Bligg: «Die Antwort wäre definitiv nicht jugendfrei»

16.1.2019 - 00:00, Bruno Bötschi

Bligg über seinen Tick: «Ich bin ein extremer Ordnungsfanatiker. Wenn irgendwo ein Bild schräg hängt, dann muss ich – egal, wo ich gerade bin – aufstehen und es richten.»
Bild: Adrian Bretscher 

Musiker Bligg spricht über seine grosse Liebe, erzählt von einem wunderbaren Tick seines Sohnes und verrät, wie seine Wohnung eingerichtet ist.

Zürich, Radiostudio SRF, kurz vor neun Uhr. Kaum Gäste, wunderbarer Kaffee und kein Bligg. Warten auf ihn. Dort. Er kommt. Mütze. Bart. Ein Lächeln. Er scheint gut gelaunt zu sein. Und hat viele Fragen – zu «Bluewin». Wie bitte? Da scheint einer den Laden seit Jahren und gut zu kennen.

Sein Bassist Reto C. «FU» Gaffuri habe, erzählt er, längere Zeit auf der Redaktion gearbeitet, ein anderer guter Freund ebenfalls. Vor Jahren habe er zudem bei einem Livechat mitgemacht. Und dann natürlich die legendären Feierabendbiere. Gute Erinnerungen, momoll.

Bligg: «Und wie heisst das heutige Format?» – Journalist: «Bötschi fragt. Möglichst viele Fragen in möglichst kurzer Zeit.» – Bligg: «Das gibt für den Leser also viel zu scrollen.» Genau. 

Bligg, wir machen heute ein Frage-Antwort-Spiel: Ich stelle Ihnen in den nächsten 30 Minuten möglichst viele Fragen – und Sie antworten möglichst schnell und spontan. Passt Ihnen eine Frage nicht, sagen Sie einfach «weiter».

Let’s go.

DVD oder Netflix?

Definitiv Netflix – wobei, ich muss meine Antwort etwas relativieren. Ich finde das Konzept von Netflix interessant – nicht zuletzt wegen der länderspezifischen Filmproduktionen. Gleichzeitig muss ich jedoch sagen, dass manch Filmklassiker auf Netflix leider nicht vorhanden ist. Deshalb besitze ich nach wie vor ein DVD-Gerät und eine beachtliche Filmsammlung.

Nicki Minaj oder Steff la Chef?

Buh ... Nicki Minaj. Steff la Chef ist super. Wenn es aber darum geht, was ich im Auto lieber höre, dann ist es klar Nicki Minaj.

Stehen Sie morgens mit Musik auf?

Nicht mehr. Als junger Mensch bin ich mit Musik eingeschlafen und aufgewacht. Aber nach 20 Jahren als Musiker ist man um jeden Spot froh, an dem Ruhe herrscht.

Was konnten Sie als Fünfjähriger auf der Gitarre spielen?

Mani-Matter-Songs.

Daumenlutscher?

Nein.

Bettnässer?

Ja.

Der zentrale Ort Ihrer Jugend?

(Überlegt ganz lange) Die Strasse und das Musikstudio.

Grausamste Bestrafung, unter der Sie als Kind leiden mussten?

(Überlegt lange) Diese Frage ist zu privat.

Bravo-Poster im Kinderzimmer – ja oder nein?

No way.

Ihre ungestillte Sehnsucht als Zwölfjähriger?

Ferien in den Bergen – alle meine Kollegen waren irgendwann einmal dort oben, nur ich nicht. Meine Eltern konnten sich diese Art Wintersport-Ferien nicht leisten; mein Vater war Bauarbeiter, wir waren drei Geschwister. Ich dachte, in den Bergen oben muss es total geil sein, weil alle dorthin gefahren sind.

Bligg über seinen Sohn: «Als kürzlich mein Kleiner zum ersten Mal an einen Soundcheck kam, war das schon sehr speziell.»
Bild: Simon Zangger

War Ihr Aussehen für Ihre Karriere hinderlich oder förderlich?

Ähm ... beides. Obwohl ich nicht weiss, was an meinem Aussehen derart speziell sein soll.

Wann zuletzt den Bart abrasiert?

2015 in den Ferien. Ich mache es immer dann, wenn ich am Meer weile – damit wieder einmal etwas Sonne, Licht und Salzwasser auf mein Antlitz kommt (lacht).

Ihr persönlicher Fashion-Gau?

Wow, da gibt es so viele, dass mir im Moment definitiv keiner einfällt, den ich nennen möchte.

Pause. Das gefällt ihm jetzt: es spannend machen.

