09.10.2017 - 14:28

«Bachelor» Joel Herger: «Ich wurde recht übel zugerichtet»

von Cilgia Grass, Redaktorin
 

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Hat ihn Amors Pfeil getroffen? Was hat es mit seinen Muckis und Tattoos auf sich? Und wie dunkel ist seine Vergangenheit wirklich? «Bluewin» fühlte dem neuen Bachelor Joel Herger (34) auf den Zahn.

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«Bluewin»: Weil es viele brennend interessiert, gleich vorneweg: Sind Sie verliebt?

Bachelor Joel Herger: (lacht) Ich bin tatsächlich verliebt, ja.

Wie sehr auf einer Skala von 0 bis 10? Bis über beide Ohren?

Es ist natürlich noch relativ frisch, aber der erste Schritt ist gemacht. Ich würde sagen, eine gute 5. Die nächste Zeit soll natürlich entscheiden, ob wir bis zur 10 kommen.

Was hat Sie bewogen, öffentlich im Fernsehen nach Ihrer Traumfrau zu suchen?

Ich habe gefunden, dass es eine sehr gute Möglichkeit ist. Wo sonst hat man die Chance, 21 Frauen auf einen Schlag kennenzulernen? Und wer weiss, vielleicht ist ja die Traumfrau tatsächlich darunter. Und wenn nicht, ist es immerhin eine sehr gute Erfahrung fürs Leben.  

Ist es nicht auch einfach ein bisschen PR für das Mucki-Futter, das Sie verkaufen?

Es wäre gelogen zu sagen, dieser Gedanke hätte da nicht mitgespielt. Aber hauptsächlich ging es mir schon darum, die 21 Frauen kennenzulernen. Und diese Entscheidung habe ich definitiv nicht bereut. Es sind sehr gute Charaktere darunter, und ich bin froh, dass ich diese Frauen alle kennenlernen durfte. Nicht nur die Siegerin, auch die anderen Frauen.

Rapper Skor, Ihr Cousin, sagte zu SI Online: «Joel ist überhaupt kein Player. Er hatte stets lange feste Partnerinnen.» Woran scheiterte Ihre letzte Beziehung?

(lacht) Ich wusste, dass dieses Statement irgendwann mal noch zitiert wird. Ich hatte vier langjährige Beziehungen, hatte aber auch öfter mal eine Beziehung, die nicht so lange gedauert hat. Das hat er nicht mitbekommen. Wir wohnen nicht gerade nebeneinander. (schmunzelt) Und er weiss sicher nicht alles. Aber die vier Frauen hat er natürlich mitbekommen.

Wie lange dauerte die längste Beziehung?

Dreieinhalb Jahre.

Woran scheiterte Ihre letzte Beziehung?

Wir haben gemerkt, dass wir irgendwie auf einer anderen Ebene stehen. Dass wir andere Ziele haben im Moment. Wenn man 20 ist, kann man sagen, das entwickelt sich vielleicht noch. Aber ich bin jetzt 34 und will meine Zukunft schon mal planen können. Dann muss man auf einer Wellenlänge sein und die gleichen Zukunftspläne haben. Das war nicht der Fall. Deshalb haben wir gesagt, wir lassen es sein. Auch wenn sie eine wunderbare Frau ist.

Blond, brünett? Auf welchen Typ Frau stehen Sie?

Ich habe keine Vorlieben. Für mich muss optisch das Gesamtbild passen. Ob das jetzt blaue Augen und braune Haare sind oder blonde Haare. Es dürfen auch rote Haare sein. Es ist völlig egal. Es muss mich einfach ansprechen.  

Wie kann eine Frau Sie für sich gewinnen?

Sie muss gut mit den Augen flirten können. Und vielleicht die richtigen Worte treffen, wenn sie mit mir spricht.

Was wären die richtigen Worte?

