Die Chronologie eines tiefen Falls Zwangsräumung bei ehemaligem Sexsymbol Mickey Rourke: Wie konnte es so weit kommen?

Carlotta Henggeler

12.3.2026

Hollywoodstar Mickey Rourke musste sein angemietetes Haus in Los Angeles wegen hohen Mietschulden räumen. 
Hollywoodstar Mickey Rourke musste sein angemietetes Haus in Los Angeles wegen hohen Mietschulden räumen. 
IMAGO/News Licensing

Vom gefeierten Sexsymbol in Hollywood über eine riskante Boxkarriere bis zur Räumung seines Hauses in Los Angeles: Mickey Rourkes Lebensweg gleicht einer Achterbahn aus Ruhm, Selbstzerstörung und Comebackversuchen. Eine Chronologie seines tiefen Falls.

Carlotta Henggeler

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  • Mickey Rourke wurde in den 1980er-Jahren durch Filme wie «9½ Wochen» und «Angel Heart» zum gefeierten Hollywood-Sexsymbol, beschädigte seine Karriere jedoch durch Konflikte, exzessives Leben und den überraschenden Wechsel in eine riskante Boxkarriere.
  • Nach schweren Verletzungen, Skandalen und Jahren mit schwachen Rollen gelang ihm 2008 mit «The Wrestler» zwar ein viel beachtetes Comeback, doch seine Karriere blieb instabil.
  • In den letzten Jahren sorgte Rourke vor allem durch Reality-TV-Eklats, finanzielle Probleme und rund 59’000 Dollar Mietschulden für Schlagzeilen, was 2026 schließlich zur Zwangsräumung seines Hauses in Los Angeles führte.

Mickey Rourke war einst Hollywoods heissester Star. Mitte der 1980er-Jahre galt er als Sexsymbol und zählte zu den gefragtesten Schauspielern seiner Generation. Im erotischen Kultfilm «9 ½ Wochen» verführte er Filmpartnerin Kim Basinger – und das Publikum gleich mit.

Für seine Rolle in «9 ½ Wochen» erhielt er bereits 1986 eine Gage von einer halben Million Dollar. Ein Jahr später zeigte er im düsteren Noir-Thriller «Angel Heart» (1987) erneut sein aussergewöhnliches Talent. Das fiel schon früh auf: Regisseur Elia Kazan («Die Faust im Nacken») bezeichnete Rourkes Vorsprechen als Schauspielstudent einmal als das beste, das er in 30 Jahren gesehen habe. Kritiker lobten ihn zudem für seine authentische, natürliche Spielweise und die emotionale Intensität, mit der er seinen Figuren Tiefe und Verletzlichkeit verlieh.

Rourkes Name strahlte am Hollywood-Firmament, begehrte Rollen flogen ihm nur so zu. Doch Geld, Ruhm und der enorme Erfolgsdruck forderten ihren Tribut. Rummel und Aufmerksamkeit setzten ihm zu. Dazu kamen ein ausschweifendes Partyleben, Konflikte mit Regisseuren und Produzenten sowie die Ablehnung grosser Rollen – etwa in «Platoon». Sein Ruf in Hollywood litt darunter. 

1991 traf er deshalb eine folgenschwere Entscheidung: Er kehrte Hollywood den Rücken und stieg wieder in den Boxring – zurück zu seiner ersten grossen Leidenschaft. Schon als Jugendlicher hatte Rourke im Boys Club of Miami mit dem Boxen begonnen und zahlreiche Amateurkämpfe bestritten. 

Der Schritt, der ihn retten sollte, setzte seinen kometenhaften Aufstieg in Hollywood aber K.O. 

Was genau ist passiert? Die Chronologie einer Karriere, die 1986 glorios startete und 2026 ihren Tiefpunkt erreicht.

