Weihnachtsfasten – das sind die 10 beliebtesten Methoden

Sulamith Ehrensperger

3.12.2020 - 06:37

Frau misst ihren Hüftumfang
«Fasten vor Weihnachten» ist wieder in. Wer das ganze Jahr über seinen Body mit Sport und guter Ernährung in Form hält, möchte offenbar nicht an zu viel Weihnachtsleckeren scheitern.
Bild: Getty Images

Heilfasten, Früchte- oder Intervallfasten: Verzicht und Detox sind zunehmend auch in der Vorweihnachtszeit zu beobachten. Welches die aktuell beliebtesten Fastenmethoden sind. 

Auch bei Menschen, die mit Glauben wenig am Hut haben, liegt Fasten sehr im Trend – und wird vor Weihnachten laut einer Online-Umfrage immer beliebter.

Die Hauptmotivation ist bei den meisten Befragten die Entgiftung (41 Prozent), gefolgt vom Abnehmen (35 Prozent), den bewussten Verzicht üben (17 Prozent) und aus religiösen Gründen (7 Prozent). Das zeigt eine aktuelle Online-Befragung von Wellnessreisen-Spezialist «Fit Reisen» und Online-Healthguide «Fitguide.one».

Auch die Corona-Situation dürfte das Fastenverhalten beeinflussen – fallen doch die meisten Weihnachtsessen ins Wasser. Die Adventszeit war einst christliche Fastensaison, die wohl aus zu viel Lust an Glühwein, Guetzli und Genuss aus der Mode gekommen ist. Nun besinnen sich die Menschen offenbar wieder darauf.

Die beliebtesten Fastenmethoden vor Weihnachten

Platz 1: Intervallfasten

Intervallfasten, oder auch intermittierendes Fasten genannt, ist der grosse Diät-Hype der vergangenen Jahre. Im Gegensatz zu anderen Methoden darf man dabei nämlich essen, was man will – dank der einfachen «Essen mit Blick auf die Uhr»-Methode. Nach einem festgelegten 16:8-Rhythmus darf täglich innerhalb von acht Stunden normal gegessen werden, während der restlichen 16 Stunden gönnt man dem Magen Ruhe. 

Platz 2: Heilfasten nach Buchinger

Eine der bekanntesten Entschlackungsmethoden ist das Buchinger Heilfasten, erfunden vom deutschen Arzt und Naturheilkundler Otto Buchinger (1878 bis 1966). An mindestens fünf Tagen gibt es keine feste Nahrung, nur Wasser, Gemüsebrühe, verdünnte Säfte, in geringer Menge auch Milchprodukte. Fasten nach Buchinger soll die Selbstheilungskräfte und Stoffwechselaktivierung des Körpers aktivieren. Es soll nur für kurze Zeit auf eigene Faust durchgeführt werden.

Platz 3: Suppenfasten und Saftfasten

Auf Platz drei landen gleich zwei sich ähnelnde Detoxtrends: das «Suppenfasten» und das «Saftfasten». Bei beiden Varianten soll der bewusste Verzicht auf feste Nahrung den Körper entgiften und entlasten. Das «Souping» (Suppenfasten) dauert in der Regel neun Tage, an denen ausschliesslich warme und kalte Suppen mit reichlich Gemüse und Obst auf den Tisch kommen.

Das kalorienärmere Saftfasten dauert meistens nur über ein Wochenende, an dem täglich bis zu sieben Gläser frische Obst- und Gemüsesäfte getrunken werden. Dazu gibt es reichlich Wasser und Tee. Durch die geringe Kalorienzufuhr können typische Nebenwirkungen Schwäche und Kraftlosigkeit sein, jedoch sollte man sich ausreichend bewegen. Sowohl das Suppen- als auch das Saftfasten werden gerne als simple Turbo-Entgiftung genutzt. 

Platz 4: Basenfasten

Eine Basenkur soll einen ausgeglichenen Säure-Basis-Haushalt des Körpers wiederherstellen. Dabei ernährt man sich eine Woche lang ausschliesslich von basischen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Samen, Nüssen oder Pilzen. Nicht auf die Teller kommt alles Säurehaltige, wie Getreide und tierisches Eiweiss. Dazu trinkt man jeden Tag zwei bis drei Liter stilles Wasser. Es gibt keinen wissenschaftlich anerkannten Nachweis für die Übersäuerungstheorie.

