22.11.2015 - 11:22, Lukas Rüttimann

«Jetzt oder nie»: Mehr Kiki, bitte!

 

0 Bewertungen


Mit «Jetzt oder nie» hat Kiki Maeder ihre erste eigene Sendung erhalten. Wobei das Schweizer Fernsehen einmal mehr bewies, dass es Mühe mit neuen Stars hat.

Dass sich das Schweizer Fernsehen schwer damit tut neue Gesichter aufzubauen, ist ein altbekanntes Thema. Allerdings schien zuletzt Bewegung in die Sache gekommen zu sein: Jonas Projer und Viola Tami sorgen wie demnächst auch Linda Fäh dafür, dass Sven Epiney und Nik Hartmann nicht die einzigen Moderatoren sind, die das SRF seinen Zuschauern zumutet. Auch Kiki Maeder darf sich seit gestern zu diesem Kreis zählen: Mit «Jetzt oder nie – Lebe deinen Traum» erhielt die beliebte Co-Moderatorin von «Happy Day» die von vielen längst erwartete Chance, sich ohne ihre Hauptsendung zu beweisen.

Nerviges Branding

Wie ernst man es damit meint, kündigte dann aber schon der Trailer im Vorfeld an: Mit spektakulärer Penetranz wurde betont, dass «Jetzt oder nie» eine Sendung «der Macher von ‹Happy Day›» sei. Und damit das auch ja niemand vergisst, wurde ein entsprechender Button während der Show alle paar Minuten eingeblendet. Gerade so, als wollte man dem Publikum signalisieren, dass man Maeder vordergründig zwar eine eigene Sendung gibt, sie aber nicht wirklich von der Leine lässt. Unnötig war das Branding ohnehin. Denn letztlich könnte die Sendung auch von den Machern von «Star Wars» sein – den Zuschauer interessiert es nicht. Zumal der Verweis auf «Happy Day» für den einen oder anderen auch eher Grund zum Ab- als Einschalten sein könnte.

«Happy Day» vom 2. Mai 2015

  • Roebi
  • Roebi
  • Roebi
  • Roebi

So waren es vor allem die aus der samstäglich Tränenshow bekannten Ingredienzien, die bei «Jetzt oder nie» irritierten: schöne, aber manchmal allzu kitschig inszenierte Bilder. Unpassend pompöse Fanfaren zur Untermalung von Erfolgsmomenten. Der behäbige Schnitt. Und natürlich durfte auch «Happy Day»-Gesicht Röbi Koller nicht fehlen, der aus dem Off die Geschichten von Menschen erzählte, die ihren Traum verwirklichen. 

Von Ballett bis Football

Dabei hätte mehr Kiki (und etwas weniger Röbi) der Show gutgetan: Mit ihrer natürlichen Art verpasste die zum Zeitpunkt des Drehs hochschwangere Zürcherin «Jetzt oder nie» einen erfrischenden Touch, der durchaus Lust auf mehr machte. Zumal die Portraits allesamt sehr aufwendig und spannend produziert wurden: etwa über eine Schweizer Sozialpädagogin, die in Bolivien ein Frauenhaus aufbaut, einem als Jugendlichem ausgegrenzten Ballett-Tänzer oder einem Berner Footballspieler, der in der amerikanischen Profiliga gerne gross rausgekommen wäre. Mit solchen Menschen – dafür ohne den dauernden Hinweis: «Von den Macher von ‹Happy Day›» – würde man wieder einschalten. Und das Schweizer Fernsehen hätte seinen neuen Star.

Kiki Maeder

  • Kiki
  • Kiki
  • Kiki
  • Kiki Maeder

Weitere Artikel

Anzeige
Bitte aktivieren Sie Javascript für die beste Browserfunktionalität