16.07.2017 - 00:00, tsch

Ein wahrhaft liebenswürdiger Tollpatsch

 

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Wiedersehen mit Alfred Rasser, einem der Grossen des Schweizer Kabaretts: Der liebenswürdig-einfältige HD Läppli provoziert seine Vorgesetzten und hält alle auf Trab - und das in bestmöglicher Bildqualität.

Mit seiner Darstellung des tollpatschigen Soldaten «HD Läppli» (1959) (HD steht übrigens für Hilfsdienst) wurde Alfred Rasser (1907 bis 1977) bei Publikum und Kritikern gleichermassen populär. Inspiriert von dem berühmten Soldaten Schwejk des tschechischen Autors Jaroslav Hasek dachte er sich diese Figur schon 1945 aus und nahm damit Auswüchse von Militarismus, die damit verbundenen Hierarchien sowie Ideologisierungen aller Art gekonnt aufs Korn. Obwohl ihm immer wieder bei Theateraufführungen, aber auch bei der Verfilmung 1959 Steine in den Weg gelegt wurden, gehört «HD-Soldat Läppli» inzwischen längst zu den unsterblichen Klassikern der Schweizer Kinogeschichte. Daher hat das Schweizer Fernsehen den Film in High Definition restauriert und zusätzlich mit einer eigens produzierten Audiodeskriptionsfassung ergänzt. SRF 1 wiederholt den Klassiker zur Primetime.

Versteckter Charme und ein goldenes Herz

Generalmobilmachung 1939: Irrtümlich wird der tollpatschige Verkäufer Theophil Läppli (Alfred Rasser) wegen antimilitärischer Reden inhaftiert. Als er deshalb viel zu spät mit einer Federdecke auf dem Mobilmachungsplatz eintrifft und selbst hier mit lockerem Mundwerk auftritt, wird er sogleich zum Psychiater abkommandiert.

Die Herren Doktoren wissen offenbar aber auch nicht, wo sie nun den patriotisch veranlagten, äusserst geschwätzigen und offensichtlich leicht verrückten Füsilier unterbringen sollen und schicken ihn in eine Hilfsdienstkompanie. Dort kann er wenigstens keinen Schaden anrichten. Und so landet HD Läppli in Schaffhausen, wo er dem welschen Oberleutnant Clermont (Bernard Junod) zugeteilt wird.

Die Psychiater haben sich allerdings gründlich geirrt in ihrer Annahme, denn Läppli braucht nur wenige Stunden, um das Leben seines Vorgesetzten ins totale Chaos zu stürzen: Clermonts Kanarienvogel wird von der Hauskatze verspeist, auf die Vermieterin ist Läppli mit dem Gewehr losgegangen, weshalb diese klagen will, und Fräulein Alice Brodbeck (Editha Nordberg) lässt den jungen Offizier abblitzen, obwohl die ganze Sache zunächst ziemlich viel versprechend ausgesehen hat. Ursache war natürlich Läppli: Er sollte die Liebesbriefe überbringen und hat dabei gründlich versagt. Und dann wird Clermont in den Jura versetzt - seinen Putz muss er natürlich mitnehmen. Während der Zugreise schafft es HD Läppli, einen in Zivil reisenden Generalstabsoffizier auf die Palme zu bringen, und dann zieht er auch noch die Notbremse.

Für die Kinoadaption seiner Satire schlug Alfred Rasser mildere, versöhnlichere Töne an, als man sie auf den Kabarettbühnen in den Nachkriegsjahren verfolgen konnte. Seiner Paradefigur des HD Läppli hat er hier versteckten Charme und ein goldenes Herz verliehen und ging damit in die Kinogeschichte der Schweiz ein.

Die digital restaurierte Version von «HD-Soldat Läppli» läuft am Sonntag, 16. Juli, um 20.05 Uhr auf SRF 1. Mit Swisscom TV Replay können Sie die Sendung bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung anschauen.

Das sind die Serien-Highlights im Juli

  • Der Winter ist da!
  • The Good Place, Staffel 1, ProSieben Fun, 1. Juli
  • The Magicians, Staffel 1, Amazon Prime Video, 1. Juli
  • Rosewood, Staffel 1, kabel eins, 1. Juli

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