Kiffen verändert Gene von Spermien

rre

20.12.2018

Forscher sind überzeugt: Cannabis-Konsum verändert die Spermien. 
Bild: Keystone

Cannabis enthält THC, einen Stoff, der einen Einfluss auf die genetische Struktur von Samenzellen hat. Was das für männliche Konsumenten der Droge und ihre Nachkommen genau bedeutet – darüber können die Forscher bislang nur spekulieren.

Männer, die Nachwuchs planen, sollten besser auf Cannabis verzichten. Dazu raten der Wissenschaftler der Duke University in North Carolina in den USA.

Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen stützen sich auf Studien, die bei Ratten (in vitro) und klinisch bei 24 männlichen Probanden durchgeführt wurden. Ein besonderes Augenmerk legten die Forscher auf das im Marihuana enthaltene Tetrahydrocannabinol, kurz THC.

Signalwege beeinflusst

Der psychoaktive Stoff beeinflusst die Gene von zwei Signalwegen und verändert die DNA-Methylation. Dieser Prozess ist wichtig, damit sich der menschliche Organismus normal entwickeln kann.

Scott Kollins ist Autor der Studie, die im Fachjournal «Epigenetics» publiziert wurde. Der Professor für Psychiatrie und Verhaltensforschung der Duke University ist überzeugt: «Der Konsum von Cannabis hat einen Einfluss auf die Spermiengesundheit».

Weitere Studien geplant

Über die exakten Folgen des Kiffens lasse die Studie die Forscher zwar bis jetzt im Unklaren: Wir wissen noch nicht, welche Auswirkungen der Cannabis-Konsum hat. Seiner Meinung nach wäre aber wichtig, zu diskutieren, «ob man jungen Männern im zeugungsfähigen Alter den legalen Zugang zu diesen Drogen ermöglichen sollte.»

Mittels grösser angelegter, wissenschaftlicher Studien soll nun untersucht werden, inwiefern die Droge die Genetik der Spermien verändert und welchen Einfluss das auf die Nachkommen hat. Analysiert werden soll ausserdem, ob sich die genetische Struktur der Spermien wieder «normalisiert», sobald die Männer dem Kiffen abgeschworen haben.

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