20.03.2017 - 14:56, tsch

«Schawinski»: Quo vadis Türkei?

 

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Die Stimmung zwischen Ankara und dem Westen ist auf einem vorläufigen Tiefpunkt angelangt. Der langjährige Korrespondent Werner van Gent spricht bei Roger Schawinski zur Lage in der Türkei.

Es ist nur wenige Jahre her, dass sich die Türkei Hoffnungen machen durfte, Mitglied der EU zu werden. Spricht man heute EU-Politiker auf das Thema Beitrittsverhandlungen an, bekommt man bestenfalls ein Stirnrunzeln als Antwort. Die Ambitionen am Bosporus, sich gen Westen zu orientieren, sind ziemlich verpufft.

Der von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel federführend unterstützte «Flüchtlingsdeal» droht immer mal wieder zu platzen, da die Stimmung zwischen Ankara und Brüssel auf einem vorläufigen Tiefpunkt angelangt ist. Nazi-Vergleiche und überhitzte Sanktionsandrohungen sind inzwischen an der Tagesordnung. Da braucht es kühle Köpfe.

Roger Schawinski hat in seinem Montagstalk bei SRF 1 einen zu Gast: Werner van Gent kennt den Nahen Osten aus seiner langjährigen Korrespondententätigkeit fürs Schweizer Fernsehen aus dem Effeff. Und auch er erkennt die Türkei, wie sie mal war, kaum wieder.

Zittern vor der Abstimmung im April

Wenn im April über die Einführung des Präsidialsystems abgestimmt wird, könnte sich die Lage im Land sogar noch dramatischer zuspitzen. Im Falle eines Referendumserfolgs bekäme Präsident Recep Tayyip Erdogan noch weitreichendere Befugnisse als bisher. Er könnte das Parlament auflösen, wäre vom Gebot der parteipolitischen Neutralität entbunden und könnte beinahe alle Verfassungsrichter selbst bestimmen. Schon jetzt greift die Regierung in Ankara massiv in die Pressefreiheit und die Unabhängigkeit der Justiz ein. Ein Rechtsstaat sieht zumindest in den Augen westlicher Demokratien fürwahr anders aus.

Recep Tayyip Erdogan

  • Turkey Military Coup
  • Turkey Azerbaijan
  • Turkey Belgium Attacks
  • Turkey G-20

Situation mit Holland einordnen

Werner van Gent, langjähriger Auslandskorrespondent für Griechenland und die Türkei, wird all dies im Gespräch mit Roger Schawinski kritisch rekapitulieren und einordnen. Auch wird die Kontroverse um abgesagte Wahlkampfauftritte des türkischen Aussenministers Mevlüt Cavusoglu im Ausland zur Sprache kommen. Mit den Niederlanden, die derlei Stimmenfang rigoros den Riegel vorschoben, kam es zum diplomatischen Zerwürfnis. Auch die Schweiz zog sich viel Unmut aus Ankara zu: Im Raum Zürich wurde ein geplanter Auftritt wegen Sicherheitsbedenken unlängst «verschoben».

Der Niederländer Werner van Gent, geboren 1953 in Utrecht, wird ganz sicher auch den Streit seines Heimatlandes mit der Türkei thematisieren. Seit 30 Jahren arbeitet der sympathische Journalist als Südosteuropa-Korrespondent für schweizerische und deutsche Medien. Mit 19 kam er einst nach Zürich, um Soziologie zu studieren. Dem Schweizer Fernsehen hielt er bis heute die Treue. Sein markanter holländischer Akzent wurde das Markenzeichen dieses kompetenten und besonnenen Kosmopoliten, der nebenberuflich auch Studienreisen organisiert.

Der TV-Talk «Schawinski» mit Werner van Gent läuft am Montag, 20. März, um 22.55 Uhr auf SRF 1. Mit Swisscom TV Replay können Sie die Sendung bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung anschauen.

Streit zwischen Deutschland und Türkei wird schärfer

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