05.10.2017 - 10:15

«Blade Runner»-Stars schwärmen von Schweizer Schauspielerin

von Marlène von Arx, Hollywood-Kolumnistin
 

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Die Zukunft ist zurück: Hollywood-Stars Harrison Ford und Ryan Gosling sowie Regisseur Denis Villeneuve über das bereits viel gelobte «Blade Runner»-Sequel, künstliche Intelligenz und die Schweizer Schauspielerin Carla Juri.

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Harrison Ford, nach 35 Jahren kommt erstmals ein «Blade Runner»-Sequel in die Kinos. Stimmte Sie die Rückkehr nostalgisch?

Harrison Ford: Nein, nicht nostalgisch, aber mitfühlend. Ist das das richtige Wort? Ich glaube schon. Ich bin schon gefühlsanfällig, aber ich sitze nicht rum und wünsche mir, ich wäre wieder da, wo ich herkam. Ich bin ganz zufrieden da, wo ich jetzt bin.  

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Unsere Hollywood-Kolumnistin Marlène von Arx trifft Harrison Ford und spricht mit ihm über das «Blade Runner 2049»-Sequel.
Bild: ZVG

Ryan Gosling, Sie waren noch nicht einmal zwei Jahre alt, als «Blade Runner» in die Kinos kam. Welche Erinnerungen haben Sie ans Original?

Ryan Gosling: Ich war etwa zwölf, als ich den Film sah und ich wusste nicht recht, was ich davon halten sollte. Ich fragte mich damals noch nicht, was es heisst, ein Mensch zu sein. Aber der Film liess einem irgendwie nicht los. Deshalb wurde er ja auch ein Kultklassiker.

Ryan Gosling

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Ein Kultklassiker, zu dem Sie, Denis Villeneuve, nun eine Fortsetzung inszeniert haben. Wie schwierig war es, diese Verantwortung zu übernehmen?

Denis Villeneuve: Es wurden mir schon viele Scifi- und andere grosse Filme angeboten, aber ich lehnte immer ab. Weil ich nicht einer jener unerfahrenen Regisseure sein wollte, die solche Jobs bekommen, denen das Studio aber dann bei allem dreinredet. Ich will nicht Opferlamm sein, sondern Kapitän. Wenn das Boot sinkt, sinke ich damit und es ist meine Schuld und nicht die des Studios, wenn der Film nicht ankommt. Und ich brauche auch Zeit, ein bestehendes Universum mein eigenes zu machen: Was ich nämlich auch nicht sein will ist ein Graffiti-Künstler in einer Kirche oder ein schadender Parasit. Der Entscheid fiel mir also nicht leicht. Aber als ich das Drehbuch zu «Blade Runner 2049» las, war es mir das grösste Risiko meiner Karriere wert.  

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Marlène von Arx trifft Denis Villeneuve. Der Regisseur steht der Hollywood-Kolumnistin zu seinem Film «Blade Runner 2049» Rede und Antwort.
Bild: ZVG

Was hat Sie am Drehbuch angesprochen?

Harrison Ford: Ich war froh, dass 30 Jahre vergangen waren und ich die Figur entsprechend weiter entwickeln konnte. Und dass bei all den spektakulären Dimensionen des Films eine tiefe, emotionale menschliche Geschichte der Kern geblieben ist. Und wenn ich «menschlich» sage, meine ich auf «Blade Runner»-Art.

Ryan Gosling: Als Fan wollte ich natürlich wissen, wie es mit dieser Welt und ihren Figuren weitergegangen ist, aber man muss immer schauen, ob ein Film auch für sich alleine stehen kann, wenn man so eine Fortsetzung anpackt und ob es die Mühe und den emotionalen Einsatz wert ist. Das war in diesem Fall sicher so und dass das ursprüngliche Trio -  Drehbuchautor Hampton Fancher, der damalige Regisseur Ridley Scott als Produzent und Star Harrison Ford - dahinterstanden, war zudem beruhigend.

Wie war die Zusammenarbeit untereinander?

