Trumps Schnapsidee reicht halt doch nicht als Grundlage

Fabian Tschamper

2.6.2020 - 10:49

Mit der Netflix-Satire macht sich Komiker Steve Carell ohne Umwege lustig über Donald Trumps Idee einer sechsten US-Streitkraft: Die «Space Force» will 2024 wieder Menschen auf den Mond schicken.

Wir brauchen lockeres Entertainment momentan mehr denn je – und wenn die Witze auch noch auf Kosten des US-Präsidenten gemacht werden, klingt das schon vielversprechend: 2018 liess Donald Trump verlauten, dass er die US-Streitmacht um einen Sektor erweitern möchte. Neben Army, Air Force, Navy, Marine Corps und Coast Guard komme nun noch die Space Force dazu.

Das schallende Gelächter über den Namen der Weltraum-Streitmacht breitete sich dank dem Internet in Sekundenschnelle über den Erdball aus. Am lautesten lachte wohl Ulknudel Steve Carell, denn der Amerikaner nahm Trumps Schnapsidee als Basis für eine Satire beim Streamingdienst Netflix.

«Space Force» ist seit Veröffentlichung am 29. Mai auch bei uns in der Schweiz an der Spitze der Top 10 der meist angesehenen Serien. Das ist einerseits bestimmt Carell zu verdanken, andererseits möglicherweise auch dem Konzept. Denn solch schamloser Spott über den US-Präsidenten lässt sich ein Schweizer in der gelockerten Quarantäne nicht entgehen. Doch wie gut funktioniert eine Serie, die im Grunde auf einem Tweet beruht?

Die kurze Antwort: Sie funktioniert leider nur bedingt. Die Handlung ist sehr dünn und die Serie kann sich nicht wirklich entscheiden, ob sie nun ernsthaft sein will oder doch lieber witzig. Der Grundton ändert sich oft von Episode zu Episode, selten sogar von Szene zu Szene.

Doch nun folgt das grosse Aber und der möglicherweise rettende Faktor: Die Besetzung ist eines jeden Filmfans feuchter Traum. Produzent Steve Carell übernimmt die Hauptrolle des ersten «Chief of Space Operations» der Trump'schen Space Force. Auch der kauzige John Malkovich lässt sich wieder blicken in der Rolle von Dr. Adrian Mallory, einer direkten Parodie von Kubricks «Dr. Strangelove». Lisa Kudrow («Friends»), Jane Lynch und Jimmy O. Yang stehen gemeinsam vor der Kamera. Sie sind allesamt in der Comedy zu Hause und das spürt man auch an der Art, wie sie ihre Zeilen abliefern.

«Space Force» ist zudem der letzte Auftritt des kürzlich verstorbenen Komikers Fred Willard, der Carells Vater spielt.

Die Satire sorgt dank ihrem herausragenden Cast für solide Unterhaltung. Oftmals sieht man einen Witz zwar nicht kommen, doch wenn er dann da ist, reicht es meist nur für ein verhaltenes Schmunzeln.

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