KollektiverfahrungUnsicherheit – das Gemeinschaftsgefühl in der Corona-Krise
Gregor Tholl, dpa
16.4.2020
In der Coronavirus-Krise eint plötzlich das Gefühl der Unsicherheit die Gesellschaft. Warum bei dieser Kollektiverfahrung der Gedanke an einen Einkaufszettel hilfreich sein kann.
Seit dem Zweiten Weltkrieg habe es keine Herausforderung an Deutschland mehr gegeben, bei der es so sehr aufs gemeinsame solidarische Handeln ankomme, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer ihrer Reden zur Corona-Krise.
Unsicherheit scheint zurzeit das beherrschende Gefühl zu sein. Wie kommen wir damit klar?
«Die Corona-Krise verändert das gesellschaftliche Gefüge erheblich», sagt der Hirnforscher und Autor Achim Peters («Unsicherheit – Das Gefühl unserer Zeit»). «Bisher litten vor allem die Armen unter Unsicherheit, heute sind fast alle Menschen davon betroffen. Es ist jedoch zu befürchten, dass das Coronavirus besonders den Wirtschafts- und Bildungsstatus der Schwächeren trifft und damit die Kluft zwischen Arm und Reich noch weiter vergrössert.»
Welche Strategiemöglichkeiten wähle ich?
Stress trete immer dann auf, wenn Menschen in einer bedrohlichen Situation die Frage des Lebens nicht sicher beantworten könnten, erläutert Peters: «Welche meiner Strategiemöglichkeiten soll ich wählen, um mein zukünftiges körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden sicherzustellen? In der gegenwärtigen Corona-Krise sind fast alle Menschen unsicher, wie sie diese Frage beantworten sollen.»
Sogenannter toxischer Stress entstehe dann, wenn sich die Unsicherheit im Laufe der Zeit nicht auflösen lasse: zum Beispiel bei Einsamkeit, Trennung oder Geldsorgen. «Viele arbeiten heute in prekären Arbeitssituationen, mit befristeten Verträgen, in Firmen und Branchen, die in der Krise stecken. Bleibt die Corona-Krise unbewältigt und dauert länger als ein Jahr, werden viele Menschen toxischen Stress erfahren», sagt Peters.
«Durch chronische Überlastung des Gehirnstoffwechsels kommt es dann zu einer Energieumverteilung im menschlichen Organismus: Das Gehirn bekommt am meisten, die Körpermasse nimmt ab, das innere Bauchfett nimmt zu und es steigt das Risiko von Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Depression, Alzheimer und Diabetes.»
Kollektive Schicksale sind besser zu ertragen
Trotz allem vermittelt die Psychologin und Therapeutin Stefanie Stahl auch Hoffnung: Es gebe viele Studien darüber, dass kollektive Schicksale besser zu ertragen seien als das Einzelschicksal, sagt die Bestsellerautorin («Das Kind in dir muss Heimat finden»).
«Wenn mich die Unsicherheit nur als Einzelperson betrifft und rundherum das Leben weitergeht, ist es schwieriger zu ertragen als wenn die gesamte Gemeinschaft betroffen ist», sagt die Lebenshilfe-Expertin. «Wenn sich alle fragen, wie es weitergeht – zum Beispiel finanziell – dann hält dieser Gedanke für den einzelnen einen kleinen Trost bereit.»
So lange es keine konkreten Exit-Pläne aus der aktuellen Situation gebe, sei das alles sehr belastend, sagt Stahl. «Eine gute Kopfhygiene ist dann hilfreich, indem ich also belastende Gedanken schnell loswerde. Dann richte ich den Fokus bewusst auf andere Themen und vor allem aufs Hier und Jetzt.» Sonst verliere man sich schnell in irgendwelchen Szenarien. «Und Angst-Szenarien haben gemeinsam, irgendwo in der Zukunft zu spielen und nicht im Hier und Jetzt.»