1986: Rouke wird zum Sexymbol

Mickey Rourke spielt Hauptrolle in Erotikfilm «9½ Weeks»

Mickey Rourke spielt Hauptrolle in Erotikfilm «9½ Weeks»

12.03.2026

Zuvor war Rourke bereits in kleineren Rollen zu sehen, etwa in «1941», «Body Heat» und «Diner». Mit dem Erotikdrama «9½ Wochen» an der Seite von Kim Basinger schafft er schliesslich den Durchbruch. Der Film sorgt mit seinen damals provokanten Szenen weltweit für Schlagzeilen. Als geheimnisvoller Wall-Street-Broker mit rauer Stimme und gefährlichem Charme wird er über Nacht zum Sexsymbol der 80er-Jahre. Hollywood hat einen neuen Bad Boy.

Im düsteren Thriller «Angel Heart» – ein Jahr später – brilliert Rourke. Er schlüpft in die Rolle des abgehalfterten Privatdetektivs Harold «Harry» Angel, der in einen mysteriösen Vermisstenfall gerät. Kritiker lobten besonders die dichte Atmosphäre des Films und Rourkes intensive, nuancierte Darstellung. 

1991: Rückzug aus dem Filmbusiness

Obwohl ihm Hollywood zu Füssen liegt, trifft der New Yorker eine überraschende Entscheidung: Er kehrt der Filmbranche weitgehend den Rücken und steigt wieder in den Boxring. Der Sport hatte seine Jugend stark geprägt. In den späten 80er-Jahren gerät seine Karriere zunehmend ins Stocken: Rourke eckt in Hollywood an, gerät mit Regisseuren und Produzenten in Konflikt und lehnt mehrere grosse Rollen ab – darunter in «Platoon», «The Untouchables» und «Rain Man». Gleichzeitig berichten Medien über ein ausschweifendes Partyleben. Zudem kritisiert Rourke später immer wieder, er habe Hollywood als zu oberflächlich empfunden.

Seine Beweggründe erklärte der Schauspieler allerdings erst Jahre später. «Ich musste zurück zum Boxen», sagt er 2008 in einem Interview mit dem «Observer». Rückblickend habe er sich damals «selbst zerstört» und «keinen Respekt mehr vor sich als Schauspieler» gehabt.

Ein Befreiungsschlag mit drastischen Folgen. 

1991 bis 1994: Er wird Profi-Boxer

Mickey Rourkes Box-Comeback mit 62 Jahren

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Für Mickey Rourke ist der Schritt zurück in den Ring kein PR-Stunt, sondern eine Flucht nach vorn. Der Hollywood-Star kehrt damit zu einem Sport zurück, der seine Jugend geprägt hat. Bereits als Teenager trainierte er ernsthaft Boxen und bestritt zahlreiche Amateurkämpfe, lange bevor ihn die Schauspielerei weltberühmt machte.

Anfang der 1990er-Jahre greift Rourke diesen Teil seiner Vergangenheit wieder auf. Am 23. Mai 1991 gibt er in Fort Lauderdale sein Profidebüt. In den folgenden drei Jahren bestreitet er acht Kämpfe im Halbschwergewicht – in den USA, Spanien, Japan und Deutschland. Seine Bilanz: sechs Siege und zwei Unentschieden. Experten sprechen von einer respektablen Leistung.

Doch der Preis ist hoch. Rourke erleidet schwere Verletzungen, darunter eine gespaltene Zunge, mehrere Nasen- und Jochbeinbrüche sowie gebrochene Rippen. Chirurgen müssen seine Nase mit Knorpel aus seinem Ohr rekonstruieren. Auch sein Gleichgewichtssystem wird durch die vielen Schläge in Mitleidenschaft gezogen. 1994 beendet er seine Boxkarriere schliesslich – auf ärztlichen Rat.

1994: Seine Frau klagt ihn an

Mickey Rourke und das Model Carré Otis waren von 1992 bis 1998 verheiratet. 1994 wird der Schauspieler von seiner Frau wegen häuslicher Gewalt gegen sie angeklagt.

