Wenn die Bauchspeicheldrüse zickt: So schützen Sie sich vor Pankreatitis

4.8.2019 - 18:00, DPA

Eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung macht sich durch starke Bauchschmerzen bemerkbar. Unterschätzen sollte man die Erkrankung auf keinen Fall.
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Die Bauchspeicheldrüse wird häufig übersehen: Sie fristet sozusagen ein Dasein im Schatten der Leber. Allerdings können Störungen des lebenswichtigen Organs sehr gefährlich werden. Dabei muss es oft gar nicht so weit kommen.

Viel Alkohol schädigt die Leber – das wissen die meisten. Aber dass reichlich Bier, Wein & Co. auch die Bauchspeicheldrüse in Mitleidenschaft ziehen, ist weniger geläufig. Störungen des Organs können unbehandelt sogar lebensbedrohlich sein. Die fachsprachlich genannte Pankreas ist etwa 70 Gramm schwer und liegt in der hinteren Bauchhöhle.

Alkoholexzesse reizen die Drüse, die sich so akut oder chronisch entzünden kann. «Hohe Fettspiegel im Blut und Nikotin sind für die Bauchspeicheldrüse ebenfalls nicht gut», sagt Prof. Markus M. Lerch. Er ist Direktor der Klinik für Innere Medizin an der Universitätsmedizin Greifswald in Deutschland. Auch Bewegungsmangel und Übergewicht können die Drüse krank machen. «Genetische Faktoren spielen mitunter ebenfalls eine Rolle», erklärt Dagmar Mainz, Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie in Saarlouis.

Verantwortlich für Verdauung und Blutzuckerspiegel

Die Drüse ist ständig aktiv. Ist sie erkrankt, sind ihre beiden lebenswichtigen Funktionen gefährdet. Zum einen produziert sie täglich anderthalb Liter Pankreassaft, der unter anderem aus Wasser und 28 Verdauungsenzymen besteht. «Dieses Sekret schlüsselt die Nahrung in Kohlenhydrate, Eiweisse und Fette auf und zerkleinert sie», erläutert Prof. Thomas Seufferlein, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin am Universitätsklinikum Ulm. Zum anderen schüttet das Organ die Hormone Insulin und Glukagon aus. Beide regulieren den Blutzuckerspiegel.



Ob es zu einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse kommt, hängt nicht nur von einer ungesunden Lebensweise mit viel Alkohol und fettreicher Nahrung ab. Es kann auch passieren, dass Gallensteine aus der Gallenblase in den Gallengang wandern. Gallengang und Bauchspeicheldrüsengang münden an der gleichen Stelle in den Zwölffingerdarm. «Klemmt sich ein Gallenstein vor der Einmündungsstelle ein, kann der Verdauungssaft der Pankreas nicht abfliessen», erläutert Seufferlein. Durch den Stau der Flüssigkeit kommt es zur Entzündung.

Bemerkbar macht sich eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung durch starke Bauchschmerzen. Vom Oberbauch aus können sich die Schmerzen in den Rücken ausweiten. «Oft kommen Übelkeit und Erbrechen dazu», sagt Mainz. Sie ist Mitglied im Vorstand des Berufsverbands Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands. Weitere Anzeichen für eine Bauchspeicheldrüsenentzündung können Kreislaufprobleme und ein aufgeblähter Bauch sein.

Gallengang und Bauchspeicheldrüsengang münden an der gleichen Stelle in den Zwölffingerdarm. Klemmt sich ein Gallenstein vor der Einmündungsstelle ein, kann der Verdauungssaft der Pankreas nicht abfliessen. Durch den Stau der Flüssigkeit kommt es zur Entzündung der Bauchspeicheldrüse.
DPA/Pschyrembel, Schweizer Pankreas-Zentrum

Diabetes ist häufigste Ursache für Pankreatitis

Weil der Patient bei einer akuten Pankreatitis viel Flüssigkeit verliert, muss er ins Krankenhaus und dort an einen Tropf. In der Schweiz wurden 2016 laut Bundesamt für Gesundheit knapp 3200 Patienten mit einer Pankreatitis ins Krankenhaus aufgenommen.
«Die zweifelsohne häufigste Störung der Bauchspeicheldrüse ist Diabetes», sagt Lerch. Erste Anzeichen dafür sind etwa vermehrter Durst und vermehrtes Wasserlassen. Diabetes kann auch als Folge einer Pankreatitis auftreten.



Wird eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse chronisch, droht das Organ geschädigt zu werden und mehr und mehr zu vernarben. «Neben immer wiederkehrenden Schmerzen geht eine chronische Entzündung unter anderem mit Gewichtsverlust, Durchfall, Blähungen und Fettunverträglichkeit einher», erklärt Mainz. Das kann zu Vitaminmangel und der Knochenkrankheit Osteoporose führen.

