Komikerin empört sich auf Instagram Frau findet Wunschwohnung in Zürich – kurz vor Einzug steigt die Miete um 400 Franken

Carlotta Henggeler

16.1.2026

Komikerin Lisa Christ empört sich über die hohen Mieten. 
Komikerin Lisa Christ empört sich über die hohen Mieten. 

Eine Bekannte von Komikerin Lisa Christ soll eine Wohnung mieten – doch kurz vor dem Einzug steigt der Preis massiv, um fast 400 Franken. Die Komikerin macht ihrem Ärger auf Instagram Luft. Die Immobilienfirma spricht von einem Prozessfehler und entschuldigt sich.

Carlotta Henggeler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Komikerin Lisa Christ kritisiert auf Instagram eine intransparente Wohnungsvergabe ihrer Bekannten in Zürich, bei der der Mietpreis kurz vor Vertragsbeginn unerwartet erhöht wurde.
  • Die Immobilienverwaltung Wincasa spricht von einem einmaligen Prozessfehler und weist den Vorwurf absichtlicher Preistreiberei zurück.
  • Der Zürcher Mieterverband warnt davor, bestehende Mietverhältnisse ohne schriftlich vorliegenden neuen Vertrag zu kündigen.

Die Schweizer Komikerin Lisa Christ ist hässig und macht sich Luft auf Instagram. Der Grund? Die Wohnungssuche in Zürich einer Bekannten. 

Der Fall geht so: Eine Bekannte von Lisa Christ braucht dringend eine neue Wohnung. Sie wohnt in Zürich zur Untermiete, darf dort aber nicht bleiben. Für sie beginnt die Mission Impossible: eine bezahlbare Wohnung in Zürich zu finden.

Nach drei Monaten intensiver Suche wird sie fündig und stösst auf ein passendes Wohnungsinserat. Eine Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung für 2113 Franken im Monat. Diese liegt knapp noch in ihrem Budget. Als sie die Mail von der Verwaltung erhält, ist die Wohnung plötzlich 50 Franken teurer. Christ dazu: «Das war für sie zwar unangenehm, aber okay», fährt sie in ihrem Rant auf Instagram fort.

Comedian Lisa Christ über die Wohnungssuche ihrer Kollegin. 
Comedian Lisa Christ über die Wohnungssuche ihrer Kollegin. 
Instagram

Zudem wird der betroffenen Person per E-Mail mitgeteilt, dass das Mietverhältnis auf fünf Jahre befristet sei – eine Information, die zuvor weder in der Offerte noch in der weiteren Kommunikation erwähnt wurde.

Die Kollegin akzeptiert den Vorschlag und erhält eine schriftliche Bestätigung. Am 5. Januar teilt ihr die Verwaltung mit, dass ihr die Unterlagen per Post zugestellt würden. In der Folge kündigt sie ihren Untermietervertrag und sucht nach potenziellen Nachmieterinnen und Nachmietern für ihre bisherige Wohnung. Zudem organisiert sie Besichtigungen sowie helfende Personen für den anstehenden Umzug.

Doch der neue Mietvertrag lässt auf sich warten. Christ's Kollegin fragt mehrmals bei der Verwaltung nach. Zunächst ohne Erfolg.

Eine Wohnungssuche in Zürich zeigt sich als Odyssee – wieder einmal. mehr. 
Eine Wohnungssuche in Zürich zeigt sich als Odyssee – wieder einmal. mehr. 
Instagram

Doch es kommt noch dicker: Am 12. Januar – also vier Tage vor Einzug – verlangt besagte Verwaltung am Telefon plötzlich 2500 Franken für das gleiche Wohnobjekt – knapp 400 Franken mehr. Die Bekannte von Christ hängt sich an den Telefonhörer, will eine Erklärung für die erneute Teuerung – und hängt zwei Mal eine Stunde in der Warteschlaufe.

Ein paar Tage später meldet sich eine Person der Verwaltung zurück – und hat prompt keine Ahnung, worum es geht.

Da stecke «reines Kalkül» dahinter, meint Christ. Wer vier Tage vor dem Umzug eine solche Erhöhung erfahre, sei ohnehin schon mit den Nerven am Ende und willige ein. «Eine Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung für 2500 Franken ist schon absurd teuer – aber eine solche Behandlung, schliiifts! Ich hoffe, ihr schämt euch richtig, Wincasa!»

Christs Kollegin lehnt die Wincasa-Wohnung für 2500 Franken ab, schaut sich weiter um – der Deal kommt nicht zustande.

Wincasa nimmt Stellung und spricht von Prozessfehler

Wincasa bedauert den geschilderten Fall ausdrücklich, wie sie auf Anfrage von blue News sagt. Der Ablauf in diesem konkreten Einzelfall habe nicht den eigenen Qualitätsansprüchen an Transparenz, Verlässlichkeit und Kommunikation entsprochen. Die sehr kurzfristige Mitteilung der Mietzinskorrektur kurz vor dem vorgesehenen Mietbeginn sei für die betroffene Mietinteressentin verständlicherweise äusserst unbefriedigend gewesen.

Als Ursache nennt Wincasa «einen systembedingten Schnittstellen- und Prozessfehler im Vermietungsprozess». Dadurch seien irrtümlich falsche Mietkonditionen verwendet worden, was erst bei der finalen Vertragsprüfung aufgefallen sei. Die anschliessende Anpassung habe die orts- und quartierübliche Marktmiete widerspiegeln müssen, die im System zuvor nicht berücksichtigt worden sei. Es handle sich dabei nicht um einen übersetzten Mietzins, sondern um denjenigen, der von Beginn an hätte angegeben werden sollen.

Wincasa betont, dass die Mietzinskorrektur auf 2’500 Franken für die Wohnungssuchende einmalig erfolgt sei und Darstellungen einer schrittweisen oder willkürlichen Erhöhung nicht zuträfen. Die Verzögerung im Prozess wird unter anderem mit der besonderen Jahreszeit und den Festtagen erklärt. Auch hinsichtlich der Befristung weist Wincasa darauf hin, dass für die Mieterin selbst bei befristeten oder indexierten Mietverträgen eine ausserterminliche Kündigung mit Stellung eines geeigneten Nachmieters möglich geblieben wäre.

Laut Wincasa handelt es sich um einen Ausnahmefall. Grundsätzlich würden Mietkonditionen nach dem Versand nicht mehr angepasst, ausser bei Fehlern im Prozess oder in der Datenbasis. Eine bewusste Druckausübung gegenüber Mietinteressierten entspreche weder der Haltung noch der Praxis des Unternehmens. Der betroffenen Person wurde Unterstützung bei der Suche nach einer alternativen Wohnung im ursprünglichen Preisrahmen angeboten. Wincasa entschuldigt sich für die entstandenen Unannehmlichkeiten und kündigt an, die internen Prozesse und Schnittstellen weiter zu überprüfen.

Tipp vom Mieterverband

Walter Angst vom Zürcher Mieterverband, erklärt gegenüber blue News, dass mündliche Zusagen wie bei Lisa Christs Bekannter rechtlich nicht bindend seien. Er rät Mietenden, ihren bestehenden Vertrag erst zu kündigen, wenn der neue Mietvertrag unterschrieben ist.


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