Laut den Vorwürfen soll er sie geschlagen und zu Boden gestossen haben. Die Anklage wird später fallengelassen – einige Jahre danach trennt sich das Paar endgültig. Der Vorfall sorgt dennoch für negative Schlagzeilen und belastet seinen ohnehin angeschlagenen Ruf zusätzlich.

2000: Der Weg zurück auf die Leinwand

Nach Jahren abseits des Rampenlichts versucht Rourke Anfang der 2000er-Jahre, seine angeschlagene Schauspielkarriere neu zu beleben. Rollenangebote sind rar geworden, zudem hat das Boxen seinen Körper stark gezeichnet. Unterstützung erhält er von alten Weggefährten, etwa vom Regisseur Robert Rodriguez. In Filmen wie «Get Carter» (2000), «Once Upon a Time in Mexico» (2003) und «Sin City» (2005) übernimmt er Nebenrollen. Er  arbeitet hart, um sich wieder als ernstzunehmender Schauspieler zu etablieren.

2008: Überraschender Grosserfolg

In diesem Jahr gelingt Rouke ein spektakuläres Film-Comeback: In Darren Aronofskys Drama «The Wrestler» spielt er den abgehalfterten Profi-Wrestler Randy «The Ram» Robinson. Der Film wird von Kritikern gefeiert, gewinnt den Goldenen Löwen in Venedig – und bringt Rourke einen Golden Globe sowie eine Oscar-Nomination als bester Hauptdarsteller ein.

2014: Wieder ruft der Boxring

Mickey Rourkes Box-Comeback mit 62 Jahren

Mickey Rourkes Box-Comeback mit 62 Jahren

12.03.2026

Ganz los lässt ihn auch der Sport nicht: Am 28. November 2014 steigt Rourke im Alter von 62 Jahren in Moskau noch einmal für einen Showkampf in den Ring. Er besiegt den 29-jährigen Amerikaner Elliot Seymour durch technischen K.o. in der zweiten Runde. Der Kampf sorgt weltweit für Schlagzeilen.

2023: The Masked Singer

In diesem Jahr sorgt Rourke mit einem ungewöhnlichen TV-Auftritt für Aufmerksamkeit: In «The Masked Singer USA» tritt er verkleidet als «Gargoyle» auf und singt vor Publikum – bis seine Identität nach kurzer Zeit enthüllt wird.

Seine Teilnahme gilt in der Filmbranche als ungewöhnlich und wird als Schritt nach unten bewertet, da etablierte Hollywoodstars in solchen Formaten nur selten auftreten – sie gelten als wenig prestigeträchtig.

2025: Schlimmer Auftritt im Reality-TV

Mickey Rourke macht bei Big Brother homophobe Aussage

Mickey Rourke macht bei Big Brother homophobe Aussage

12.03.2026

Mickey Rourke zieht in die britische Reality-Show «Celebrity Big Brother» ein. Doch sein Aufenthalt endet bereits nach wenigen Tagen: Nach homophoben und sexuell anzüglichen Kommentaren sowie einem aggressiven Streit mit Mitkandidat Chris Hughes muss der Schauspieler das Haus verlassen.

Der Sender ITV wirft ihm «unangemessene Sprache und inakzeptables Verhalten» vor. Statt der ursprünglich vereinbarten Gage von rund 500'000 Pfund soll Rourke am Ende nur einen Bruchteil davon erhalten haben.

2026: Sein Haus wird zwangsgeräumt

Mickey Rourke verliert jetzt sein gemietetes Haus in Los Angeles, schreibt «People.com». Denn ein Gericht entscheidet zugunsten seines Vermieters, nachdem der Schauspieler rund 59'000 Dollar Mietschulden angehäuft haben soll und nicht auf die Klage reagierte. Sein Mietvertrag wird daraufhin aufgehoben.

Das einstige Sexsymbol hatte seine Koffer schon vorher gepackt: Zuletzt lebte er in einem Hotel in West Hollywood. Er wartet laut «bild.de» auf eine neue Wohnung, die demnächst in Koreatown in Los Angeles frei wird.


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