Höhlentaucher bringt Licht in die Unterwelt

Uz Rieger

21.11.2020 - 14:01

Die Cenoten von Yucatán waren einst Opferstätten der Maya und stellten die Wasserversorgung des indigenen Volks sicher. Heute sind die Höhlensysteme Highlights für Höhlentaucher – aus gutem Grund.

Cenoten – Karsthöhlen mit einen Grundwasserzugang – wurden bereits von den Maya als Opferstätten genutzt. Das indigene Volk sah in den unterirdischen Systemen das Tor zur Unterwelt. Heute sind die vor allem auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán gelegenen Höhlen aufgrund ihrer bizarren Schönheit Hotspots für Taucher.

Angeblich haben bereits etliche den Reiz der Höhlen mit dem Leben bezahlt, denn die Tunnelsysteme sind teils sehr eng und völlig dunkel, die Oberflächen teils scharfkantig – und immer wieder lösen sich auch ganze Gesteinsformationen.

Warum Höhlentaucher hier so grosse Risiken eingehen, erschliesst sich indes, wenn man die Bilder des passionierten Speleonauten Martin Broen sieht. Der 50-jährige Argentinier ist während dreier Jahre durch etwa 30 Zugänge an der mexikanischen Riviera Maya in die Höhlen getaucht.

Wie im Weltall

Dem Portal «Science Times» sagte Broen, die Erfahrung sei für ihn einzigartig gewesen. Er habe gedacht, er wäre im Weltall und würde unbekannte Planeten entdecken. Am Grund der Systeme entdeckte der Taucher auch Knochen von Menschen und Mammuts.

Besonders taten es Broen jedoch die Farben in den Cenoten an, wenn entweder Licht der Sonne oder seiner Fackel in die Dunkelheit vordrang. Dann würden die ansonsten pechschwarzen Höhlen plötzlich hellblau strahlen. Oder auch neonfarben, wenn nach Regenfällen die eingebrachten Gerbsäure von Pflanzen ihre Wirkung entfaltet. 

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