Oder doch, da fällt mir etwas ein: Als junger Hip-Hopper stülpte ich mir hin und wieder ein Dureg über das Haar. Ach, wer weiss, vielleicht kommt das demnächst wieder in Mode.

Machen sich die Menschen zu viel Gedanken über Mode?

Man kann sich über Mode nie zu viel Gedanken machen.

Schönster Mann, mit dem Sie je verglichen wurden?

Wow, dass ist eine schwierige Frage, weil ich noch nicht oft verglichen worden bin. Ich empfinde auch nicht sehr viele Männer als schön – hin und wieder wurde ich mit Schauspieler Al Pacino verglichen.

Wirklich wahr, dass Sie jeden Morgen um 5.30 Uhr aufstehen und zwei Stunden Sport machen?

Nicht jeden, aber so oft wie möglich.

Heute Morgen auch?

Ja.

Was trainieren Sie?

Kraftsport, Cardio, ausgiebig Dehnen – vor allem mit dem eigenen Körpergewicht, Geräte benutze ich nur als Ergänzung.

Bligg über die schlechteste Seite des Ruhms: «Überall erkannt zu werden – wenn es nicht für die Musik wäre, könnte ich sehr gut darauf verzichten, in der Öffentlichkeit zu stehen.»
Bild: Simon Zangger

Wann zuletzt eine Nacht durchgetanzt?

Das muss irgendwann mit 20 gewesen sein. Also Sie meinen wirklich durchgetanzt? Bei mir war es eher durchgesoffen.

Netteste Erinnerung an Alkohol?

Das ist wahrscheinlich meine allererste Erinnerung daran. Ich weiss noch ganz genau, wann ich das erste Bier getrunken habe.

Bitte erzählen.

Ich war 16 und trainierte Karate bei Koichi Sugimura, einer der grossen Karate-Koryphäen hierzulande. Sugimura hat die japanische Kampfsportart in die Schweiz gebracht. Er war ein fordernder Trainer, gleichzeitig war ihm aber auch das Konträre wichtig. An einem Abend im Karatelager sagte er plötzlich: «Jetzt trinken wir zusammen ein Bier.» Sugimura fand, dies gehöre genauso zum Leben wie das Lernen in der Schule. Ein sehr schöner Moment.

Für welche Ihrer Charakterschwäche schämen Sie sich am meisten?

Vergesslichkeit.

Wofür wäre es falsch, sich zu schämen?

Vergesslichkeit.

Wann zum letzten Mal sinnlos herumgesponnen?

Vor zehn Minuten im Auto.

Ihr Tick?

Ich bin ein extremer Ordnungsfanatiker. Wenn irgendwo ein Bild schräg hängt, dann muss ich – egal, wo ich gerade bin – aufstehen und es richten.

Ein Tick, für den Sie Ihren Sohn lieben?

Mein Sohn zwickt mich gerne an meinen Ohren. Ich versuche seit Längerem, ihm das abzugewöhnen.

Bligg bittet den Journalisten, den Namen seines Sohnes nicht zu publizieren. Der Musiker, der bürgerlich Marco Bliggensdorfer heisst, spricht ausführlich über seine Leidenschaft, die Musik, aber über Privates gibt er sich gern zurückhaltend. Und so wird sich auch der Fragende während dieses Gesprächs noch den einen oder anderen Korb einfangen.

Ihr Lieblingskinderlied?

«Hejo, spann den Wagen an» – das Lied finde ich auch musikalisch echt geil.

Ihr Tick beim Komponieren?

Während des Komponierens ertrage ich äussere Einflüsse ganz schlecht. Ich bin dann total in meiner Welt. Werde ich in dieser Situation gestört, bin ich total genervt.

Die letzten vier Ihrer fünf Alben kamen auf Platz eins der Schweizer Hitparade. Wann fanden Sie das perfekte Hit-Rezept?

Bis heute habe ich es nicht gefunden.

Sein Album «KombiNation», das letztes Jahr erschienen ist, ist das 14. Werk des 42-jährigen Musikers. Es hat seine Erfolgsspur weitergezogen.

Haben Sie einen Hit-Pullover, also einen Pulli, in dem Sie sich komponierend besonders wohlfühlen?

Eher eine Hose – und zwar meine Trainierhose, aber stimmt, da gehört auch ein Pullover dazu. Ich trage ganz oft einen Jogginganzug, wenn ich komponiere.

Was machen Sie mit den 28 Demosongs, die es letztes Jahr nicht auf Ihr Album «KombiNation» geschafft haben?

