28.02.2015 - 00:30, Lukas Rüttimann

Swiss Music Awards: Tränen bei Egli, Buhrufe für Köppel

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Die Swiss Music Awards 2015 hatten es in sich. Nicht zuletzt, weil sich Neu-SVP-Politiker Roger Köppel im Hallenstadion als Hardrocker inszenierte.

Normalerweise können wir Schweizer ja nicht so richtig Award-Show. Das Abfeiern von Stars liegt nicht in der helvetischen Natur, was man bei der Vergabe des Swiss Awards jedes Jahr aufs Neue bestätigt sieht. Doch auch der Swiss Music Award wollte nie so recht aus den Startlöchern kommen – trotz dem grossen Einsatz von SRF und der Schweizer Musikindustrie. Zumindest bis gestern nicht. Denn die Swiss Music Awards 2015 gehen als ereignisreichste Show seit Gründung dieses Musikpreises in die Geschichte ein.

Melanie und die Männer

Man weiss gar nicht genau, wo man beginnen soll. Vielleicht auf dem roten Teppich, wo sich nicht nur Aussenmoderator Andi Rohrer mit Bart präsentierte, sondern auch DJ Antoine, Sven Epiney (!) und sonst so ziemlich jeder Mann, dem etwas im Gesicht spriesst? Oder bei Melanie Winiger, die sich einmal mehr als schlagfertige Gala-Moderatorin erwies und das Zusammentreffen mit ehemaligen (Stress) und möglicherweise aktuellen Lovern (Vujo Gavric) mit gekonnter Selbstironie meisterte? Oder beim Bachelor himself, der bei der Award-Vergabe ein Gedicht radebrechte, dafür seinen Umschlag hinter der Bühne vergass? Oder doch bei Beatrice Egli, die erstmals nominiert war und gleich gewann – und deshalb auf der Bühne mit Tränen kämpfte? Wie gesagt, es war etwas los bei den Swiss Music Awards.

Den grössten Aufreger indes lieferte SVP-Hoffnung Roger Köppel, der seinen Kumpels von Krokus den Ehren-Award überreichen sollte. Schon bei seinem Erscheinen auf der Bühne waren vereinzelte Pfiffe zu hören; und als sich der «Weltwoche»-Chefredaktor hinter dem Rednerpult seines Hemdes entledigte, um sich im Band-Shirt als Rocker zu präsentieren, war die Entgeisterung des Publikums selbst am Bildschirm spürbar. Zumal der Neo-Politiker mit seiner Rede («Hard Rock war damals unter uns Kantonsschülern politisch inkorrekt. Alle haben es gehört, aber niemand hat es zugegeben. Ähnlich ist es heute mit der Weltwoche») für wenig Begeisterung sorgte. Erst als Chris von Rohr und Co. auf die Bühne kamen und den Journalisten erlösten, wandelte sich der Unmut in Applaus. Ob Köppel sich oder der Band mit diesem Auftritt einen Gefallen getan hat, ist fraglich. Das gleiche gilt für Schauspieler Carlos Leal, der zuvor einen bemerkenswert speziellen Auftritt als lebende Discokugel hingelegt hatte.

Abräumer aus Bern

Zum Glück gab's auch eindeutige Gewinner: Das Duo Lo & Leduc sicherte sich drei Preise, der sympathische James Gruntz deren zwei. Beide zeigten, dass man auch ohne grosse Gesten bei den Leuten ankommen kann. Für den einen oder anderen Akteur an den Swiss Music Awards wäre das vielleicht ein guter Tipp gewesen.

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Beatrice Egli

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