Keine plumpen Aussagen, nicht einfach «Hoi, wie gats?», sondern etwas Aussagekräftiges. Zum Beispiel eine Frage, bei der ich denke: «Die hat mir jetzt noch niemand gestellt.» Man muss einen interessanten Einstieg in das Gespräch finden.

Sie haben vorhin von der Zukunft geredet. Kommen darin Kinder vor?

Ja. Ich möchte in den nächsten fünf Jahren sicher Nachwuchs haben, und dafür brauche ich natürlich die richtige Frau an meiner Seite. Ich setze mich nicht unter Druck, aber ich habe auch nicht mehr viel Zeit zu verlieren, was das betrifft.

Wie viele Kinder hätten Sie gerne? Eine Fussballmannschaft oder weniger?

(lacht) Eine Fussballmannschaft muss es nicht gerade sein. Ich starte mal mit einem. Und wenn dann der Wunsch nach einem zweiten da sein sollte, wäre das natürlich schön.

Wer hat Sie eigentlich für den «Bachelor» angemeldet?

Ich wurde angesprochen und habe dann erst einmal Nein gesagt. Weil ich nicht wusste, ob ich eine öffentliche Person werden möchte, die überall erkannt wird. Man weiss im Vorfeld nicht, wie sich das dann auswirkt aufs Leben. Ich war mir da zu wenig sicher. Dann wurde ich nochmals angesprochen, eineinhalb Monate später. Dann habe ich die ganze Entscheidungsfindung nochmals durchlaufen und bin dann zum Schluss gekommen, dass wir nur einmal leben und man eigentlich alle Chancen ergreifen sollte. Ich habe mich vor drei Jahren selbständig gemacht, das war auch ein Risiko. Trotzdem habe ich mich bewusst dafür entschieden. Dann habe ich gefunden: «Machs einfach. Im schlimmsten Fall hast du an Lebenserfahrung gewonnen.» 

Haben Sie ein bisschen Angst davor, was Ihre Teilnahme auslösen könnte?

Klar sollte man von solchen Sachen immer ein bisschen Respekt haben, sonst würde man blauäugig handeln. Aber durch den Respekt habe ich mich dementsprechend verhalten. Ich war authentisch. Ich habe mich nicht in ein Schema drängen lassen. Ich bin bis jetzt im Leben immer gut gefahren, wenn ich mich selber war. Und ich denke, dass das auch jetzt nicht allzu schlecht ankommen wird.

Was hat Ihre Mutter zum Entscheid gesagt?

(lacht) Sie fand das mega cool. Sie hat da ein bisschen die gleiche Einstellung wie ich: Du lebst nur einmal im Leben, und irgendwann bereust du es, wenn du es nicht gemacht hast. Machs einfach. Es wird immer negative Kommentare geben, dessen muss man sich im Vorfeld bewusst sein. Aber das gehört auch dazu.

Und wie haben die Freunde reagiert?

95 Prozent der Feedbacks waren positiv. Aber natürlich gibt es auch im Kollegenkreis Leute, die finden: «Bist du sicher? Der Schuss kann auch nach hinten losgehen.» Es gab auch ein, zwei Ex-Freundinnen, die gesagt haben: «Ich schaue sicher nicht zu, wie du mit 21 Frauen rummachst.» Was natürlich nicht der Fall sein wird.

Wie weit gehen Sie denn mit den 21 Damen so?

(lacht) Da habe ich Sie wohl gerade auf die nächste Frage gebracht… Ich kann nicht sagen, was genau passiert. Aber ich kann sagen, dass die Bachlors vor mir teilweise sicher weiter gegangen sind als ich. Ich bin eher dezenter und zurückhaltender. Ich bin das Ganze ein bisschen seriöser angegangen 

Im Vorfeld war zu lesen, dass Sie «eine dunkle Vergangenheit» haben, in jungen Jahren in den falschen Kreisen verkehrten. Was ist passiert?