Platz 5: F.X. Mayr Kur

Entwickelt vom österreichischen Arzt Franz Xaver Mayr (1875 bis 1965) geht es bei der naturheilkundlichen Detoxkur hauptsächlich darum, den Darm zu sanieren. Das Kurprogramm baut sich auf den vier Prinzipien Schonung, Säuberung, Schulung und Substitution auf. Die Kur wird auch als Semmel-Milch-Diät bezeichnet, da während dieser Diätphase morgens und mittags eine sogenannte «Kursemmel» mit Milch gegessen wird.

Platz 6: Schrothkur

Eine Schrothkur – benannt nach dem Naturheiler Johann Schroth – ist eine mehrwöchige Kur zur Entschlackung des Körpers. Diese stützt sich auf vier Säulen mit Trinkverordnung, vegetarischer Diät, Kurpackungen sowie Ruhe und Bewegung. Durch den rhythmischen Wechsel zwischen Trink- und Trockentagen findet im Körper eine Art natürliche Gewebsdrainage statt, die die Selbstheilungskräfte aktiviert. Aufgrund der umfangreichen Handhabe sollte eine Schrothkur nur unter fachmännischer Begleitung durchgeführt werden. 

Platz 7: Teefasten

Hartgesottene Detoxfans setzen auf das Teefasten. Es ist eine strenge Form des Heilfastens, bei der komplett auf feste Nahrung verzichtet wird. Darum ist diese Entgiftungsvariante nur etwas für absolut gesunde Menschen. Während der Fastendauer von zwei bis drei Tagen reduziert sich die Kalorienaufnahme auf null. Getrunken werden ausschliesslich drei bis fünf Liter Tee am Tag. Wichtig: Vor und nach der Fastenzeit sollte der Körper mit vitaminreicher Schonkost langsam an die Nahrungsumstellung gewöhnt werden.

Platz 8: Ayurvedisches Fasten

Wer ein bisschen Exotik in seinen Fastenalltag bringen möchte, setzt auf Ayurvedisches Fasten. Die indische Heillehre empfiehlt, eine gewisse Zeit lang die Nahrungsaufnahme zu reduzieren. Zum Beispiel, indem man auf das Frühstück verzichtet und abends eine Gemüsesuppe zu sich nimmt. Mittags setzt die ayurvedische Fastenkunde auf strikte vegane Kost, zum Beispiel gelbe Mung Bohnen, Dals oder Suppen. Fasten nach Ayurveda scheint bei uns noch ein Geheimtipp zu sein.

Platz 9: Früchtefasten

Früchtefasten ist ein natürliches Detoxverfahren, bei dem innerhalb einer Woche drei- bis fünfmal täglich nur frisches Obst, Nüsse und Gemüse auf die Teller kommen. Anhänger vertreten die Ansicht, diese Ernährungsform diene der Entschlackung und der Entgiftung des Körpers und das Immunsystem werde aktiviert. Gerade wer beim Entgiftungsprogramm nicht ganz auf feste Nahrung verzichten möchte, findet beim Früchtefasten eine stärkende Alternative und reichlich Vitamine und Ballaststoffe.

Platz 10: Wasserfasten

Fasten nur mit Wasser ist eine beliebte jedoch auch radikale Form, um den Körper zu entschlacken. Hierbei gilt es, über einen bestimmten Zeitraum komplett auf feste Nahrung und Flüssigkeiten zu verzichten – ausser natürlich Wasser. Experten raten, das Wasserfasten an einem bis maximal drei Tagen anzuwenden, Menschen mit Herzkreislauf- und Nierenerkrankungen sollten aber komplett vom Wasserfasten absehen. Wichtig ist, den Körper auf die Nahrungspause langsam vorzubereiten, zum Beispiel sollte drei Tage vorher der Speiseplan auf gekochten Reis, Gemüse oder Obst umgestellt werden. Beim Wasserfasten selbst sollten pro Tag drei Liter getrunken werden, die zusätzliche Aufnahme von Natrium ist unbedingt notwendig, da Kochsalzmangel lebensgefährliche Folgen haben kann.



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