AusstellungFondation Beyeler führt mit Munch und Co. zu den Nordlichtern
dosp, sda
24.1.2025 - 15:11
Edvard Munchs "Vampire im Wald" ist eines der ganz wenigen Gemälde in der Ausstellung "Nordlichter" in der Fondation Beyeler, auf dem menschliche oder menschenähnliche Wesen zu sehen sind.
Keystone
Die Fondation Beyeler in Riehen BS erklärt mit «Nordlichter» den hohen Norden zum künstlerischen Sehnsuchtsort. Zu sehen ist, wie Edvard Munch und hierzulande noch unbekannte Künstlerinnen und Künstler den Urwald und das besondere Licht des Nordens eingefangen haben.
Keystone-SDA, dosp, sda
24.01.2025, 15:11
SDA
Bei Kunst der Jahre 1880 bis 1930 aus dem Hohen Norden denkt man automatisch an den Norweger Edvard Munch, der zu den Bahnbrechern der Moderne zählt. Von ihm sind in der Ausstellung viele Werke zu sehen – übrigens die einzigen, auf denen Menschen zu entdecken sind.
So zum Beispiel im reizenden Gemälde «Kinder im Wald» von 1901/1902. Es zeigt eine kleine Gruppe von Kindern, die voller Ehrfurcht auf einen düsteren Waldrand blickt, hinter dem sich vielleicht Hexen, Trolle und sonst Unheimliches aus der Märchen- und Sagenwelt verbergen.
Der Wald und darüber der meist in Dämmerung gehüllte oder vereinzelt auch von Nordlichtern verfärbte Himmel spielt die Hauptrolle auf den rund 70 Gemälden von 13 Künstlerinnen und Künstler aus Skandinavien, Kanada und Russland.
Fotorealismus und Abstraktion
Mal sind es fotorealistische Waldszenerien, oftmals sind es verträumte bis expressive Blicke auf verschneite Waldränder, aber auch Gemälde, die ins Abstrakte hinübergleiten. So zum Beispiel die von Rot bis Grün übergehenden Farbwellen in «Abstrakte Baumformen» von 1931/32 der kanadischen Künstlerin Emily Carr, die das auf die Spitze treibt, was Munch mit seinen expressionistischen Verfremdungen begonnen hatte.
Mit zahlreichen Gemälden ist der finnisch-schwedische Maler Akseli Gallen-Kallela in der Ausstellung präsent, dessen realistischen Landschaftsbilder eine starke Anziehungskraft besitzen. Dies gilt besonders für das grossformatige Gemälde «Der Mäntykosti-Wasserfall» von 1892-1894.
Zu den Entdeckungen zu zählen sind auch die in mehr oder weniger diffuses Dämmerlicht getauchten Landschaften von Prinz Eugen. Das ist übrigens kein Pseudonym, der Maler war tatsächlich Spross der schwedischen Königsfamilie.
Im Park vor dem Museum ist als zeitgenössische Ergänzung die als Auftragsarbeit der Fondation Beyeler entstandene audiovisuelle LED-Installation «Boreal Dreams» des dänischen Gegenwartskünstlers Jakob Kudsk Steensen zu sehen. In ihr thematisiert der Künstler die Auswirkungen der Klimakrise auf die Waldlandschaften, welche im Museumsinnern zu sehen sind.
Die Ausstellung «Nordlichter» ist eine Kooperation mit dem Buffalo AKG Museum, New York und ist noch bis 25. Mai zu sehen.
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