Die sind, wie viele andere Songs, die es in den letzten Jahren nicht auf eines meiner Alben geschafft haben, auf meinem Rechner gespeichert. Es kommt immer wieder vor, dass ich mich durch die bisher nicht veröffentlichten Songs höre, wenn ich anfange, ein neues Album zu komponieren. Jüngstes Beispiel dafür ist die Single «Us Mänsch» auf meinem aktuellen Album. Dieser Song entstand als Demoskizze bereits 2013 und wäre eigentlich für mein Album «Service Publigg» geplant gewesen, dass 2014 erschienen ist – er hat‘s aber damals dann doch nicht geschafft.

Fällt schön singen leichter, wenn man Liebeskummer hat?

Ja.

Eine Info für all jene Lesenden, die keine Boulvardmedien konsumieren: Während der Produktion zu seinem aktuellen Album hat sich Bligg von seiner Freundin und Mutter seines Sohnes getrennt.

Die verrückteste Sache, die Sie je beim Singen mit Ihren Händen angestellt haben?

Eine Zigarette gedreht.

Ihr himmlischster, wirklich glückseligster Moment auf einer Bühne?

Es ist schwierig, dass auf einen einzigen Moment zu münzen, denn es gab so viele davon. Aber kürzlich kam mein Kleiner zum ersten Mal an einen Soundcheck. Das war schon sehr speziell.

Wann zuletzt ein Lokal oder einen Club betreten, in dem gerade ein Lied von Ihnen lief?

Gestern Abend, im Kassenhäuschen der Tankstelle lief «Us Mänsch».

Erkannte Sie der Tankwart?

Ja. Er sagte: «Hey Marc Sway, ist schön, dass ich dich endlich einmal live sehen darf.»

2010 nahmen Sie zusammen mit Xavier Naidoo den Song «Spiegel» auf. Würden Sie das auchheute noch tun? Der Soulsänger fiel in den letzten Jahren immer wieder durch rechtspopulistische Äusserungen auf.

Ich muss dazu sagen, ich bin nicht besonders gut im Bild, wie es gerade um Xavier Naidoo steht respektive was sein Mindset ist, was also in den letzten Monaten in den Medien über ihn geschrieben wurde. Mein Bezug zu Naidoo ist folgender: Er wurde zur gleichen Zeit wie ich gross. Zudem war die deutsche Musikszene immer ein guter Punchingball für uns Schweizer Musiker – als Inspiration genauso wie als Motivation. Naidoo ist einer der grossen Sänger in Deutschland. Natürlich gibt es ein Level, ab dem ich nicht mehr bereit wäre, mit einem anderen Künstler zusammenarbeiten. Aber das war bei Naidoo bisher nicht in dem Masse der Fall, dass ich sagen müsste, er wäre ein No-Go für mich.

Die derzeit beste Melodie im Radio?

Kann ich Ihnen nicht sagen, ich höre zu selten Radio.

Lieder funktionieren oft wie Apotheken: Welcher Song hilft Ihnen gegen Heimweh?

Ich war in Thailand in den Ferien, sass in einer Bar und das Lied «Giggerig» von Polo Hofer lief. Auf dem Song singt Sandra Goldner mit. Sie hatte eine der genialsten Stimmen, die dieses Land je hatte, ist aber leider 1991 gestorben. Sie hatte einen geilen Janis-Joplin-Approach. Der Song hilft wunderbar gegen Heimweh.

Gegen mangelndes Selbstbewusstsein?

Das kann ich nicht auf einen Song runterbrechen, aber Rap-Musik hilft extrem.

Gegen Liebeskummer?

Alter Soul.

Würden Sie von sich aus behaupten «Ich bin eine Rampensau»?

Würde ich nicht über mich sagen, aber die Leute behaupten es.

Wie viel von dem, was Sie als Bligg rappen, ist aus dem realen Leben von Marco Bliggensdorfer gegriffen?

50 Prozent.

Macht die Musik die Welt besser?

Auf jeden Fall.

Wundern Sie sich manchmal darüber, dass Sie der erfolgreichste Musiker der Schweiz sind?

Seit ich es bin, ja.

Die besten Seiten des Erfolges?

Mein eigener Boss zu sein.

Die schlechtesten?

Überall erkannt zu werden – wenn es nicht für die Musik wäre, könnte ich sehr gut darauf verzichten, in der Öffentlichkeit zu stehen.

Immer mehr Leute beziehen die Musik gratis aus dem Internet. Ihre Meinung zu dieser Piraterie?

