Nur zehn Monate nach ihrem doppelten Beinbruch krönt Federica Brignone an den Heim-Winterspielen ihre glanzvolle Karriere mit dem ersten Olympiasieg. Beste Schweizerin ist Malorie Blanc als Zehnte.
Der 4. April 2025 war es, als Federica Brignones Traum von den Olympischen Spielen in der Heimat beendet schien. Der damals 34-Jährigen unterlief an den italienischen Meisterschaften ein Horror-Sturz, bei dem sie sich einen doppelten Schien- und Wadenbeinbruch sowie Kreuzbandriss zuzog.
Doch die zweifache Gesamtweltcup-Siegerin setzte sich noch im Spital das Ziel, alles für den Olympia-Start in Cortina zu geben. Vom ersten Moment an «schuftete» sie Tag und Nacht für das Comeback. Im Weltcup startete sie Mitte Januar in Kronplatz erstmals wieder – mit Rang 6 zeigte sie dabei gleich, dass mit ihr wieder zu rechnen ist.
Erste Olympia-Medaillen für Miradoli und Hütter
Drei Wochen später im olympischen Super-G war Brignone auf den Punkt bereit. Bei leichtem Schneefall legte sie auf der Piste Olimpia delle Tofane mit der Nummer 6 als erste Fahrerin der Topgruppe eine Bestzeit vor, an welche keine Konkurrentin mehr auch nur annähernd herankommen sollte.
Silber sicherte sich Romane Miradoli. Die 31-jährige Französin büsste 0,41 Sekunden auf Brignone ein. Auf Platz 3 folgte Cornelia Hütter, womit die 33-jährige Österreicherin – wie Miradoli – ihre erste Medaille an Olympischen Spielen gewann.
Blanc nur bis zur Hälfte schnell
Die Schweizerinnen waren nur abschnittsweise schnell und konnten von den vielen Ausfällen nicht profitieren. Malorie Blanc, die den Super-G eröffnen durfte, klassierte sich mit 1,24 Sekunden Rückstand im 10. Rang. Nach 40 Fahrsekunden lag die Walliserin noch an zweiter Stelle und um fast zwei Zehntel vor Brignone.
Gleich hinter Blanc reihte sich Corinne Suter ein (13.), die im ersten Sektor klar die Schnellste war. Delia Durrer wurde 17., Janine Schmitt schied aus.