Spotify-Rückblick Teilen Sie Ihre Lieblingssongs auf eigene Gefahr

Von Monika Rufener

9.12.2020

Über (Musik-)geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten – über das Teilen des Musikgeschmacks jedoch schon. Dies zeigt zumindest der Backlash gegen den Spotify-Jahresrückblick.

Wer das Gefühl hat, dass die US-Präsidentschaftswahl oder die Covid-Krise die Menschheit spaltet, hat wohl die letzten Tage die Debatte in den Sozialen Medien rund um «Spotify Wrapped» nicht mitbekommen. Denn die Gretchenfrage der ersten Dezembertage lautet: Teilen oder nicht teilen seiner persönlichen «Spotify Wrapped»-Liste?

Doch beginnen wir von vorn: Jeweils Anfang Dezember erstellt der schwedische Musik-Streaming-Dienst Spotify für seine Nutzer einen personalisierten Jahresrückblick über das jeweilige Streaming-Verhalten. Heisst: Jede*r Nutzer*in erhält einen Überblick, welchen Song und Künstler er vergangenes Jahr am meisten gehört, welche Genres sie am obsessivsten gelauscht und welchen Podcasts sie am meisten Playtime gewidmet hat. Das alles verpackt in einer kurzweiligen, mit Musik untermalenen Präsentation.

Praktisch oder peinlich?

Da die Marketing-Abteilung von Spotify offensichtlich auch diesen Namen verdient, kann die Zusammenfassung des persönlichen Nutzungsverhaltens auch sogleich in den Sozialen Medien geteilt werden. Wie praktisch, finden die einen. Total angeberisch und peinlich, die anderen. Anhänger der letzteren Gruppe tun ihren Missmut über das Teilen des ach so guten Musikgeschmacks laut kund. Das Internet wäre aber nicht das Internet, wenn es nicht auch noch die Gruppe gäbe, die sich über die Aufregung der anderen aufregt.

Man könnte nun natürlich darüber streiten, ob es sich bei der «Spotify Wrapped»-Diskussion einmal mehr um einen total unnötigen und in den sozialen Plattformen aufgebauschten Diskurs handelt. Unbestritten ist jedoch, dass die Diskussion wahnsinnig lustige Memes und Tweets hervorbringt – doch sehen Sie selbst in der Bildstrecke.

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