Desinfektionsmittel selber machen: So funktioniert es

Malin Mueller

18.3.2020 - 07:20

Lebewesen oder infektiöser Partikel? Das Coronavirus betrifft uns alle – Zeit für Basiswissen

Lebewesen oder infektiöser Partikel? Das Coronavirus betrifft uns alle – Zeit für Basiswissen

Hand aufs Herz: Mutmasslich halten Sie sich für bestens informiert und fachsimpeln regelmässig über das Coronavirus. Dann sollten Sie aber auch diese Grundlagen kennen.

05.03.2020

Es war das Erste, das nach den ersten Corona-Meldungen ausverkauft war: Desinfektionsmittel. Die To-Go-Waffe zur Keimbekämpfung ist kaum noch zu bekommen – doch wer weiss wie, kann sich eine Notlösung selber anmischen.

Ob in Apotheken, im Supermarkt oder in der Drogerie: Desinfektionsmittel hat aktuell Hochkonjunktur und ist kaum noch zu bekommen. Natürlich kann man darüber streiten, ob der Komplett-Ausverkauf etwas übertrieben ist – doch kaum etwas schützt so gut vor Viren, wie regelmässiges Händewaschen und Desinfizieren.

Was also tun? Die Weltgesundheitsorganisation WHO weiss Rat. Die hat (ursprünglich vor allem für Dritte-Welt-Staaten gedacht) bereits vor 15 Jahren ein Rezept öffentlich gemacht, mit dem man Desinfektionsmittel selbst anmischen kann. Die Zutaten bekommt man ab 18 Jahren in der Apotheke.

Man braucht:

800 ml Alkohol (Ethanol, 96-prozentige Lösung)

200 ml abgekochtes Wasser

40 ml Wasserstoffperoxid (3-prozentige Lösung)

15 ml Glycerin (98-prozentige Lösung)

Anleitung:

Alle Zutaten gut mischen und in einer verschliessbaren Sprüh- oder Pumpflasche aufbewahren. Vor jedem Gebrauch gut schütteln.



Wer sich jetzt fragt, was bei diesem simplen Rezept der Ansturm auf industriell hergestelltes Desinfektionsmittel soll: Es gibt tatsächlich einen Grund. Alkohol trocknet unsere Haut sehr stark aus. Auch wenn das Glycerin diesen Effekt zu einem gewissen Anteil ausgleichen kann, sind unsere Hände mit gekauften Rezepturen meist besser dran. Die Hersteller haben die nötigen Mittel, pflegende Stoffe hinzuzufügen.

Im Klartext heisst das: Auch wenn das Rezept der WHO wirksam ist, sollte es vor allem als Notlösung gesehen werden, um den aktuellen Engpass zu überbrücken. Danach sollte wieder die gekaufte Variante ran.

Dieser Text erschien zuerst in der «SI Style».

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