17.02.2017 - 10:00, dpa/bsg

Das Geschäft mit der Schönheit: Wie Miss Wahlen und TV-Shows junge Frauen gefährden

 

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Fernsehshows wie «Germany's Next Topmodel» und «Der Bachelor» setzen auf weibliche Reize - und sind umstritten. Auch Miss-Wahlen machen mit der Schönheit ihr Geschäft. Wie fragwürdig ist das?

Heidi Klum sucht Topmodels und lässt vor der Fernsehkamera publikumswirksam junge Frauen aufmarschieren. Schönheitswettbewerbe locken auf den Laufsteg und versprechen Erfolg im Scheinwerferlicht. Und auch die RTL-Kuppelshow «Der Bachelor» sowie andere Sendungen setzen auf weibliche Reize. Das Geschäft mit der Schönheit in Show und Fernsehen spricht Zuschauer an, zieht aber auch Kritik auf sich. 

«Die Ladys zeigen im Bikini, was sie haben», wirbt die derzeit laufende RTL-Sendung «Der Bachelor» für sich und um die Gunst der Zuschauer. Frauen, leicht bekleidet, präsentieren sich und buhlen um den gleichen Mann, der sie auswählen soll. Und auch beim Schweizer «Bachelor» präsentierten sich einige Frauen von ihrer freizügigen Seite und schafften so den Sprung ins Rampenlicht. Unvergessen auch, wie offen Vesna und Kristina sich beim Schweizer «Bachelor» präsentierten. Beide Frauen kamen, kaum überraschend, ins Finale.

«GNTM» macht Quote mit den Hoffnungen junger Frauen

Auch die ProSieben-Show «Germany's Next Topmodel» mit Model Heidi Klum rückt junge Frauen und deren Äusseres ins Blickfeld. Es lockt eine spätere Karriere als Topmodel. Die Show, deren aktuelle Staffel derzeit ausgestrahlt wird, läuft nach Angaben des Senders gut. Doch seit dem Start 2006 gibt es auch Kritik.

In der Klum-Show gebe es eine Fokussierung auf Äusserlichkeiten, sagen Medienexperten von «Flimmo», einem Portal für Medienerziehung aus München. Es werde, um Einschaltquoten und möglichst grosse Aufmerksamkeit zu erreichen, mit den Hoffnungen junger Frauen gespielt. Eine Karriere als Topmodel sei unwahrscheinlich. Und «Der Bachelor» vermittle ein fragwürdiges Frauenbild.

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Ein Mann, von Frauen umkämpft. Ist dieses Frauenbild überholt?
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Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen warnt davor, ahnungslos an solchen Sendungen teilzunehmen. Es bestehe die Gefahr, vorgeführt und öffentlich in ein schlechtes Licht gerückt zu werden, sagt eine Sprecherin des Verbandes. Vor allem labile Persönlichkeiten könnten Schaden nehmen, auch dauerhaft.

Miss Wahlen – die ältesten Casting-Shows der Welt

Auch Miss-Wahlen sind davon nicht ausgeschlossen. Schliesslich sind sie so etwas wie die älteste Castingshow der Welt, wie der Veranstalter der Wahlen zur «Miss Germany» zugab. Bei den Wahlen zur «Miss Schweiz» geht es zwar etwas gesitteter zu, aber auch hierzulande mussten die Anwärterinnen in einer TV-Show im Vorfeld der Wahl ausgiebig beweisen, dass sie das Zeug haben, schön auszusehen. Am Wahlabend selber gehört die Präsentation von Unterwäsche natürlich auch dazu.

Nun wechselte die Organisation der «Miss Schweiz»-Wahlen und lässt sich ein Jahr Zeit für eine Überarbeitung des Konzeptes. Ihr Ziel: Die Suche nach «einer Miss Schweiz, einer starken Persönlichkeit mit Ausstrahlung, die die Schweiz mit Herzlichkeit, Bodenständigkeit und Offenheit repräsentiert».

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Miss Schweiz Lauriane Sallin

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