Locarno 2020 bringt 72 Jahre Festival in den Saal

Locarno Film Festival

29.7.2020 - 15:41

Eine Reise durch die Geschichte des Festivals bietet die Sektion von Locarno 2020, die gemeinsam mit den 22 um den Pardo 2020 antretenden Autoren abgestimmt wurde. Es gilt, die grossen Filme wiederzuentdecken, die das Festival geprägt haben. Zwanzig Filme, die das Publikum online und in Locarno im Saal neu erleben kann.

Die Reise beginnt mit dem Jahr 1948 und «Deutschland im Jahre Null», und sie endet 2018 mit «M.» – von Roberto Rossellini bis Yolande Zauberman werden 20 Filme gefeiert. Regisseure des Autorenkinos, die 72 Jahre der Geschichte des Locarno Film Festival erzählen. Eine Sektion von Locarno 2020, programmiert von den Regisseuren und Regisseurinnen der Auswahl aus «The Films After Tomorrow». Sie haben Abertausende Filme Revue passieren lassen, die von 1946 bis heute die Augustabende des Festivals belebt haben.

Zukunft, die in die Vergangenheit blickt

Mit der guten Nachricht, für die Sektion «The Films After Tomorrow» ausgewählt worden zu sein, erhielten die 22 RegisseurInnen, die vom 5. bis 15. August für den Pardo 2020 antreten werden, auch eine besondere Bitte von der künstlerischen Leitung: Sie sollten je einen Film aus der langen Festivalgeschichte auswählen, der dem Publikum an den Tagen von Locarno 2020 erneut vorgeführt werden sollte. Einen Film, der sie angesprochen, aufgerüttelt, bewegt oder ihre künstlerische Laufbahn beeinflusst hat. So haben die ProtagonistInnen der «blockierten Filme» nacheinander je eine Etappe der Reise durch die Festivalgeschichte bestimmt, die nun nur darauf wartet, von all jenen zurückgelegt zu werden, die Locarno 2020 «For the Future of Films» erleben möchten.

Von der Schweiz in die Philippinen

Wie immer spielen geografische Grenzen auf dem Festival keine Rolle. Gestartet wird in der Schweiz mit Alain Tanners Film «Charles – tot oder lebendig» (1969, Locarno22), weiter geht es auf den Philippinen mit  «Mababangong Bangungot (Der Parfümierte Alptraum)» von Kidlat Tahimik (1977, Locarno30). Mit Zwischenetappen aus Italien von Pier Paolo Pasolini «Gastmahl der Liebe» (1964, Locarno17) oder sogar Länder, die es heute so gar nicht mehr gibt wie das Westdeutschland von «In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod», von Alexander Kluge und Edgar Reitz (1974, Locarno28).

Reise in Gold

Wenn wir die Geschichte von Locarno erzählen, stossen wir überall auf Entdeckungen, Talente, kleine Filme, die zu Meilensteinen geworden sind. Filme, die manch einer übersehen haben mag, und die für andere wiederum einen Wendepunkt dargestellt haben. Unter den 20 Werken aus «Eine Reise durch die Geschichte des Festivals» finden Sie daher völlig unbekannte Werke neben Giganten der Filmgeschichte.

Ein Beispiel? «Deutschland im Jahre Null», von Roberto Rossellini, Protagonist von Locarno3, der dritten Ausgabe des Festivals. Aus heutiger Sicht eines der Meisterwerke der Filmgeschichte. Und ein Film, der Zeichen gesetzt hat, ein gewisser «Stranger Than Paradise», das Debüt, mit dem Jim Jarmush sofort den Goldenen Leopard gewonnen hat, damals 1984, Locarno37. Wenn wir uns vorstellen, dass er den Film nie hätte fertigstellen können, hätte ein gewisser Wim Wenders ihm nicht die Filmspulen geschenkt, die von den Dreharbeiten zu seinem letzten Film «Der Stand der Dinge» übrig geblieben waren.

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