Ilario Garbani: «Ich will nicht, dass die Farina bóna mit mir stirbt!»

Nicolai Morawitz und Christian Thumshirn

3.9.2020 - 07:54

Ilario Garbani: «Ich will nicht, dass die Farina bóna mit mir stirbt!»

Ilario Garbani: «Ich will nicht, dass die Farina bóna mit mir stirbt!»

Ilario Garbani als Retter der Farina bóna zu bezeichnen, ist keine Übertreibung. Der ehemalige Primarlehrer hat nicht nur eine alte Mühle in Vergeletto (TI) wieder in Schuss gebracht, sondern damit auch dem «guten Mehl» zur Renaissance verholfen.

06.09.2020

Ilario Garbani als Retter der Farina bóna zu bezeichnen, ist keine Übertreibung. Der ehemalige Primarlehrer hat nicht nur eine alte Mühle in Vergeletto (TI) wieder in Schuss gebracht, sondern damit auch dem «guten Mehl» zur Renaissance verholfen.

Über Jahrhunderte war es im Onsernonetal üblich, aus gerösteten Maiskörnern feines Mehl herzustellen, um es mit Milch, Wasser oder Wein zu mischen. Das war schmackhaft und nährreich, und ausserdem günstig. Denn die Bewohner der Tessiner Täler waren arm. Dann machte Ende der 1960er-Jahre die letzte Mühle dicht. Die Tradition, Farina bóna herzustellen, stand vor dem Aus.

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Heute duftet es wieder nach Popcorn, wenn man sich Vergeletto mit dem Auto nähert, zumindest dann, wenn Ilario Garbani Maiskörner röstet.

Mit zwei Mitarbeitern verarbeitet er kleine Mengen, limitiert durch die Grösse der Kaffeeröstmaschine – ein Schnäppchenkauf –, die er für die Verarbeitung der Maiskörner extra modifiziert hat. Trotzdem ist das Gerät ein Quantensprung im Vergleich zu früher, als die Körner noch über dem offenen Feuer braun gebrannt wurden.

Ganz nach alter Tradition erfolgt der zweite Produktionsschritt, und zwar genau in der Mühle, in der in den 60er-Jahren die Herstellung der Farina bóna beinahe ihr Ende gefunden hätte.

Warum Ilario Garbani sich der Farina bóna mit Herz und Seele verschrieben hat, und wie es um die Zukunft des gelben Maismehls steht, erfahren Sie in unserer Video-Dok.