Connery, Moore oder BrosnanWer war der beste James-Bond-Darsteller?
Bruno Bötschi
18.11.2025
1962 spielte die Berner Schauspielerin Ursula Andress, für viele Filmefans meist nur «Ursi National», an der Seite von Sean Connery im Film «James Bond jagt Dr. No».
Bild:imago images/United Archives
Insgesamt sieben Darsteller verkörperten den vom britischen Schriftsteller Ian Fleming erfundenen Geheimagenten in 26 Filmen: Doch wer war bisher der beste James Bond? Ein subjektives Ranking.
Teleschau
18.11.2025, 22:31
21.11.2025, 15:24
Bruno Bötschi
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Momentan rätseln Fans auf der ganzen Welt, wer nach dem Ausstieg von Daniel Craig die Rolle von James Bond übernehmen wird?
Na dann, nutzen wir die verbleibende Zeit für einen Rückblick: Sieben Schauspieler verkörperten bislang den von Ian Fleming erfundenen britischen Geheimagenten 007 in 26 Filmen.
Aber wer war der Beste von allen: Sean Connery, Roger Moore, George Lazenby, David Niven, Timothy Dalton, Pierce Brosnan oder doch Daniel Craig?
Bevor wir mit dem eigentlichen Ranking starten, einige Worte zu den beiden Darstellern, die bei den meisten James-Bond-Fans nur ausser Konkurrenz laufen:
David Niven und George Lazenby.
In den meisten Aufzählungen von Bond-Darstellern kommt David Niven nicht vor, dennoch soll er hier der Vollständigkeit halber genannt sein.
Er spielte 007 in «Casino Royale» (1967), der nach dem gleichnamigen Roman von Ian Fleming entstand, aber nicht von den Bond-Produzenten verantwortet wurde. Und wirklich ernst nimmt die überdrehte Komödie die Vorlage auch nicht.
Auch George Lazenby mit den anderen James-Bond-Darstellern zu vergleichen, fällt einigermassen schwer: Schliesslich blieb «Im Geheimdienst Ihrer Majestät» (1969) der einzige, aber actionreiche Bond-Auftritt des Schauspielers.
Und so recht wollte und konnte sich der Australier wohl nicht mit dem britischen Geheimagenten identifizieren:
Lazenby erklärte kurz nach der Beendigung der Dreharbeiten, dass er die Figur für nicht mehr zeitgemäss halte, liess sich einen Vollbart wachsen und weigerte sich, im 007-Look Werbung für den Film zu machen.
Platz 5: Timothy Dalton
Seine Amtszeit war kurz: Timothy Dalton durfte nur zweimal den britischen Geheimagenten spielen, seine Premiere feierte er in «James Bond 007 – Der Hauch des Todes» (1987).
Er landet in unserem Ranking auf dem letzten Platz – dass sein Bond vergleichsweise eindimensional blieb, war aber vielleicht auch dem Zeitgeist geschuldet. Denn sowohl «Der Hauch des Todes» als auch «Lizenz zum Töten» (1989, Bild) sind eher kühl inszenierte Actionknaller.
Timothy Dalton (Mitte) durfte nur zweimal den britischen Geheimagenten spielen. Das Bild zeigt ihn im Film «James Bond 007 – Der Hauch des Todes» (1987).
Bild.IMAGO/Capital Pictures
Vor allem Timothey Daltons zweiter Einsatz war diesbezüglich bemerkenswert: Denn Bond geht dort auf eigene Faust auf einen Rachefeldzug, verliert seine Tötungslizenz und überwirft sich mit seinem Vorgesetzten M.
Ob Dalton in einem dritten Film der Figur etwas mehr Tiefe verliehen hätte?
Platz 4: Daniel Craig
Der Anfang war äusserst vielversprechend: «Casino Royale» mit Daniel Craig als Nachfolger von Pierce Brosnan funktionierte 2006 als glaubwürdige Charakterstudie und als Wiederbelebung eines angestaubten Filmmythos.
Eine würdige Chefin für den besten Spion der Welt: Daniel Craig und Judi Dench als James Bond und «M» in «Skyfall» (2012).
