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Der Film gelangte offenbar über das Self-Publishing-Angebot «Prime Video Direct» auf die Plattform.
APA/APA
Die deutsche KI-Synchronisation des Thrillers «Deadly Patient – Tödlicher Patient» hat in den sozialen Medien für Spott gesorgt. Nach heftiger Kritik nahm Amazon Prime den Film aus dem deutschen Angebot.
Monotone Stimmen, falsche Übersetzungen: Der Thriller «Deadly Patient – Tödlicher Patient» ist im Netz zum Gespött geworden. Der Grund: Die deutsche Synchronisation wurde von künstlicher Intelligenz erstellt.
Der Film aus dem Jahr 2018 wurde in den USA produziert. Vor einigen Wochen tauchte er mit der deutschen KI-Synchronisation auf der Streamingplattform Amazon Prime Video auf. Seither kursieren in den sozialen Medien Videos, die Beispiele der misslungenen Synchronisation zeigen. «Ich sollte da gestorben haben», sagt beispielsweise ein Mann im Flim einmal.
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Auf Prime Video hagelte es derart viele negative Rezensionen, dass der Film zuletzt bei einer Wertung von 1,1 von 5 Sternen lag. Auch aus der Synchronbranche kam scharfe Kritik. Die Schauspielerin und Synchronsprecherin Melanie Adler sagte auf TikTok: «Ich bin fassungslos und wütend. So werde ich ersetzt? So?»
Inzwischen hat Amazon reagiert und den Film aus dem Angebot genommen – «aufgrund mangelhafter Qualitätsstandards der deutschen Synchronisation», wie der Konzern gegenüber dem Filmportal «Filmstarts» bestätigte. Für die KI-Synchronisation verantwortlich ist Amazon demnach aber nicht: «Die Synchronisation stammt nicht von Prime Video und wurde auch nicht von Prime Video beauftragt.»
Der Film gelangte offenbar über das Self-Publishing-Angebot «Prime Video Direct» auf die Plattform. Mit dem Angebot können Filmverleiher ihre Titel selbst bei Prime Video einstellen. Auf diesem Weg hat eine Firma amerikanische TV-Filme in den deutschsprachigen Raum gebracht, die dort zuvor nie erschienen waren. Statt eine Synchronisation in Auftrag zu geben, liess man eine KI übernehmen.
«Deadly Patient» war also kein Einzelfall: Nach einem Hinweis von «Filmstarts» hat Amazon mehrere weitere Titel entfernt. Der Konzern erklärte zudem, man überprüfe derzeit, weshalb die Mängel nicht vor dem Vertrieb erkannt wurden. Zur Grundsatzfrage positioniert sich Amazon diplomatisch: Man verstehe KI «als ein Werkzeug für und nicht gegen menschliche Kreativität».
Der Fall betrifft das deutsche Angebot von Prime Video. In der Schweiz ist der Film derzeit weiterhin abrufbar – allerdings auf Französisch, in einer Fassung, die nicht auf KI beruht, sondern von Synchronsprecher*innen eingesprochen wurde.
Die Synchronbranche kämpft seit Monaten gegen den Vormarsch von KI. Der Streamingdienst Netflix legt Sprecher*innen laut dem Verband Deutscher Sprecher:innen (VDS) Verträge vor, mit denen sie weitreichende Rechte an ihren Stimmaufnahmen abtreten sollen, einschliesslich der Nutzung für KI-Training und der Erzeugung synthetischer Stimmen – ohne zusätzliche Vergütung. Zahlreiche Sprecher*innen boykottieren Netflix deshalb seit Anfang Jahr.
Netflix und Amazon haben laut Verband zudem Patente angemeldet, die menschliche Synchronsprecher*innen technisch verzichtbar machen sollen: Die Systeme erzeugen aus Stimmaufnahmen und Videomaterial lippensynchrone Übersetzungen – ohne dass je ein Mensch vor einem Mikrofon stand.