So lässt sich ein sportliches Motivationstief überwinden

dpa/seh

8.7.2019 - 16:44

Immer wieder ein Kraftakt: Motivation ist der erste Schritt zu mehr Fitness. 
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«Warum tue ich mir das an?», fragt sich so mancher Freizeitsportler. Bei Kilometer zehn pfeift die Lunge, und beim Hantelnheben zwicken die Muskeln. Leichter wird's mit diesen Tipps.

Für viele Fitnessmuffel ist es schwer genug, überhaupt mit dem Sport anzufangen – und dranzubleiben. An der Willenskraft scheitert es meist nicht. «Die wenigstens hören wieder mit dem Sport auf, weil sie faul sind», sagt Personal Trainerin Luise Walther.

Das Problem ist laut Walther eher: Die meisten stellen sich nicht die richtigen Fragen. Warum mache ich Sport? Welches Ziel verfolge ich?

«Nur wer weiss, aus welcher Motivation heraus er Sport treibt, kann sich diese wieder ins Gedächtnis rufen, wenn er einen Durchhänger hat – oder die Durststrecke ganz umgehen.»

Bessere Gesundheit als Motivationskick

Es gibt externe und interne Faktoren für die Motivation beim Sport. Ein typischer innerer Antrieb etwa ist die eigene Gesundheit. «Das Ziel, gesünder zu sein, ist meistens zu ungreifbar, um einen langfristig anzuspornen», so die Personal Trainerin. Besser sei es, sich bewusst zu machen, was genau am Sport gesund ist – beispielsweise mehr Muskeln, weniger Rückenschmerzen. 

Treppenlaufen als Workout macht schlank und stark. Und ist einfach in den Alltag einzubauen.
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Auch wer sich gern mit anderen misst oder gar Leistungssport betreibt, sollte sich konkrete Ziele stecken. Fitnessbloggerin, Mentaltrainerin und Autorin Klara Fuchs erzählt: «Zu Beginn meines Trainings im Herbst 2017 habe ich mir direkt einen Halb-Ironman in Slowenien herausgesucht, den ich im darauffolgenden Sommer laufen wollte.»

Vorher hatte sie drei Monate lang gar keinen Sport gemacht, deshalb fing sie ganz langsam an. «Man darf sich gerade zu Beginn nicht überfordern», erklärt die 25-Jährige. «Als ich damals ins Ziel gekommen bin, war ich wahnsinnig stolz auf mich.»

Je mehr Gründe, desto sportlicher 

Emotionale Gründe wirken oft stärker als rein rationale, sagt Trainerin Walther. «Mit dem Wissen, dass Sport gut für mich ist, komme ich nicht weit. Viel besser funktioniert es, wenn ich mir vorstelle, wie ich als Rentner noch mit meinen Enkeln im Garten spiele.»

Ähnlich sieht das Professor Jens Kleinert. «Zentral ist es, dass ich meinen Sport mit Genuss und Freude betreibe», sagt der Sportpsychologe, der an der Deutschen Sporthochschule Köln lehrt. Wer sich immer dazu zwingen muss und keine positiven Gefühle mit der Bewegung verbindet, der höre früher oder später auf.

«Je mehr Gründe ich habe, Sport zu treiben, desto besser», sagt Fuchs. Diese Gründe können sich auch während des Trainings ändern: «Es kann gut sein, dass jemand zu Beginn abnehmen will, aber langfristig dabei bleibt, weil er Teamgeist entwickelt und seine Freunde jede Woche auf dem Fussballplatz wiedersehen will», sagt Walter. Auch die Verpflichtung, jede Woche zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort zu sein, spiele dabei eine Rolle.

Dank kleinen Motivationen erfolgreich

«Routine ist sehr wichtig. Irgendwann ist das mit dem Sport wie mit dem Zähneputzen», sagt Fuchs. Dann brauche man zum Einschlafen den Geschmack von Pfefferminze.

Bis es so weit ist, können jedoch einige Wochen und Monate vergehen. Fuchs rät deshalb, gerade zu Beginn kleine Belohnungen in den Trainingsplan einzubauen. «Am Anfang kann das Training besonders hart sein, was demotiviert. Dann kommt noch der Muskelkater dazu.»

Vielleicht hilft das Lieblingsessen, ein guter Film oder schicke Sportkleidung, um sich für die nächste Einheit zu motivieren.

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