Trump gegen die Presse

tsch

6.11.2018

Dokumentarfilmerin Liz Garbus begleitete ein Jahr lang die Redaktion der «New York Times» bei der Arbeit. Wie wappnet sich die Zeitung gegen den «Fake News»-skandierenden US-Präsidenten?

Zwölf Monate lang begleitete die renommierte Filmemacherin Liz Garbus die Redaktoren der «New York Times» bei ihrer Berichterstattung über das erste Amtsjahr von Donald Trump. Sie war dabei, als die Russlandaffäre immer weitere Kreise zog, die Fake News-Vorwürfe des Präsidenten zorniger wurden, die rechten Ausschreitungen in Charlottesville stattfanden und die Film- und Fernsehindustrie von den #MeToo- und #TimesUp-Bewegungen erschüttert wurde. Arte zeigt alle vier Teile von «Mission Wahrheit – Die New York Times und Donald Trump» direkt nacheinander.

Zwei Jahre ist es her, dass Donald Trump zum Präsidenten gewählt wurde.
Bild: Keystone

Ganz nah dran

«Mission Wahrheit» ist eine spannende Auseinandersetzung mit dem kontroversen US-Präsidenten und zugleich ein Plädoyer für die freie Presse. Nicht nur die chaotischen Zustände der Trump-Administration und die Lügen des mächtigsten Mannes der Welt stehen im Vordergrund der Reihe. Auch die Konkurrenzsituation zur «Washington Post» und der permanente Druck, vor allem im Online-Journalismus sowohl schnell als auch sorgfältig zu arbeiten, werden thematisiert.

Der erfahrenen Doku-Regisseurin Liz Garbus (Emmy für «What Happened, Miss Simone?», 2015) gelingt es zudem, die Arbeit der porträtierten Journalistinnen und Journalisten transparent zu machen, indem sie die betreffenden Personen selbst zu Wort kommen lässt. So werden nicht nur berufliche, sondern auch private Schicksale spürbar.

Fast wie in einem Politthriller

Was «Mission Wahrheit» aus dem Pool an Polit-Dokus herausstechen lässt, ist vor allem die formale Gestaltung des Ganzen. Die Kameraarbeit ist nahezu cineastisch, man fühlt sich an Polit- und Journalismusthriller wie «Die Unbestechlichen», «Spotlight» oder David Finchers Remake von «Verblendung» erinnert. Nicht ohne Grund: Trent Reznor und Atticus Ross, Finchers Stammkomponisten seit «The Social Network», zeichnen hier für die Musik verantwortlich.

Arte zeigt die insgesamt vier Folgen («Die ersten hundert Tage», «Aufschlag Trump», «Zur Lage der Nation» und «Die Welt der Fakten») am Stück.

Der erste Teil der Doku «Mission Wahrheit – Die New York Times und Donald Trump» kommt am Dienstagabend, 6. November, um 20.15 Uhr bei Arte. Mit Swisscom TV Replay können Sie die Sendung bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung anschauen.

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