Film«Mein 'Turandot' wird anders sein»: Ai Weiwei zur seiner Opernregie
SDA
13.11.2025 - 06:30
Der chinesische Künstler Ai Weiwei verlangte bei seiner Operninszenierung in Rom den Werkstätten des Hauses einiges ab.
Keystone
Eigentlich mag er keine Opern, sagt der chinesische Künstler Ai Weiwei in die Kamera. Am Römer Opernhaus hat er doch eine inszeniert, Puccinis «Turandot». Der Dokumentarfilm «Ai Weiweis Turandot» erzählt den Enstehungsprozess nach.
Keystone-SDA
13.11.2025, 06:30
SDA
Die Oper an und für sich spielt im Film von Maxim Derevianko eigentlich nur eine Nebenrolle. Im Zentrum steht vielmehr Ai Weiweis Bestreben, das grausame chinesische Märchen von Giacomo Puccini mit der männermordenden Prinzessin als «perfekte Geschichte» über die «Schönheit und Grausamkeit» des chinesischen Reiches von heute auf die Bühne zu bringen.
Und der Film ist eine Liebeserklärung an die Kraft des Theaters und an die vielen engagierten Profis, die es vereint. «Kunst ist etwas, das verwandelt», sagt Ai Weiwei. Und offensichtlich auch etwas, das Bögen spannt. So ist zu erfahren, dass Ai Weiwei vor 33 Jahren an der New Yorker Metropolitan Opera für die Inszenierung von Franco Zeffirelli wegen seines «orientalischen Aussehens» als Statist engagiert wurde.
Vor dem versammelten Ensemble des Opernhauses verkündet er, dass er gerne das mache, was er nicht gut könne. Diese Aussage ist natürlich reinstes Understatement. Denn eines zeigt die Dokumentation klar: Wenn Ai Weiwei etwas anpackt, dann richtig. So fordert er die Werkstätten des Theaters in hohem Masse heraus: Als Bühnenbild muss eine riesige abgestufte 3D-Weltkarte her, und für die Kostüme des Ensembles muss die Schneiderei viele symbolgeladene und extravagante Entwürfe umsetzen.
Der grosse Shutdown
Der Film verfolgt den Entstehungsprozess des politisch aufgeladenen Bühnenspektakels bis es 2020 zum grossen Corona-Shutdown kommt. Es ist eine andere Art von Shutdown, wie ihn Ai Weiwei in seinem Heimatland China mehrfach erfahren musste, als ihn die Polizei verhaftete und als später sein Atelier dem Erdboden gleichgemacht wurde, wie der Film in Einblendungen zeigt.
Aber die Corona-Krise ging vorbei, die Proben wurden wieder aufgenommen – und nach einer weiteren Katastrophenmeldung nicht abgebrochen: gemeint ist der russische militärische Überfall auf die Ukraine, was nicht nur die aus dem angegriffenen Land stammende Dirigentin Oksana Lyniv erschüttert.
The Show must go on bis zur gefeierten Premiere. Diese markiert den Schluss des Dokumentarfims, untermalt mit Ai Weiweis Bemerkung: «Die Kunst konkurriert mit der Realität, und die Kunst wird das letzte Wort haben.»
«Ai Weiweis Turandot» ist ab heute Donnerstag in den Deutschweizer Kinos zu sehen.
Show-Aus im Fernsehen: Thomas Gottschalk verkündet Abschied
Thomas Gottschalk hat das Ende seiner Show-Karriere im Fernsehen bekanntgegeben: «Ich werde am nächsten Sonntag (18. Mai) 75 und das ist für einen Moderator der Punkt, wo man sagen sollte, man nimmt sich selber raus.»
11.05.2025
Neue SRF-Krimiserie «Tschugger»: «Das wird SRF um die Ohren fliegen – leider»
«Tschugger» heisst die neue SRF-Krimiserie aus dem Wallis, die dieses Wochenende startet. Ein gewagtes TV-Experiment, findet unsere Kritikerin.
24.11.2021
Brrrrrrutal gut – mit diesen Filmtipps bleibst du auch in der Hitze cool
Der Sommer ist endlich da und die Temperatur steigt. Da du für die perfekte Erfrischung nicht so viele Filme schauen kannst, liefern wir dir drei coole Filmtipps. So wirst du garantiert (noch) cooler.
19.05.2022
Show-Aus im Fernsehen: Thomas Gottschalk verkündet Abschied
Neue SRF-Krimiserie «Tschugger»: «Das wird SRF um die Ohren fliegen – leider»
Brrrrrrutal gut – mit diesen Filmtipps bleibst du auch in der Hitze cool