusammen. Für uns war die letzte Zeit ein Geschenk. Wir hatten auch Zeit, unser Haus einzurichten.

Cuoco und Cook bei einem Event im November 2019.
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Wie sieht es denn bei Ihnen zu Hause aus?

Peinlich vollgestopft mit Fernsehern. Riesigen Fernsehern! Wir schauen gerne fern und Fernsehen ist ja auch mein Job. Auch in der Küche ist einer, damit man ja nichts verpasst.

Was sind Ihre Lieblingssendungen? Wer hat die Kontrolle über die Fernbedienung?

Normalerweise steht ein Hund drauf und wechselt so den Kanal. Wir haben sieben Hunde. Ich glaube, so viele darf man gar nicht haben! Ich bin mit ‹Friends› und ‹Seinfeld› aufgewachsen. Diese Sitcoms bringen mich zum Lachen und deshalb ziehe ich mir immer noch jeden Tag eine Episode rein. Ich kann es kaum erwarten, bis sie eine ‹Friends›-Reunion-Show machen!

Da drängt sich natürlich die Frage auf: Wann kommt die ‹The Big Bang Theory›-Reunion? Oder wird es eher ein Film in zehn Jahren geben?

Einen Film? Das wäre etwas komisch. Aber ich wäre natürlich bei einer Reunion-Show dabei. Der Chef Chuck Lorre weiss, dass ich alles mitmache. Die Serie ist ja aber noch nicht lange zu Ende. Ich glaube, da muss zuerst noch etwas mehr Zeit verstreichen, damit die Leute uns wirklich vermissen. 

Die Protagonist*innen aus «The Big Bang Theory» bei den People's Choice Awards 2016.
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In Ihrer neuen Serie ‹The Flight Attendant› erwachen Sie nach einer durchzechten Nacht neben einem One-Night-Stand in Bangkok. Der Lover ist tot. Sie können sich an nichts erinnern. Sie glauben aber, nichts damit zu tun zu haben. Trotzdem versuchen Sie, die Sache zu vertuschen. Was hat Sie an der Geschichte gereizt?

Ich fand das Buch sehr faszinierend: Diese Frau versucht der Situation zu entfliehen, was offenbar im Schock und in Panik viele Leute machen. Jedenfalls habe ich das schon oft in diesen wahren Kriminalfälle-Shows gesehen. Die Rolle hat mich auch gereizt: Da ist eine Frau mit vielen Problemen – deshalb trinkt sie auch – die aber auch fantastisch und stark ist. Ich wusste, die Rolle würde mir Spass machen, mich aber auch herausfordern.

Zum Beispiel?

Wir hatten eine Flight Attendant als Beraterin auf dem Set, die sagte, sie trügen die Ess-Tabletts jeweils nur in einer Hand. Schon als Kellnerin in ‹The Big Bang Theory› war ich unfähig, ein Tablett zu balancieren. Es benötigte also sehr viele Takes, bis die Szenen im Kasten waren.

Erster Teaser: «The Flight Attendant» soll diesen Herbst auf HBO Max ausgestrahlt werden.

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Sie sind auch Produzentin der Serie. Wollten Sie sicher gehen, mit ‹The Flight Attendant› einen Kontrast zu Penny zu setzen?

Ich würde gerne meine Produktionsfirma ausbauen und nicht nur für mich Projekte entwickeln. Das richtige Projekt als Schauspielerin zu finden, ist nämlich nicht einfach. Klar will ich meinen weiteren Weg gehen, aber ich möchte eines klarstellen: Ich werde nie vergessen, woher ich komme. Die zwölf Jahre als Penny in ‹The Big Bang Theory› waren die beste Zeit meines Lebens und sie hat mich zu der Frau gemacht, die ich heute bin.

Und wo sehen Sie sich denn als Frau heute?

Ich bin sehr glücklich und dankbar. Ich habe alles, was ich mir je gewünscht habe: Meine Karriere, den besten Mann, den ich zum richtigen Zeitpunkt gefunden habe, und mein Leben mit meinen Pferden und meinen anderen Tieren. Sie sind mein Heiligtum und vermutlich auch dafür verantwortlich, dass ich es geschafft habe, nicht in ein Hollywood-Drama zu schlittern. Ich bin ja schon fast 28 Jahre im Showbusiness. Es ist wichtig, in diesem Metier so einen Rückzugsort zu haben.

Nach dem Lockdown werden die Dreharbeiten nun wieder aufgenommen. Dazu mussten Sie von Los Angeles nach New York fliegen. Hatten Sie Angst, unter den aktuellen Voraussetzungen zu fliegen?

Nicht wirklich. Ich hatte meine Maske, mein Schild, meine emotionale Unterstützung. Das heisst meine Hunde, meine Schwester und Assistentin. Mit so einem tollen Team ging es gut. Jetzt bin ich in Quarantäne und in zwei Wochen geht’s wieder los, sodass wir die Show fertig drehen und dem Publikum endlich zeigen können.

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