Sing doch unter der Dusche, Kristen Bell

Von Gil Bieler

27.7.2021

NEW YORK, NEW YORK - FEBRUARY 21: Actress Kristen Bell attends the Build Series to discuss her product line Hello Bello at Build Studio on February 21, 2020 in New York City. (Photo by Jim Spellman/Getty Images)
Kristen Bell: Schauspielerin, Sängerin, zweifache Mutter und einmalig sympathisch. 
Bild: Getty Images

Witzig, talentiert, grandios – gegen Kristen Bell kann man gar nichts haben. Auch der Kolumnist ist dem Charme der Schauspielerin hoffnungslos verfallen – wäre da nicht ihre neueste Rolle.

Von Gil Bieler

27.7.2021

Eigentlich läuft es gut zwischen Kristen Bell und mir. Sie weiss zwar sicher nichts von meiner Existenz, aber sei's drum: Seit ich rein zufällig über die Serie «The Good Place» gestolpert bin, habe ich die amerikanische Schauspielerin mehr und mehr zu schätzen gelernt.

Bell spielt in der schwarzhumorigen Comedy-Serie Eleanor, eine unausstehliche Person: Als selbst deklarierter «Arizona White Trash» behandelt sie ihre Mitmenschen, Tiere und auch die Umwelt mieser als mies. Dennoch landet sie nach ihrem Tod irgendwie im «Good Place», dem Show-Äquivalent des Paradieses. Mit allerlei Lügen und Intrigen versucht sie in der Folge zu verhindern, dass der Fehler im System auffliegt und sie in die Hölle verbannt wird.

Geniale Comedy-Sendung mit schwarzem Humor: «The Good Place».

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Bell ist einfach nur famos in der Rolle der asozialen Antiheldin, und schnell auf meinem Radar gelandet. Wobei sie nicht für anstössige Rollen bekannt ist, sondern vor allem als Stimme von Disney-Prinzessin Anna im Kassenschlager «Frozen». Ihr wisst schon, dem Winterwunderland-Streifen, der eine unaufhaltbare Fanartikel-Lawine losgetreten hat.

Jedenfalls habe ich mir den Film (samt Fortsetzung) aus Neugier – und wegen Bell – auch einmal gegeben und muss anerkennen: Die Gute kann nicht nur schauspielern, sondern auch richtig schön singen. In der Late-Night-Show von Jimmy Fallon hangelte sie sich mit einer riesigen Portion Charme durch den Kanon der Disney-Hits.

Kristen Bell singt sich mit Jimmy Fallon durch die grossen Disney-Hits.

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Ein Multitalent! Meine Wertschätzung schlug in Bewunderung um. Es kam die Pandemie, und auf Social Media begegnete ich der 41-Jährigen wieder. Klar, auch hier hatte sie mich bald an der Angel. Für einen Hollywood-Star gibt sich die zweifache Mutter so bodenständig und selbstironisch, dass man sie einfach liebhaben muss. Etwa bezüglich dieser Fotos, die sie im Gespräch mit Talkshow-Ikone Oprah zeigen. Ihre vor Überwältigung entgleisenden Gesichtszüge kommentiert Bell mit #sehrprofessionell und #coolgeblieben.

Meine neue BFF! Darauf standen alle Zeichen – doch mit ihrer nächsten Rolle wird die Fanliebe auf die Probe gestellt. Kristen Bell wird in einer Folge der neuesten «Simpsons»-Staffel, die im September in den USA anläuft, einen Gastauftritt haben. So weit, so gut: In all den Jahren hatte die gelbe Familie schon Besuch von allerlei Promis, von Lady Gaga über Michael Jackson bis hin zu Stephen Hawking.

Mein Problem mit Bells Engagement: Sie wird die Gesangsstimme von Marge Simpson intonieren. Das gaben die Macher der Zeichentrickserie nun an der Comic-Messe ComicCon bekannt. Und als «Simpsons»-Fan muss ich hier Protest einlegen, denn die Stimme von Marge ist un-an-tast-bar!

Julie Kavner, die Marge im englischen Original spricht, hat ihr eine unverkennbar krächzige Stimme gegeben. Auch in Synchronfassungen der Serie wurde dieses Merkmal übernommen. Ob auf Deutsch oder Französisch, die Familienmutter knarzt wie eine alte Holztür, denn ohne ihre besondere Stimme wäre Marge nicht Marge. Es würde einfach etwas fehlen. Und wie schön Kavner trotz aller Krächzigkeit singen kann, hat sie in nunmehr 32 Staffeln mehr als einmal bewiesen.

Julie Kavner singt als Marge Simpson.

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Marge braucht also gar keine «schöne Gesangsstimme». Wenn ich könnte, würde ich das auch Kristen Bell einbläuen: Sing von mir aus in so vielen «Frozen»-Fortsetzungen, wie du willst, beim Karaoke oder unter der Dusche, aber nicht bei den «Simpsons»!

Aber wem mach' ich was vor, am Ende wird sie mich bestimmt auch mit ihrem gelben Gastauftritt locker um den Finger wickeln. #sehrprofessionell

Regelmässig gibt es werktags um 11:30 Uhr und manchmal auch erst um 12 Uhr bei «blue News» die Kolumne am Mittag – sie dreht sich um bekannte Persönlichkeiten, mitunter auch um unbekannte – und manchmal wird sich auch ein Sternchen finden.

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