Die Behandlung von Entzündungen der Bauchspeicheldrüse hängt von der Ursache ab. Liegt etwa ein Insulinmangel-Diabetes vor, muss sich der Betroffene regelmässig selbst Insulin spritzen, bei Fehlen der Verdauungsenzyme werden diese als Tabletten ersetzt. «Eine Behandlung, die die eigentliche Ursache der Entzündung beseitigt, gibt es bislang nicht», stellt Lerch klar.

Alkoholexzesse reizen die Bauchspeicheldrüse, die sich so akut oder chronisch entzünden kann.
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Ohne rasches ärztliches Handeln droht der Tod

Therapiert werden daher oft die Komplikationen – bei einer akuten Pankreatitis heisst das: Neben einer Flüssigkeitszufuhr bekommt der Patient Medikamente gegen Schmerzen und in manchen Fällen Antibiotika. In jedem Fall ist im Akutstadium rasches ärztliches Handeln angesagt, ansonsten kann die Erkrankung tödlich sein. «Je nach Schweregrad muss der Patient auf der Intensivstation eines Krankenhauses überwacht werden», so Lerch.



Um die Bauchspeicheldrüse zu entlasten, erhält der Patient für einige Zeit keine feste Nahrung. Bei einer leichten Entzündung kann der Betroffene in der Regel nach zwei bis fünf Tagen wieder essen. «Bei einer starken Entzündung besteht die Gefahr, dass sich das Organ selbst verdaut», sagt Seufferlein. Um das zu verhindern, muss das durch Verdauungssaft zerstörte Gewebe entfernt werden. Sind Gallensteine die Ursache für die akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse, können diese heutzutage aus dem Gallengang beseitigt werden. Machen Gallensteine häufiger Probleme, sollte ein Arzt die Gallenblase herausnehmen.

Tückisch ist Bauchspeicheldrüsenkrebs. Bösartige, aber auch gutartige Tumore in dem Organ treten oftmals über längere Zeit hinweg ohne jegliche Symptome auf. Mitunter können anhaltende Rückenschmerzen oder eine akut auftretende Gelbsucht Hinweise auf Bauchspeicheldrüsenkrebs sein, der häufig zum Tod des Patienten führt. Wer das Risiko, an der Bauchspeicheldrüse zu erkranken, mindern will, sollte Übergewicht abbauen, Alkohol nur in Massen trinken – und sich ausreichend bewegen.

Drei oder fünf Mal Essen am Tag – was stimmt denn nun?

Möglichst bunt und abwechslungsreich sollte unsere Ernährung sein, dann spielt es auch kaum eine Rolle, ob wir drei oder fünf Mahlzeiten täglich zu uns nehmen.
Viele von uns starten den Tag mit einem Kaffee. Für ein ausgewogenes Frühstück mangelt es uns an Zeit oder Hunger.
Doch eine Mahlzeit am Vormittag sollte unbedingt sein. Für Schleckmäuler eignet sich ein Honig oder Konfibrot, ...
... auch Müsli und Porridge gibt es in der süssen oder salzigen Variante. 
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Gerade Kinder können in drei Mahlzeiten nicht genügend aufnehmen und brauchen diese zusätzlichen Energielieferanten.<br/>Bild: Getty Images</p>" } , { "src": "https://production-livingdocs-bluewin-ch.imgix.net/2019/6/13/e395e199-b79b-4a16-ae0f-e75bbda878ea.jpeg?rect=0%2C127%2C2095%2C1177&w=1024&auto=format", "srcset": "https://production-livingdocs-bluewin-ch.imgix.net/2019/6/13/e395e199-b79b-4a16-ae0f-e75bbda878ea.jpeg?rect=0%2C127%2C2095%2C1177&w=1024&auto=format 1024w,https://production-livingdocs-bluewin-ch.imgix.net/2019/6/13/e395e199-b79b-4a16-ae0f-e75bbda878ea.jpeg?rect=0%2C127%2C2095%2C1177&w=750&auto=format 750w,https://production-livingdocs-bluewin-ch.imgix.net/2019/6/13/e395e199-b79b-4a16-ae0f-e75bbda878ea.jpeg?rect=0%2C127%2C2095%2C1177&w=620&auto=format 620w,https://production-livingdocs-bluewin-ch.imgix.net/2019/6/13/e395e199-b79b-4a16-ae0f-e75bbda878ea.jpeg?rect=0%2C127%2C2095%2C1177&w=450&auto=format 450w,https://production-livingdocs-bluewin-ch.imgix.net/2019/6/13/e395e199-b79b-4a16-ae0f-e75bbda878ea.jpeg?rect=0%2C127%2C2095%2C1177&w=320&auto=format 320w", "sizes": "90vw", "subHtml": "<h1>Drei oder fünf Mal Essen am Tag – was stimmt denn nun?</h1><p>Wer den Abend vor dem Fernseher, im Sessel oder Bett verbringt sollte auf ein leichtes Abendessen setzen. Denn jetzt beginnt unser Körper mit der Ruhephase, der Stoffwechsel nimmt ab und die Verdauung wird langsamer.<br/>Bild: Getty Images</p>" } ]
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