«Die Simpsons» Nach Rassismusvorwürfen: Muss Apu verschwinden?

dpa

20.1.2020

Hank Azaria verleiht Apu seine Stimme nicht mehr – dies nach heftigen Diskriminierungsvorwürfen.
Hank Azaria verleiht Apu seine Stimme nicht mehr – dies nach heftigen Diskriminierungsvorwürfen.
Keystone/Matt Groening

Zuerst geht Apu-Stimme Hank Azaria und nun soll sein Charakter komplett verschwinden? Jein, meinen die Macher. Apu Nahasapeemapetilon könnte auch einen neuen Sprecher bekommen.

In der US-Zeichentrickserie «Die Simpsons» steht Supermarktbesitzer Apu Tag und Nacht hinter der Kasse seines Ladens – jetzt hat ein alter Streit über die Figur offensichtlich deutliche Konsequenzen. Möglicherweise verschwindet Apu gänzlich aus dem «Simpsons»-Universum. Nach zunehmenden Rassismusvorwürfen wegen der Darstellung des Charakters indischer Herkunft hört sein amerikanischer Sprecher Hank Azaria nämlich laut einem Bericht auf. Führende US-Medien zitierten übereinstimmend aus einem Interview des Blogs «/Film» mit Azaria. Dessen Management bestätigte die Zitate am Wochenende auf Nachfrage zunächst nicht.

«Wir haben die Entscheidung alle gemeinsam getroffen», sagte der Sprecher im Interview mit «/Film». «Wir glauben alle, dass es die richtige Sache ist.» Unklar ist dabei Azaria zufolge, was mit Apu passiert. Das sei die Entscheidung von den Machern der Serie. Es ist möglich, dass der beliebte Charakter damit ganz aus der Serie verschwindet, er könnte aber auch einen neuen Sprecher bekommen.



Die stereotype Darstellung der Figur Apu Nahasapeemapetilon schlug 2018 wegen der Doku «The Problem with Apu» (Das Problem mit Apu) von Hari Kondabolu hohe Wellen. Azaria, der selbst keine indischen Wurzeln hat, spricht Apu mit starkem indischen Akzent. Der betreibt den «Kwik-E-Mart» in Springfield und ist Vater von acht Kindern.

Zu simpel und rassistisch sei diese Darstellung, lautete der Vorwurf Kondabolus. Auch wenn einige die Serie verteidigten und vorbrächten, alle Figuren seien simpel und verkörperten Stereotype, sprach der Dokumentarfilmer nicht nur US-Amerikanern mit südasiatischen Wurzeln aus der Seele. Die Serienmacher reagierten. In einer Szene reden Lisa und Marge über «politisch unkorrektes» Verhalten. Das löste allerdings neue Kritik aus: Mehrere US-Medien und Komiker erklärten, die Serie habe in der Debatte das Ziel verfehlt.



Zu den neuen Entwicklungen schrieb Kondabolu auf Twitter: «Ich hoffe, sie behalten die Figur und lassen die talentierten Schreiber etwas Spannendes mit ihr anstellen.» Die Produzenten der Fox-Serie, die in Deutschland auf ProSieben läuft, äusserten sich zunächst nicht.

Und hier noch die Serien-Hits im Januar
Zurück zur Startseite