Bild:imago images/Mary Evans
Die insgesamt fünf Filme mit dem bislang letzten 007-Darsteller erzählten von der Menschwerdung des Superagenten James Bond. Doch will man das? Einen Bond, der so viele Gefühle zeigt wie nie zuvor?
Nach «Keine Zeit zu sterben» (2021) konnte man trefflich darüber streiten, ob Daniel Craigs Interpretation der Figur gelungen war. Denn auch wenn seine Filme begeisterten (Ausnahme:« Ein Quantum Trost») und sein 007 menschlicher als je zuvor war: Wirklich ins Herz schliessen konnte man seinen Bond nicht.
Platz 3: Pierce Brosnan
Zugegeben: Keiner der vier Bond-Filme mit Pierce Brosnan ist ein wirkliches Meisterwerk.
Was aber – wie etwa im Fall von «Der Morgen stirbt nie» (1997) – eher an schwachen Drehbüchern lag, als an der schauspielerischen Fähigkeiten des irischen Schauspielers. Denn Durchschlagskraft, Charme und Humor – alle diese Eigenschaften wusste Brosnan seinem James Bond zu verleihen.
Keiner der vier James-Bond-Filme mit Pierce Brosnan ist ein wirkliches Meisterwerk, was aber vorallem an den schwachen Drehbüchern gelegen hat.
Bild:zVg
Dass Brosnans Bond bei aller gebotenen Überlegenheit und Coolness auch schwach werden darf, zeigte sich in «Die Welt ist nicht genug» (1999), in dem der Geheimagent der Ölmulti-Erbin Elektra King (Sophie Marceau) verfiel, die allerdings ein doppeltes Spiel mit ihm trieb.
Platz 2: Sean Connery
Er war der erste James-Bond-Darsteller und setzte Massstäbe für alle seine Nachfolger:
Sean Connery etablierte den britischen Geheimagenten als kampfstarken Actionheld und vor allem als unwiderstehlichen Frauenschwarm. Die erste Wahl von Bond-Schöpfer Ian Fleming war der Schotte indes nicht.
Er war der erste James-Bond-Darsteller und setzte Massstäbe für alle seine Nachfolger: Sean Connery
Bild:zVg
Ian Fleming war der Ansicht, dass es dem damals noch so gut wie unbekannten Sean Connery, der aus kleinen Verhältnissen kam, an Eleganz und Finesse fehle, um James Bond zu verkörpern.
Diese Zweifel konnte der Schauspieler, der vom ersten Bond-Regisseur Terence Young Nachhilfestunden in Sachen Upper-Class-Lebensstil bekam, allerdings schnell zerstreuen.
Sean Connery starb 2020 im Alter von 90 Jahren.
Platz 1: Roger Moore
James Bond im Weltraum? Für viele Kritiker*innen zählt «Moonraker» (1979) zu den schlechtesten 007-Filmen. Dabei beweist dieses in jeder Hinsicht hemmungsloseste aller Bond-Abenteuer vor allem eines – die schauspielerische Klasse von Roger Moore.
Ganz der britische Gentleman nimmt er den offensichtlichen Drehbuchquatsch mit dem notwendigen Humor und macht den Film zu einem überdrehten, aber äusserst amüsanten Actionspektakel.
Roger Moore spielte in den James-Bond-Filmen «Der Mann mit dem goldenen Colt» (1974), «Der Spion, der mich liebte» (1977), «Moonraker» (1979), «In tödlicher Mission »(1981), «Octopussy» (1983) und «Im Angesicht des Todes» (1985) den Agenten 007.
Bild:imago/ZUMA Press
In Sachen Charme, Klasse, Coolness und Humor setzte Roger Moore als James Bond Massstäbe, die bis heute unerreicht bleiben. Er ist derjenige 007-Darsteller, dem man (fast) jede Gewaltanwendung nachsieht.
Er steht über den Dingen, selbst grösste Gefahren verursachen bei ihm nicht mehr als eine erhobene Augenbraue. Für uns: der beste Bond aller Zeiten.
Roger Moore starb 2017 im Alter von 89 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung.
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