RusslandPutin lässt Sowjet-Musikwettbewerb Intervision aufleben gegen ESC
SDA
3.2.2025 - 22:36
Wladimir Putin gegen den sogenannten kollektiven Westen: Aufräumen mit europäischer Dekadenz und Stärkung alter christlicher Werte. Der russische Präsident führt seinen Kulturkampf nun auch gegen den Eurovision Song Contest ESC. (Archivbild)
Keystone
Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Montag ein Dekret unterzeichnet, das eine Wiederbelebung des zu Sowjetzeiten gegründeten Musikwettbewerbs Intervision noch in diesem Jahr vorsieht – als Gegenstück zum europäischen Eurovision Song Contest (ESC).
Keystone-SDA
03.02.2025, 22:36
04.02.2025, 03:33
SDA
Intervision dient dem Text zufolge der «Entwicklung internationaler kultureller und humanitärer Zusammenarbeit» und soll an einem noch nicht bekannten Datum in Moskau und Umgebung stattfinden.
Der Intervision-Wettbewerb wurde zu Zeiten des Kalten Krieges in den 1960er- und 1970er-Jahren vor allem unter Staaten der damaligen Sowjetunion ausgetragen. Vom westlich geprägten Pendant, dem ESC, wurde Russland wegen seines militärischen Überfalls auf die Ukraine im Februar 2022 ausgeschlossen. Zuletzt gewann Moskau 2008 den ESC. Russland hatte bereits zuvor angekündigt, die Intervision wiederbeleben zu wollen.
Brics-Staaten und ehemalige Sowjetrepubliken
Vize-Regierungschef Dmitri Tschernyschenko wurde laut Kreml-Dekret zum Cheforganisator des Wettbewerbs ernannt. Im vergangenen Jahr hatte der Kreml laut der russischen Nachrichtenagentur Tass bekanntgegeben, dass «fast 20 Länder» an dem Wettbewerb teilnehmen wollten. Zu diesen Ländern gehören demnach die Brics-Staaten sowie ehemalige Sowjetrepubliken, die Russland als neue Staaten bis heute politisch nahestehen.
Zur Brics-Gruppe gehören neben Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika auch Ägypten, Äthiopien, Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate und Indonesien.
Die russische Senatorin Lilija Gumerowa sagte laut einem Tass-Bericht vom Montag, bei der Intervision werde «echte Musik» im Mittelpunkt stehen, statt «falscher Werte, die normalen Menschen nichts bedeuten». Sie kritisierte den ESC unter anderem für den Auftritt der österreichischen Drag-Queen Conchita Wurst, die 2014 den ESC gewann.
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