Elena Ferrante, deren Identität niemand kennt, schreibt in «An den Rändern» übers Schreiben. (Archivbild)
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Die italienische Autorin Elena Ferrante ist ein Weltstar. Aber niemand weiss, wer wirklich hinter diesem Namen steckt. Nun gibt es Neues von ihr auf Deutsch: den Band «An den Rändern» mit vier Essays.
Keystone-SDA
25.04.2026, 06:47
SDA
Eigentlich sollte die geheimnisvolle italienische Autorin Elena Ferrante selbst auf der Bühne stehen und sprechen – das war zumindest der Wunsch eines Professors aus Bologna. Er lud Ferrante, die seit jeher anonym bleibt, per Mail ein, Vorträge an seiner Universität zu halten. Ob der Professor wirklich dachte, sie würde persönlich auftreten? Unklar. Ferrante arbeitete die Vorträge zwar aus, liess sie aber wenig überraschend von anderen vortragen.
Nachdem also 2021 eine Schauspielerin und eine Wissenschaftlerin in Ferrantes Namen die Vorträge gehalten hatten, sind nun beim Suhrkamp-Verlag die drei von dem Professor in Bologna gewünschten Vorträge sowie ein weiterer als Essays in deutscher Übersetzung in dem Buch «An den Rändern» erschienen.
Ferrante verbirgt ihren Namen hinter einem Pseudonym. Niemand weiss, wer sich wirklich dahinter verbirgt. Sicher scheint nur, dass es sich bei Ferrante um eine Frau aus Neapel handelt. Spekulationen über ihre Identität gibt es viele.
Drang zum Schreiben seit früher Jugend
Das 94 Seiten starke Buch erschien bereits 2021 in ihrer Muttersprache Italienisch beim Verlag edizioni e/o. Anders als ihre Neapel-Tetralogie aus «Meine geniale Freundin» und den drei Folgebänden enthält «An den Rändern» keine Fiktion. Die Essays kreisen um ihren Weg vom Lesen zum Schreiben, um literarische Vorbilder und Einflüsse sowie um die Frage, wie sich Wirklichkeit – insbesondere aus weiblicher Perspektive – überhaupt erzählen lässt.
Sie beschreibt in den Essays ihren Drang zum Schreiben, der sie bereits seit früher Jugend begleitet. Zugleich reflektiert Ferrante darin das Schreiben als Grenzüberschreitung: Immer wieder geht es darum, sich von vorgegebenen Formen und Traditionen zu lösen und neue Ausdrucksweisen zu finden.
In diesem Zusammenhang beschreibt sie auch einen inneren Konflikt aus ihrer frühen Schreibzeit, in der sie den Eindruck hatte, dass literarische Qualität stark an eine männlich geprägte Tradition gebunden sei. Einen der vier Essays widmet sie dem italienischen Dichter Dante Alighieri und der Figur der Beatrice aus der «Göttlichen Komödie», die für sie als weibliche Gestalt innerhalb dieses von Männern geprägten literarischen Kanons eine besondere Rolle spielt.
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