Es ist ja leider keine Piraterie mehr. Vor zehn Jahren war das noch der Fall, als Musik als MP3 runtergeladen wurde. Mittlerweile wird Musik gestreamt – und so ist eine öffentliche Gratis-Kultur entstanden. Das hat Vor- und Nachteile. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Früher, wenn ich ein Album herausgab, wurde 10'000 Exemplare produziert. Waren die weg, war die CD ausverkauft, weil es sich nicht lohnte, nochmals nachzudrucken. In der heutigen Zeit gibt es für mich als Musiker die Möglichkeit, meine Songs online zu stellen. So kann meine Musik forever drehen. Ich kann also dauerhaft verdienen – zwar viel weniger als früher, weil die heutigen Einnahmen im Vergleich zu den Umsätzen aus dem Plattenverkauf fatal sind.

Bligg hat auch recht. Das Internet hat hier und da den Wert von Bildern, Texten und Musik geschmälert. Und das ist mitunter schade.

Mit welchem Kunstwerk in Ihrem Daheim können Sie notfalls angeben?

Ich bin Kinofan und besitze eine Bilder-Sammlung von Filmen wie «Der Pate» oder «Scarface». Auf den Bildern sind meist Original-Autogramme der Schauspieler zu finden – etwa von Sharon Stone, Al Pacino, aber auch von Marlon Brando. Die Bilder sind alle zertifiziert, ich habe sie extra von Amerika in die Schweiz schiffen lassen.

Wie würden Sie einer Frau, die Sie heute Nacht kennenlernen, Ihre Wohnung beschreiben?

Simpel und einfach.

Fernseher im Schlafzimmer?

Ja – dazu muss ich aber sagen, dass ich nicht mehr weiss, wann ich ihn das letzte Mal benutzt habe. Ich ertappe mich dabei, dass ich fast alles auf dem iPhone erledige.

Bligg über seine Einsamkeitsbeschäftigung: «Gibt es bei mir fast nie – aber das Handy ist sicher die erste Adresse.»
Bild: Simon Zangger

Wann kamen Sie sich zuletzt als Idiot vor?

Jeden Tag.

Lesen Sie Kritiken?

Wenn ich darüber stolpere, aber ich suche nicht extra nach ihnen.

Wie hässig waren Sie, als «Magazin»-Journalist Max Küng Sie den «Anbiederungs-Rapper» nannte?

Ich glaube, wenn ich auf solche Kritiken eingegangen wäre, dann würde ich nicht hier sitzen heute. Ich glaube, das erleben alle Menschen, die Kunst machen: Manche Menschen lieben sie, andere weniger.

Schlimmste Beleidigung, die Sie je über sich ertragen mussten?

Das ist zu privat.

Welche überraschenden Wahrheiten hat ein Kritiker über Sie geschrieben?

Jetzt muss ich vorsichtig sein, weil das Wort «Wahrheit» impliziert, dass ich es auch so sehe. Dem ist aber nicht so. Ein Kompliment, das mir geblieben ist, hat mir ein Berner Journalist gemacht. Am Anfang eines Interviews sagte er: «Ich gratuliere dir.» Als ich zurückfragte «Warum?», antwortete er: «Du hast es als Zürcher Musiker geschafft, auch ausserhalb von Zürich bekannt zu sein. Und für mich ist es so: Bern hat den Mani Matter, Zürich den Bligg.» Als grosser Matter-Fan war das natürlich ein wunderschönes Kompliment für mich.

Bei wem müssen Sie sich noch entschuldigen?

Das gibt eine lange Liste.

Welches Alltagsgeräusch geht Ihnen auf die Nerven?

Ich bin da eigentlich sehr schmerzfrei; ausser einer schmatzt laut, das klingt eklig. Ich lebe in einer Region, die Fluglärm kennt, mich stört das null.

Welche Alltagsgeräusche mögen Sie?

Den Motor meines Autos.

Was für eine Marke fahren Sie?

Sage ich Ihnen nicht.

So. Das waren Lifestyle, Mode, Auto, die Musik. Entspannte Themen also. Jetzt muss man ihm aber leider nochmals auf die Nerven gehen. Ein bisschen Privates muss sein.

Wem zuletzt bei Kerzenlicht vorgesungen?

Meinem Sohn.

Mit wem zuletzt bei Kerzenlicht gebadet?

Geht Sie nichts an.

Mal allein bei Kerzenlicht gebadet?

Auf jeden Fall.

Duftkerzen oder die aus Bienenwachs?

Alle, ich bin Kerzenfan. Ich bin ein Romantiker. Ich weiss, das glaubt man vielleicht gar nicht.

Einsamkeitsbeschäftigung?

Gibt es bei mir fast nie – aber das Handy ist sicher die erste Adresse.

