Mehr Platz für die kleinste Safranzunft der Schweiz

Von Max Hugelshofer

25.7.2021

Die Menge Safran, die Zunftmeister German Jossen in den Händen hält, hat einen Wert von mehreren Hundert Franken.
Bild: Max Hugelshofer

Vor zehn Jahren hat die Safranzunft im Walliser Bergdorf Mund einen alten Kornspeicher zu einem Zunftlokal umgebaut. Heute wird das Lokal fleissig genutzt – zur Bewirtung von Besuchern und für zunftinterne Anlässe.

Von Max Hugelshofer

25.7.2021

Die «Zunft zur Saffran» in Zürich residiert in einem prächtigen Zunftgebäude. Mit dem edlen Gewürz Safran hat sie allerdings nicht mehr viel zu tun.

Umgekehrt stehen die Dinge bei der Safranzunft in Mund VS. Fast alle Mitglieder bewirtschaften selbst zumindest einen kleinen Safranacker. Auf 16'000 Quadratmeter werden jedes Jahr aus einer halben Million Blüten zwischen drei und vier Kilo Safran produziert.

Dafür ist das Zunfthaus etwas bescheidener: ein ehemaliger Kornspeicher mitten im alten Dorfkern.

Den Speicher konnte die Zunft vor zehn Jahren kaufen und mit Unterstützung der Schweizer Berghilfe auf Vordermann bringen. Jetzt haben die Zünfter nicht nur einen Raum für ihre Sitzungen und Weiterbildungen.

Teurer als Gold

Hier werden auch gerne die beliebten Dorfrundgänge mit einem Apéro abgeschlossen. Heute ist es eine Guggenmusik aus dem nahen Naters, die sich das Safrandorf und seine Gebräuche einmal genauer anschauen will. Die Gruppe ist schon durch die Safranäcker unterhalb des Dorfes gewandert, wo im Herbst die krokusähnlichen Blumen blühen.

Safran (Crocus sativus) zählt zu den Schwertliliengewächsen (Iridaceae). Es gilt als das teuerste Gewürz der Welt.
Bild: Max Hugelshofer

Im Safranmuseum haben die Besucherinnen und Besucher gelernt, wie aus der Blütennarbe in aufwändiger Handarbeit das begehrte Gewürz entsteht, welche Bedeutung es früher als Handelsgut hatte und dass es teurer als Gold ist.

Im ehemaligen Kornspeicher schafft es Zunftmeister Jossen, die Gruppe nochmals für die Geschichte der Zunft zu interessieren, obschon bereits Käse und Weisswein locken. «Das Lokal ist für uns Gold wert», sagt Jossen. «Es vereinfacht uns unsere Mission, nämlich die Geschichte des Munder Safrans zu erzählen, massiv.»

Von den zusätzlichen Besuchern profitieren alle. Der Wirt vom Restaurant Safran, der Getränke und Esswaren für die Apéros liefert, der Dorfladen, der verschiedene Safranprodukte verkauft und natürlich die Safranproduzenten, die sich um den Absatz ihres «Roten Golds» nie Gedanken machen müssen.

Die Reportage erschien zuerst im «Berghilfe-Magazin».