Wie in jeder grösseren Stadt auf dieser Welt gibt es auch in Zürich eine Szene, die ein bisschen dunkler ist. Eine Szene, die mit Betäubungsmitteln und mit Gewalt in Konflikt kommt. Dort bin ich durch falsche Kontakte irgendwann mal gelandet. Und leider Gottes habe ich dort ein paar Jahre verbracht und musste viel miterleben.  

Sind Sie mit dem Gesetz in Konflikt geraten?

Nein. Ich hatte das Glück, den Ausstieg zu schaffen.

Wie haben Sie das fertiggebracht?

Das kam von mir selber aus, nachdem ich von einer Gruppe von jungen Leuten rein willkürlich ausgesucht und verprügelt wurde. Ich wurde in eine Falle gelockt. Zwei Leute machten mich schräg an. Ich habe gedacht: «Die sind bloss zu zweit, da lasse ich mich nicht in die Ecke drängen.» Dann kamen plötzlich fünf andere dazu. Einer gegen Sieben – das war dann eine relativ kurze Sache. Ich habe dann gefunden: «Ok, wenn das in Zukunft so ablaufen soll, will ich kein Teil davon mehr sein.» Ich habe dem Ganzen den Rücken zugekehrt, alle Kontakte abgebrochen. Habe mich auf andere Sachen konzentriert im Leben, auf meine Arbeit und meine Karriere.

Wie schwer wurden Sie verletzt?

Ich wurde recht übel zugerichtet. Ich habe eine Narbe (zeigt auf den Winkel seines rechten Auges). Sie geht über den ganzen Kopf hinweg. Ich hatte einen dreifachen offenen Nasenbeinbruch. Ich hatte Glück, dass den Zähnen und dem Kiefer nichts passiert ist. Diese Erfahrung hat mich bewogen zu sagen: «Da will ich nicht mehr mitspielen. Das ist mir zu heiss.»

Sie waren im Spital?

Ja. Nicht so lange, weil ich habe, seit ich ein Kind war, eine Abneigung gegen Spitäler. Ich habe mich selber vorzeitig entlassen. Ich musste unterschreiben, dass ich auf eigenes Risiko entlassen werde.  

Ist diese Erfahrung ein Grund dafür, dass Sie so sehr an Ihrem Körper arbeiten?

Es ist eine Art Konsequenz daraus. Dadurch, dass ich meine Zeit nicht länger in der Szene investiert habe, musste ich etwas anderes suchen. Neben der Arbeit fing ich an, ins Fitnessstudio zu gehen. Aber das richtige Training hat vor drei Jahren angefangen, als ich mich selbständig gemacht habe. Ich habe mir gedacht, wenn ich schon die ganze Supplementierung verkaufe, kann ich auch mit einem richtigen Training anfangen. Ich habe angefangen, vier- bis sechsmal pro Woche zu trainieren, je nach Zeit. Ich habe den Schritt nie bereut. 

Wenn man Sie so sieht, überlegt man schon, ob man sich mit Ihnen anlegen möchte…

Das sollte aber nicht das Ziel sein. Der Grund ist wirklich eher Eitelkeit. Versuchen, so gut wie möglich auszusehen, aber dabei nicht übertreiben. Ich möchte nicht so viel Masse wie ein Bodybuilder, sondern eher einen sportlich ästhetischen Körper.

Das Erste, was man von Ihnen öffentlich gesehen hat, waren ja Ihre Bauchmuskeln. Die gaben bereits zu reden, weil die einen fanden, das seien zu viele Muskeln.

Das Foto ist etwa ein Jahr alt. Dort habe ich noch mehr trainiert und war rund 10 Kilogramm schwerer als jetzt. Ich wollte mal Richtung Bodybuilding, hab dann aber gemerkt, dass mir das selber zu viel war. Jetzt gehe ich nicht nur ins Studio, sondern mache auch Ausdauertraining.  

Die 21 Damen haben also ein bisschen weniger Sixpack zu sehen bekommen?

(lacht) Richtig.