Ryan Gosling: Bei Kämpfen mit Harrison muss man aufpassen, dass man nicht wirklich eines in die Fresse bekommt. (lacht) Aber sonst ist er der beste Partner, den man sich wünschen kann. Und ein unglaublicher Geschichtenerzähler. Als Schauspieler eine Figur zu kreieren, die das Publikum über Jahre immer wieder sehen will, ist ein grosses Glück - bei Harrison ist das ja mehrmals passiert, dass er diese kulturellen Eckpfeiler für uns geschaffen hat. Aber er kriegt das ja nicht mit, weil er zu beschäftigt ist, sie zu spielen. Für mich war es toll, ihm dabei zuzusehen.

Harrison Ford: Mein Tipp an die Jungen ist jeweils einfach nur: Seid nützlich. Der grossartige, witzige und kluge Regisseur Mike Nichols hat zu mir mal gesagt: «Schau zu, dass sie dich nicht zu einer Sache machen.» Mehr erkläre ich nicht dazu, man kann sich seine eigenen Gedanken dazu machen.  

Im Ensemble gab es auch einige junge Frauen, darunter die Schweizerin Carla Juri. Wie kam sie zur Rolle?

Denis Villeneuve: Das Tolle an so grossen Filmen ist, dass man sein Ensemble in der ganzen Welt zusammensuchen kann. So habe ich die Casting-Agenturen auf allen Kontinenten nach den neuen Talenten Ausschau halten und auf Video aufnehmen lassen. Carla Juri war eine von ihnen. Dann habe ich mir Clips von ihr angesehen und schliesslich den ganzen Film «Feuchtgebiete». Ich war sehr beeindruckt und sie war ganz stark beim Vorsprechen. Ich wollte sie unbedingt haben. Von ihr wird man in Zukunft noch viel hören. Und Ryan Gosling war von ihr ebenfalls sehr beeindruckt.

Ryan Gosling: Stimmt. Ich habe mir «Feuchtgebiete» auch angeschaut, nachdem ich hörte, dass wir zusammenarbeiten. Sie ist ein unglaubliches Talent.  

Harrison Ford: Ja, sie war super.

Ryan Gosling: Es war eine wunderbare Erfahrung, mit dieser Figur, die sie zum Leben erweckte, zu agieren. Mehr darf ich leider nicht sagen.

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«Blade Runner 2049» gehört zu jenen Filmen, über die man besser nicht zu viel verrät. Aber die Frage, wie sich der Mensch in Zukunft von künstlich intelligenten Robotern unterscheidet, können wir sicher anschneiden. Wie denken Sie darüber?

Harrison Ford: Sie unterscheiden sich nur noch in der Art, wie sie gemacht werden - die sogenannten Replikanten werden nicht auf die altmodische, spassige Art erzeugt, sondern sie werden in einem Labor gezüchtet oder in einer medizinischen Fabrik produziert. Und sie sind ein Besitz. Was wir im ersten Film zeigten, kommt jetzt erschreckend nahe an die Wirklichkeit. Wir können Menschen in einer Petrischale herstellen. Nur aus moralischen Überlegungen haben wir das noch nicht gemacht. Und so wird die Menschlichkeit erhalten: durch das Fällen von moralischen Entscheiden.

Denis Villeneuve: Die Roboter werden aber auch segregiert und als eine andere Kaste beurteilt. Sie sind Sklaven. Sind sie auch Bürger? Da muss man sich ernste Fragen stellen.

Ryan Gosling: Die Frage, was es bedeutet Mensch zu sein, die Suche nach der eigenen Identität, beschäftigt sicher nicht nur mich, sondern jeden von uns. Der Film spricht auch die Isolation durch die Technologie und das Problem der Überbevölkerung an. Aber das ist letztlich nur das Ambiente, «Blade Runner 2049» ist kein belehrender Film. Im Herzen erzählen wir eine einfache, emotionale Geschichte.  

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Unsere Hollywood-Kolumnistin Marlène von Arx spricht mit Ryan Gosling über «Blade Runner 2049».
Bild: ZVG

«Blade Runner 2049» von Denis Villeneuve mit Ryan Gosling, Harrison Ford und Carla Juri läuft ab Donnerstag, 5. Oktober, in den Schweizer Kinos.

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