12.01.2018 - 08:22, aktualisiert: 08:00

Gary Oldman als Churchill: «Nikotin-Vergiftung war ein Problem»

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von Uli Hesse, dpa
 

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Seine unglaubliche Verwandlung in den Staatsmann Churchill werde ihm den Oscar einbringen, hiess es - sogar noch bevor der Film «Die dunkelste Stunde» in die Kinos kam. Gary Oldman im Gespräch.

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Gary Oldman wirkt drahtig, witzig und vor allem gesund – das Gegenteil des korpulenten Staatsmann Winston Churchill, der eine Zigarre nach der anderen rauchte und im Bett, auf der Toilette und in der Badewanne arbeitete. In der Filmbiografie «Die dunkelste Stunde» spielt der 59-Jährige den legendären Staatsmann. In London stellte sich der Brite den Fragen der Deutschen Presse-Agentur. 

Für die meisten Männerrollen in Hollywood muss man muskulös sein. Wie war diese Verwandlung ins Gegenteil?

Gary Oldman: Ich sehe Churchill überhaupt nicht ähnlich, und trotzdem gab Regisseur Joe Wright mir diesen grossen Vertrauensvorschuss. Sogar Spezialeffekte-Designer Kazuhiro Tsuji sagte, es werde sehr schwierig. Aber wenn es jemanden in der Welt gibt, der das schaffen kann, dann er. Wir gingen alle mit blindem Vertrauen rein. Ich erinnere mich, dass ich hier in London auf einem Balkon mit Blick auf die Downing Street stand und mein damaliger Produzenten-Partner sagte: «Weisst du was? Churchill!» Und ich lachte mich krank. Stan Laurel hätte ich mir noch vorstellen können. Aber nicht diesen grossen, robusten Mann. Was für ein Geschenk, die Chance zu haben, diesen Mann zu spielen und die Worte «Blut, Tränen und Schweiss» zu sagen (Churchills bekannteste Rede vor dem britischen Parlament).

Gary Oldman als Winston Churchill in «Die dunkelste Stunde»

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Trugen Sie einen Fettanzug oder haben Sie zugenommen?

Oh nein, das war alles Polsterung. Man nimmt natürlich vom verdammten Essen am Set zu, das passiert immer. Aber wenn man von diesem Zeug umhüllt ist, kann man naschen, ohne dass es auffällt!

Ist Ihnen nach dem Dreh etwas von Churchill geblieben?

Nikotinvergiftung war ein Problem ...

Sie haben in der Vergangenheit einige Bösewichte gespielt. Wie war es, einen Helden zu spielen, besonders einen wie Churchill?

Es war eine bewusste Entscheidung, den Guten zu spielen. Ich habe ein paar Gangster gespielt, und nach der ganzen Luc-Besson-Geschichte wurde ich immer auf einen Typen festgelegt: «Wir brauchen einen Bösewicht, meinst du, wir können Gary dazu bringen, für eine Szene vorbeizukommen?».

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Wie wählen Sie Ihre Rollen?

Oft sind das die einzigen, die durch den Briefkastenschlitz flattern! Es ist nicht so, dass ich auf sieben oder acht oder zehn Angeboten hocke. Nehmen Sie «Nil by Mouth» (Oldmans Regiedebüt 1997) - ich konnte keinen Penny auftreiben. Aber dann sagte Luc Besson: «Klar mache ich Garys Film.» Er hatte das Drehbuch nicht einmal gelesen. Und er machte den Deal auf einer Papierserviette und sagte: «Okay». Und als es um das «Fünfte Element» ging (mit Luc Besson als Regisseur), las ich das Skript und wusste, jetzt kann ich mich revanchieren. Der Anruf kam, und ich sagte: «Klar mache ich es.» Da wusste ich noch nicht, dass ich dieses komische Ding aus Gummi auf dem Kopf tragen musste!

Zur Person

Der 59-jährige Schauspieler Gary Oldman ist vor allem für seine vielseitigen Porträts bekannt - von «Sex Pistols»-Bassist Sid Vicious bis hin zu Ludwig van Beethoven. In den 90ern machte er sich als Bösewicht einen Namen («Léon - der Profi», «JFK – Tatort Dallas»). Die Hauptrolle in «Dame, König, As, Spion» brachte ihm 2012 eine Oscar-Nominierung ein. Für seine Rolle in «Die dunkelste Stunde» (läuft derzeit in unseren Kinos) gewann er gerade den Golden Globe als bester Hauptdarsteller.

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