Sie verteilen ja jetzt bald Rosen. Haben Sie Ihren Freundinnen manchmal auch Rosen oder Blumen heimgebracht?

(lacht) Das sind tatsächlich nicht die ersten Rosen, die ich in meinem Leben verschenkt habe.  

Was war für Sie das Schwierigste an der Nacht der Rosen?

Je weniger Frauen noch im Rennen sind, desto enger wird die Verbindung, die man hat. Dann jemandem keine Rose zu geben, der sicherlich auch eine verdiente hätte, abwägen, wer weiterkommt und wer nicht, das war das Schwierigste.

Wie viele Tattoos haben Sie?

Wenn man den Arm als eines zählt, habe ich drei.

Was soll die Pistole auf dem Bizeps?

Das ist ein Mahnmal an die Zeit, die ich damals erlebt habe. Es symbolisiert, dass ich damit abgeschlossen habe. Das ich weiss, dass das damals nicht gut war und dass ich das nicht nochmals haben will.

Haben Sie auch Kollegen verloren?

Zwei Leute sind aus dieser Szene nicht mehr rausgekommen.

Was steht auf dem Unterarm?

In ewiger Erinnerung an Minouche. Das war meine Katze, die gestorben ist. Sie war 18 Jahre mit mir zusammen.  

Sind Sie ein Katzenfreund?

Generell ein Tierfreund. Ich habe aber aber keine Tiere mehr. Minouche war ein Familienmitglied und als solches unersetzlich.

Sie haben in der Leistengegend noch ein Kreuz…

Genau, mit drei Buchstaben darüber. A für Anton, meinen Vater. F für meine Schwester Fabienne. Und S für Susan, meine Mutter. Ich wollte sie verewigt haben. So sind sie immer bei mir.  

Sind Sie ein gläubiger Mensch, dass Sie ein Kreuz gewählt haben?

Das Kreuz ist rund 17 Jahre alt. Damals war ich noch in einer anderen Lebensphase. Da spielte der Glaube noch eine Rolle. Ich bin katholisch aufgewachsen, aber mittlerweile konfessionslos – und Agnostiker. Ich glaube, dass etwas da ist, das über uns steht und uns führt, aber nicht ein Gott, der alles leitet.

Haben Sie noch weitere Tattoos?

(zieht den Kragen seines Shirts auf der rechten Seite ein wenig runter). Über dieses wurde spekuliert. Es heisst «Can I Say» und nicht «Can I Soy», wie berichtet wurde. Es hat also nichts mit Soya zu tun. «Can I Say» ist die Autobiographie von Travis Barker, dem Schlagzeuger von Blink-182. Er ist einer meiner Lieblingskünstler. Der ganze Titel lautet eigentlich «Can I Say: Living Large, Cheating Death and Drums, Drums, Drums». Er hat viel durchgemacht, hatte auch Nahtoderfahrungen. Ich kann mich mit ihm identifizieren und finde ihn als Persönlichkeit mega cool.  

Blink-182 machen Punk-Rock. Ist das in dem Fall Ihre Musik?

Ja. Ich höre sie zum Beispiel sehr gerne, wenn ich trainiere. Aber ich mag viele Stilrichtungen und bin nicht festgefahren.

Welchen Vorgänger nehmen Sie sich zum Vorbild?

Nicht zum Vorbild, ich will ja niemanden imitieren. Ich bin etwas völlig anderes als alle anderen vor mir. Aber der, der mir am meisten zugesagt hat, ist eigentlich Lorenzo. Weil er vom Typ her am ehesten so ist wie ich. Er hat gewusst, wo es beruflich hingeht in seinem Leben, war erfolgreich. Und er war sportlich. Und war ein seriöser Mensch. Deshalb habe ich ihn den besten Kandidaten gefunden bis jetzt.

Janosch Nietlispach, Bachelor 2016

  • Janosch Nietlispach ist neuer «Bachelor»
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