«Donnschtig-Jass»: «Salzgeber und ich haben einen Ehe-ähnlichen Zustand»

Von Carlotta Henggeler

3.7.2019

Morgen hat das neue «Donnschtig-Jass»-Gespann Rainer Maria Salzgeber und Stefan Büsser seine TV-Premiere. «Bluewin» wollte wissen, wer der bessere Jasser ist und wie gut zwei Alphatiere harmonieren können – Beni Huggel weiss es.

Hand aufs Herz: Wer ist der bessere Jasser?

Stefan Büsser: Rainer.

Rainer Maria Salzgeber: Das bist Du, das hast Du im «Samschtig-Jass» schon bewiesen (Anmerkung der Redaktion: Salzgeber und Büsser waren im «Samschtig-Jass» vom 22. Juni bei Moderator Reto Scherrer zu Gast).

Wie gut harmoniere Sie zusammen?

Büsser: Wir haben einen Ehe-ähnlichen Zustand.

Salzgeber: Es ist auf ein Auf und Ab.

Büsser: Wir chiflen viel und haben keinen Sex …

Salzgeber: Wir kennen uns schon lange und schätzen uns gegenseitig. Und den «Donnschtig-Jass»-Job kannst du nicht zwei Newcomern geben, die mit 20 Jahren denken, ihnen gehört die Welt. Da musst du jemanden nehmen, der diese Situation schon erlebt hat. Ich TV-mässig, Büssi im Fernsehen, im Radio und auf der Showbühne. Das ist eine gute Ausgangslage.

Büsser: Für mich ist es sehr interessant, in Rainers Fahrtwind zu sein. Rainer macht das ja schon lange und gut. So eine grosse Kiste habe ich noch nie moderiert – da kann ich von ihm lernen.

Salzgeber: Das Wichtigste ist, das erlebe ich auch immer wieder mit Sandra Studer, mit der ich schon viele Sendungen moderiert habe, man darf nicht aufeinander neidisch sein. Es spielt keine Rolle, wer einen Satz mehr sagen darf, den grösseren Lacher hat, es ist ein Gesamtprodukt.

Aber Sie sind zwei Alphatiere …

Büsser: In der Aussenwahrnehmung mehr, als es wirklich ist. Ich nehme Rainer als Teamplayer wahr. Ich habe mich aber vorher abgesichert, als man mich gefragt hat, ob ich die Sendung machen will. Ich habe Beni Huggel angerufen. Er hat schon mit Salzi zusammengearbeitet, ich kenne Salzi nur privat. Beni hat mir versichert, dass ich mir null Sorgen machen muss. Das hat sich jetzt bewahrheitet.

Salzgeber: Fernsehmachen ist Teamwork, als Individuum hast du keine Chance.

Viele bekannte Gesichter haben die Jass-Sendung schon moderiert. Darunter Roman Kilchsperger und Monika Fasnacht, um nur einige zu nennen. Angst vor Vergleichen?

Salzgeber: Ja, Büssi wird sicherlich mit Reto Scherrer verglichen.

Büsser: Das sind grosse Fussstapfen. Sprachlich zuerst mal (lacht). Ich kenne Reto, seit ich 18 war, ich schätze ihn sehr, er hat mich auch durch den «Donnschtig-Jass»-Auswahlprozess begleitet. Es ist mir eine grosse Ehre, sein Nachfolger zu sein.

Salzgeber: Jassen am Fernsehen gibt es seit über 50 Jahren, Kurt Felix hat es erfunden. Es ist sonnenklar, dass man mit Personen wie Randegger, Fasnacht, Kilchsperger oder Scherrer verglichen wird. Damit musst du leben können. Doch Roman Kilchsperger und ich wollen beide möglichst authentisch sein. Ich werde auch nicht Romans Markenzeichen übernehmen. Ich werde am Anfang der Sendung auch nicht singen …

Büsser (ruft dazwischen): Da sind wir auch alle sehr froh!

Salzgeber: Weil es die Sendung schon so lange gibt, ist sie grösser als jeder Protagonist, den es je gegeben hat.

Monika Fasnacht lanciert im September auf Tele Top ein eigenes Jass-Format. Respekt vor der Konkurrenz?

Salzgeber: Monika und ich haben auch schon zusammen Fussball- und Eishockey-Sendungen moderiert, das ist ihr gutes Recht. Sie hat ein komplett anders Konzept: im Studio und ohne Gäste. Es ist sinnlos, diese beiden Sendungen zu vergleichen. Ich gehe davon aus, dass sie ihr Publikum finden wird und es dafür Platz gibt. Konkurrenz hat die Sache noch nie schlechter gemacht.

Büsser: Es belebt das Business, besonders wenn es gut gemacht ist. Ich habe ja keine Berührungsängste mit den Privatsendern, ich fördere 3+ sehr.

In «Donnschtig-Jass» wird Stefan Büsser Zuschauerreaktionen auf Social Media zur Sendung kommentieren. Will man damit dem Ganzen eine Frischzellenkur verpassen?

Büsser: Ich glaube nicht, dass das die Sendung jung und frisch macht. Wir wollen eine Community erschaffen, da die Jass-Community unglaublich gross ist.

Jassen am Fernsehen ist ein Quoten-Trumpf. Woher kommt diese Faszination für das nationale Kartenspiel?

Salzgeber: Jeder kann mitmachen – in Gedanken. Ich vergleiche es mit Curling. Das guckst du auch und denkst automatisch: «Was würde ich dabei machen?» Du wirst Teil der Geschichte, kannst dich freuen oder ärgern, wenn der im Fernsehen die Karten zieht. Es ist wie beim Sport, da weisst du auch nicht, wie es ausgeht – und beim Jassen ist es gleich.

Büsser: Es ist ein Teil der Schweizer DNA. Jeder, der es gelernt hat, lernt es von den Eltern. Dann gehört es zum Familien-Feeling, und wir geben dem jetzt noch ein Schaufenster.

Welche Schlagzeile, würden Sie beide gerne am Tag nach der Premiere lesen?

Büsser: Ich lese am nächsten Tag keine Zeitungen, das habe ich mir abgewöhnt.

Salzgeber: Du weisst eh, was du für eine Leistung erbracht hast und ob du zufrieden bist.

Büsser: Abgesehen davon, ich kann weder lesen noch rechnen – nur dumm schwätzen kann ich.

«Donnschtig-Jass» läuft Donnerstag, 4. Juli, um 20.05 Uhr auf SRF1. Mit Swisscom Replay TV können Sie die Sendung bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung anschauen.

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