Wer ganz konkrete Sorgen habe – um den eigenen Betrieb zum Beispiel – sollte versuchen, Katastrophendenken zu stoppen, und es probieren, sofort in Lösungen zu denken, das aber auch nicht von morgens bis abends, sondern sich dabei auch mal Auszeiten nehmen.
«Uns geht nichts verloren»
Eine grosse Hilfe könne es ausserdem sein, wie beim Einkaufen zu handeln: «Wenn Sie einkaufen gehen und Sie müssen 30 Artikel kaufen und Sie haben keine Einkaufsliste, dann ist Ihr Gehirn ständig damit beschäftigt, an diese 30 Sachen zu denken, um bloss nichts zu vergessen und die Kontrolle zu behalten. Aber wenn Sie eine Liste haben, dann kann sich Ihr Gehirn anderen Dingen zuwenden, weil es weiss: steht ja alles aufm Zettel. Das ist also eine Entlastung.»
Diesen Trick könne man auch auf Ängste anwenden. «Ich beschäftige mich am Tag, sagen wir, 10 bis 20 Minuten intensiv damit, schreibe das alles auch auf und widme mich dann nur noch dem, was ansteht. Und wenn dann wieder blöde Gedanken kommen, dann sage ich meinem Gehirn: Das haben wir alles notiert, uns geht nichts verloren.»
Wildkräuter sind nicht nur dekorativ – sie schmecken auch gut.
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Um gedeihen zu können, benötigt der Bärlauch nahrhaften Boden, genügend Feuchtigkeit und leichten Schatten. «Bärlauch gehört nicht ins Kräuterbeet», rät die Agraringenieurin und Buchautorin Brunhilde Bross-Burkhard. «Besser ist er unter höheren Bäumen oder im leichten Schatten am Haus aufgehoben.» Man sollte ihn begrenzen: «Einmal angesiedelt, breitet er sich immer weiter aus.»
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Sie ist anspruchslos und wächst nahezu überall: die Brennnessel. Junge Blätter kann man wie Spinat zubereiten oder trocknen, um diese später als Tee zu verwenden. Die Brennnessel wirkt entwässernd und ist reich an verschiedenen Nährstoffen.
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Das Gänseblümchen ist im Spätwinter und im Frühjahr am wertvollsten, weil dann kaum anderes frisches Grün im Garten geerntet werden kann, findet Brunhilde Bross-Burkhard.
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Er gilt als Grauen vieler Gärtner – der Löwenzahn! Kein Wunder, denn er vermehrt sich rasant. Aber Löwenzahn ist auch eine wertvolle, gesunde Pflanze, die Salate aufwertet. Besonders schmackhaft sind die jungen zarten Blätter. Löwenzahn hat ein nussartiges, leicht bitteres Aroma.
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Der Sauerampfer gehört zu den Wildkräutern, die sich von selbst im Garten ansiedeln. In der Küche verfeinert er verschiedene Speisen. «Er ist eines der ersten Kräuter, die im zeitigen Frühjahr erscheinen», erklärt Brunhilde Bross-Burkhardt. Sein Vorteil: Der Sauerampfer wuchert nicht. Er kann ins Kräuterbeet gesetzt werden, aber auch überall im Garten wachsen.
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Neben dem Löwenzahn ist die Vogelmiere wohl das unbeliebteste Unkraut im Garten. Dabei ist es eine wohlschmeckende Zutat für jeden Salat. Die Pflanzen fühlen sich auf nährstoffreichem Boden wohl, den sie rasch mit ihren Trieben überziehen.
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Im heimischen Garten mag es der Waldmeister schattig, im Wald findet man ihn deshalb vornehmlich unter Laubbäumen. «Dem Waldmeister muss man viel Platz geben, wenn man ihn in den Garten holt», erklärt Bross-Burkhardt. Dafür hat er gestalterisch etwas zu bieten: «Er ist ein schöner Bodendecker.»
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