Zähneputzen kann jeder – aber so machen Sie es richtig

Gil Bieler

26.9.2020 - 18:00

Auch Zähneputzen will gelernt sein. 
Bild: Getty Images

Von klein an wird uns erklärt, wie man seine Zähne richtig putzt. Dennoch machen wir vieles falsch. Worauf sollte man achten – und welche Tipps kann man spülen? Die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft weiss es.

Zum Zahnarzt geht niemand gerne. Umso mehr Aufwand betreiben wir daher, um einen Termin zu vermeiden. Doch wie putzt man Zähne und Zahnfleische am gründlichsten? Und welche Angewohnheiten sollte man sich dringend abgewöhnen? «blue News» hat bei der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft nachgefragt und um eine Einschätzung zu gängigen Zahnpflege-Fragen gebeten.

Reinigen elektrische Zahnbürsten wirklich besser als Handzahnbürsten?

«Elektrische Zahnbürsten reinigen leicht besser als Handzahnbürsten», erklärt Markus Gubler, stellvertretender Pressesprecher der Zahnärzte-Gesellschaft SSO. Jedoch könne man auch mit einer Handzahnbürste die Zähne wirksam putzen und kariesfrei behalten.

Wie lange muss man die Zähne putzen?

Mindestens zwei Minuten, lautet die klare Antwort.

Die Zähne direkt nach dem Essen putzen – oder besser etwas abwarten?

Immer wieder stösst man auf Artikel, wonach man nicht gleich nach dem letzten Bissen ans Zähneputzen machen solle. Die Zahnärzte-Gesellschaft rät aber: Besser sei es, direkt nach dem Essen die Zähne zu reinigen. 

Kann man die Zähne auch zu häufig putzen?

Nein, sagt Markus Gubler von der SSO. «Man kann die Zähne aber falsch putzen – mit zu starkem Bürstendruck und zu abrasiver Zahnpasta, die den Zahnschmelz abschmirgelt.»

Kann ein Zahnpflege-Kaugummi das Zähneputzen ersetzen?

Ist man unterwegs oder hat es eilig, kommt man nach dem Essen oft nicht zum Zähneputzen. Für solche Fälle gibt es im Detailhandel spezielle Kaugummis, die der Zahnpflege dienen sollen. (…) Ein vollwertiger Ersatz fürs Putzen ist das aber nicht, heisst es bei der Zahnärzte-Gesellschaft. Regelmässiges Kauen von zuckerfreiem Kaugummi könne jedoch zur Kariesprophylaxe beitragen. Der Grund: Das Kauen rege den Fluss des Speichels an.



Kann eine Mundspülung die Zahnseide ersetzen?

Natürlich benutze man Zahnseide, beteuert man bei jedem Zahnarzttermin – aber lässt die Extrarunde Zahnpflege daheim dann doch wieder sein. Reicht es denn nicht, zu spülen? Nein. «Viele Zahnschäden entstehen in den Zahnzwischenräumen», erklärt Markus Gubler von der SSO. «Diese engen Stellen muss man mit einem zusätzlichen Hilfsmittel, Zahnseide oder Interdentalbürstchen, reinigen.» Eine Mundspülung beseitige Plaque nämlich nicht.

Verfärben Kaffee, Tee und Wein die Zähne?

Ja. Kaffee, Tee und Wein können Zähne oberflächlich verfärben.

Hellt Zahncreme für weisse Zähne diese tatsächlich auf?

Ja, heisst es bei der Zahnärzte-Gesellschaft, doch diese Aufhellung halte nur kurz an. Ein professionelles Bleaching oder der Besuch bei der Dentalhygienikerin sei weitaus effektiver.

Ist Zahnbleaching schädlich?

Bleaching könne das Zahnfleisch irritieren oder Schmerzen bei frei liegenden Zahnhälsen verursachen, antwortet die Zahnärzte-Gesellschaft. Zudem bestehe das Risiko von allergischen oder toxikologischen Reaktionen. «Deshalb: Zuerst beim Zahnarzt abklären, ob sich die Zähne fürs Bleichen überhaupt eignen.»

Lägen orale Erkrankungen wie Karies oder Zahnfleischentzündung vor, sei ein Zahnbleaching nicht zu empfehlen. Und: «Auch Schwangere sollten ihre Zähne nicht aufhellen, da ihr Zahnfleisch empfindlicher ist und sich leicht entzündet.»



Nützt flouridierende Zahnpasta etwas?

Ja. Fluoride sind ein wichtiger Schutz vor Karies. Sie stärken den Zahnschmelz und machen ihn widerstandsfähig gegen Säuren.

Wie schädlich ist Rauchen für die Zähne?

Sehr schädlich, hält Markus Gubler fest: «Tabakkonsum schadet Mund und Zähnen. Rauchen erhöht das Risiko für Mundhöhlenkrebs und Zahnfleischerkrankungen, es schädigt die Mundschleimhaut, beeinträchtigt den Geschmackssinn und begünstigt die Entstehung von Karies.»

Was ist mit «Dampfen», also E-Zigaretten?

Da sieht es gemäss den Experten nicht viel besser aus als beim Rauchen: Das Nikotin im Dampf von E-Zigaretten verschlimmere Zahnfleisch- und Zahnbetterkrankungen und beeinträchtige die Heilung.

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