06.10.2017 - 08:30, Cover Media

Bauchfett: Darum werden wir es im Alter so schwer los

 

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Sie werden die Rettungsringe in der Bauchregion einfach nicht los? Keine Sorge, laut einer neuen Studie, kann das wissenschaftliche Gründe haben.

Ab einem gewissen Alter haben manche Menschen oft das Gefühl, sie würden das Fett an bestimmten Körperstellen einfach nicht mehr wegbringen. Am Bauch wird zum Beispiel Fett angesetzt, weil der Körper seine Energie nicht aus den Fettspeichern zapft, die dort einlagern. Warum das so ist, wusste man bislang nicht. Doch Wissenschaftler der Universitäten Yale und Bonn scheinen nun eine Lösung für diese Frage gefunden zu haben.

Professor Vishwa Deep Dixit und sein Team haben dafür eine Studie an Mäusen vorgenommen. Auch die Nager bauen mit zunehmendem Alter immer weniger Bauchfett ab. Als sie das Fettgewebe der Tiere unter die Lupe nahmen, entdeckten die US-amerkanischen Forscher einen bestimmten Zelltyp in besagtem Bauchfett: eine neue Art von Makrophagen.

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Bauchfett: Darum werden wir es ab einem bestimmten Alter so schwer los
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Diese weissen Blutkörperchen spielen etwa bei der Bekämpfung und Zerstörung von Krankheitserregern eine wichtige Rolle. Bei den untersuchten Mäusen befanden sich die Makrophagen auch im Fettgewebe, und zwar stets in der Nähe von Nervenzellen. Hat eine Maus Hunger, produzieren diese Nervenzellen Botenstoffe, die wiederum die Fettverbrennung stimulieren. Man vermutete nun, dass die Makrophagen bei dieser Kommunikation stören.

Fettabbau funktioniert nicht mehr richtig

In einem weiteren Schritt isolierten die Wissenschaftler aus den Makrophagen im Bauchfett alle aktiven Gene, die insgesamt Transkriptom genannt werden. Das taten sie bei jungen und bei alten Mäusen, die alle auf Diät gesetzt wurden. Die Daten wurden dann ans Life & Medical Sciences Institut in Bonn geschickt.

«Wir haben diese Daten analysiert», so der Bonner Prof. Dr. Joachim Schultze. «Wir konnten so herausfinden, welche Gene sich hinsichtlich ihrer Aktivität in den alten und jungen Tieren unterscheiden. Darunter mussten auch die Erbanlagen sein, die für den verlangsamten Fettstoffwechsel im Alter verantwortlich sind.»

Das alles reichte zusammenfassend für diese Erkenntnis: Bei Hunger scheinen die Nervenzellen im Bauchfett den Botenstoff Noradrenalin auszuschütten, die daraufhin den Fettabbau ankurbeln. Mit dem Alter funken die Makrophagen aber ständig dazwischen, indem sie sich in eine Art Entzündungsmodus umschalten. Es wird ein weiteres Enzym produziert, was wiederum das Noradrenalin zerstört - das hindert den Fettabbau.

Natürlich gelten diese Ergebnisse bislang nur für Mäuse. Man vermutet aber, dass beim Menschen ähnliche Mechanismen wirken. Dieser These soll nun in weiteren Untersuchungen nachgegangen werden.

Anteil der fettleibigen Menschen steigt rasch

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