Bitter-Rezeptoren auf der Zunge könnten Krebs hemmen

SDA

3.12.2021 - 15:25

29.08.2020, Baden-Württemberg, Ludwigsburg: Ein Mann fotografiert bei der 21. Kürbisausstellung im blühenden Barock ein Kürbis-Kunstwerk von Künstler Pit Ruge, das die bekannte Zunge der Rolling Stones darstellt. Die weltgrößte Kürbisausstellung mit dem diesjährigen Thema ·Musik· findet vom 28.08.2020 bis zum 06.12.2020 statt. Foto: Christoph Schmidt/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Christoph Schmidt)
Eine der bekanntsten Zungen der Welt: Das Logo der Rockband Rolling Stones, hier nachgestellt mit Kürbissen bei einer Ausstellung im deutschen Ludwigsburg.
Bild: Keystone/DPA/Christoph Schmidt

Neue Hoffnung im Kampf gegen Krebs: Wissenschaftler aus Wien setzen grosse Hoffnungen in Geschmacksrezeptoren auf der Zunge, die bittere Geschmäcker wahrnehmen. 

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3.12.2021 - 15:25

Geschmacksrezeptoren, die auf der Zunge Bitterstoffe wahrnehmen und das dem Gehirn melden, sind «krebshemmend». Das berichten Forscher der Universität Wien. Die gezielte Aktivierung solcher «Bitterrezeptoren» verringert das Wachstum und die Ausbreitung von Tumorzellen, erklären sie in einem Übersichtsartikel in der Fachzeitschrift «Cancers».

Menschen haben mehr als 25 verschiedene Typen von Bitterrezeptoren auf der Zunge, wo sie der Geschmackswahrnehmung dienen, so die Forschenden um Veronika Somoza vom Institut für Physiologische Chemie der Universität Wien: «Zudem mehren sich Befunde, dass auch Zellen anderer Organe über solche Rezeptoren verfügen». Dort haben sie aber nichts mit dem Geschmack zu tun, sondern regeln zum Beispiel in Magenzellen die Säureausschüttung und im Darm sowie den Atemwegen die Freisetzung von Substanzen gegen Mikroben.

Laut der Auswertung verschiedener Fachpublikationen produzieren Krebszellen weniger Bitterrezeptoren, berichten sie. Wenn man ihre Herstellung jedoch künstlich anregt oder Bitterrezeptoren gezielt aktiviert, würde das «zelluläre Mechanismen stimulieren, die krebshemmend sind», erklären die Forscher. Die Teilung und Wanderung von Krebszellen wird dadurch verringert, und sie begehen öfter Selbstmord (Apoptose). «Das macht die Bitterrezeptoren als Ansatzpunkte für die Entwicklung neuer Therapeutika interessant», meint Somoza.

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