Ihre grösste Niederlage?

Es gibt so viele, das kann ich jetzt nicht auf eine einzige runterbrechen.

Ihr grösster Triumph?

Mein Sohn.

Sollten wir viel öfter weinen?

Man sollte weinen, wenn man sich danach fühlt.

Schlafen Sie immer noch nicht gern auf dem Rücken?

Sie haben gut recherchiert. Es stimmt, ich bin ein klassischer Bauchschläfer.

Das grösste Abenteuer, das Sie in einem Bett bestanden haben?

Die Antwort wäre definitiv nicht jugendfrei und gehört deshalb nicht in dieses Interview.

Das schönste Kompliment, dass Ihnen eine Frau je gemacht hat?

Du bist der beste Papi.

Schönstes Kompliment von einem Mann?

Ist zu persönlich.

Bligg über das Komponieren: «Da ertrage ich äussere Einflüsse ganz schlecht. Ich bin dann total in meiner Welt. Werde ich in dieser Situation gestört, bin ich total genervt.»
Bild: zVg

Macht Liebe blind?

Darüber singe ich in meiner aktuellen Single «Im freiä Fall» – die Antwort lautet deshalb: ja.

Glauben Sie an die grosse Liebe?

Ja.

Lieber streicheln oder gestreichelt werden?

Gestreichelt werden natürlich.

Je Sex gehabt mit einer Frau, die währenddessen Highheels trug?

Auf jeden Fall.

Welcher Sport wird Sex dereinst ersetzen?

Gibt es nicht – aber wer Sport treibt, hat interessanteren Sex.

Drogen oder Sex – welches der zwei grossen Intimthemen ist für ein Interview eigentlich zu intim?

Eigentlich beide.

Hier eine Hintergrundinfo: Im Interview war an dieser Stelle eine deutlich längere Antwort gefallen. Beim Gegenlesen, der Autorisierung des O-Tons, wurde Bliggs Antwort im Nachhinein korrigiert.

Macht gute Musik glücklicher als viel Geld?

Bah ... das ist eine Interpretationsfrage.

Sind Sie glücklich oder irre glücklich?

Glücklich.

Was empfinden Sie in den Bergen?

Freiheit.

Und was am Meer?

Freiheit.

Wo ist die Welt am schönsten?

Daheim.

Wann machen Sie endlich Ihren Traum wahr und reisen ein halbes Jahr mit dem Wohnwagen durch Europa?

Das frage ich mich auch seit Jahren. So viel sei verraten: Eine Wohnwagen-Schnupperwoche in Italien mit meinem Kleinen habe ich bereits hinter mir.

Was würden Sie als Erstes tun, wenn Sie nochmals einen Tag lang 16 sein könnten?

Es müsste etwas sein, das ich heute nicht mehr machen könnte – und am Abend würde ich die ganze Nacht durchtanzen (lacht).

Ihre letzte Tat, bevor Sie das Licht im Schlafzimmer ausknipsen?

Den Wecker stellen.

Zur Person: Bligg

Bligg wurde am 30. September 1976 als Marco Bliggensdorfer in Zürich-Schwamendingen geboren. 1995 war er erstmals auf einem Sampler zu hören, 2001 veröffentlichte er sein Solo-Debüt «Normal». Zum Mundart-Star avancierte Bligg, als er 2007 mit der Streichmusik Alder für «Die grössten Schweizer Hits» das Lied «Volksmusigg» und anschliessend das Album «0816» machte, die durch die Kombination von Hip-Hop mit Volksmusik den Nerv der Zeit trafen. Es folgten drei weitere Nr.1-Alben, darunter das aktuelle «KombiNation». Bligg ist Vater eines Sohnes.

Tournee

Bligg ist aktuell auf Tournee. Swisscom inOne Kunden profitieren von 25 Prozent Rabatt auf Tickets für ausgewählte Konzerte. Nur solange Vorrat.

«Bluewin»-Redaktor Bruno Bötschi spricht für das Frage-Antwort-Spiel «Bötschi fragt» regelmässig mit bekannten Persönlichkeiten. Bötschi hat viel Erfahrung mit Interviews. Für die Zeitschrift «Schweizer Familie» betreute er jahrelang die Serie «Traumfänger». Über 200 Persönlichkeiten stellte er dafür die Frage: Als Kind hat man viele Träume – erinnern Sie sich? Das Buch zur Serie «Traumfänger» ist im Applaus Verlag, Zürich, erschienen. Es ist im Buchhandel erhältlich.
Bild: zVg
Zurück zur Startseite

Weitere Artikel