Oma Erika, der Schwarzenegger unter den rüstigen Rentnerinnen

Carlotta Henggeler

18.2.2021

Sudoku ausfüllen, Früchte zu Confi einkochen oder im Schrebergarten wüten? Nicht mit Erika Rischko. Die pensionierte Rheinländerin hat ein anderes Hobby: Sie erstellt Fitness-Videos auf TikTok – und ist ein internationaler Star.

Herrje, diese Pandemie raubt sogar jedem Rosa-Brillen-Optimisten den letzten Nerv. Im Soft-Lockdown mutieren die einen zu Chefköchen und zelebrieren ihr Corona-Ränzli. Andere wiederum sagen den lästigen Hüftringen den Kampf an und trainieren sich ihr langersehntes Sixpack an. Gäll, lieber Bruno Bötschi. Momoll, du hast es geschafft. Chapeau!

Dazwischen sitzt die gemässigte Fraktion, die sich über Zoom oder Youtube fit hält mit Zumba, Ballett, Cardiotraining oder wahlweise Yoga.

Und dann, dann gibt es Oma Erika, 81, – der Arnold Schwarzenegger unter den rüstigen Rentnerinnen aus dem rheinischen Langenfeld.

Erika Rischko ist viermal so alt wie die anderen Fitness-Influencerinnen auf Social Media. Sie ist quasi die Ur-Ur-Ur-Oma aller Anja Zeidlers und Sophia Thiels der Welt. Was die 81-Jährige nicht davon abhält, Trainings-Videos aus ihrer guten Stube zu posten. Sie ist die Antithese aller schön-fotogeshoppten Internet-Girls. Brutal normal eben.

Ein Vorbild in der Pandemie

Rischkos Komplize ist ihr Mann Dieter, 81. Er filmt und fittet auch mal mit. Was sehr gut ankommt, das Duo hat inzwischen 118'000 TikTok-Follower. Am liebsten trainiert Rischko mit den 3-Kilo-Hanteln oder der Faszienrolle, aber auch nur mit dem eigenen Körpergewicht. Für die Trizeps rät sie übrigens dazu, mit dem Stuhl zu trainieren. 

Ihre Agilität und Körperfitness kennt aber auch Grenzen. Rischko hat seit 2003 künstliche Kniegelenke: «Deswegen kann ich nicht mehr so gut joggen und hüpfen, aber dafür funktionieren andere Sachen», sagt sie im Interview mit «Spiegel.de». 

Nicht nur das renommierte deutsche Nachrichtenmagazin wurde schon auf die Senior-Influencerin aufmerksam. Sogar das TV-Magazin «Good Morning America» porträtierte sie schon. 

Und was für Ziele strebt Rischko nach dem globalen Ruhm überhaupt noch an? Sie hat gleich mehrere. Sie will ein Vorbild sein. Ein Sinnbild, wie man gut durch die Pandemie kommt. Und sie will die 10-Millionen-Video-Abruf-Schallgrenze knacken. 

So lange postet sie Homemade-Videos, die von ihrem Mann oder auch mal von der Tochter gedreht sind. Die Tochter brachte Erika Rischko übrigens auf die Idee mit den Fitness-Videos. 

Ideen für neue Videos, die auch mal eine Choreografie sein können, gehen ihr nie aus. Und trotzdem hofft sie auf eine baldige Öffnung ihres Fitness-Studios. Dort will sie sich den echten Challenges stellen: «50 Kilo hatte ich schon auf dem Rücken, 70 Kilo auf dem Schoss», sagt sie dem «Spiegel».

Regelmässig gibt es werktags um 11:30 Uhr und manchmal auch erst um 12 Uhr bei «blue News» die Kolumne am Mittag – es dreht sich um bekannte Persönlichkeiten, mitunter auch um unbekannte – und manchmal wird sich auch ein Sternchen finden.

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