Comeback-Gerüchte – «Des woars ned, Marcel Hirscher!»

Bruno Bötschi

14.2.2020 - 10:47

Marcel Hirscher am Telefon: «Ich bin froh, dass ich's hinter mir hab, dass es jetzt ruhiger ist. Ist angenehm, wenn man das machen kann, wozu man Lust hat.»
Bild: Keystone

Der Sieg im Nationencup ist in Gefahr für Österreich, unseretwegen. «Bluewin» zeigt in einem fiktiven Gespräch auf, wie Skistar Marcel Hirscher vom berühmt-berüchtigten ÖSV-Präsidenten zum Rücktritt vom Rücktritt aufgefordert wird.

Es sei gut so und fühle sich richtig an, sagte Marcel Hirscher bei seiner Rücktrittsankündigung im vergangenen Herbst.

«Es wird spannend werden, was es noch nie war, seit ich Präsident bin», sagte danach Peter Schröcksnadel, er ist der seit 1990 amtierende Präsident des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV).

Man hat Schröcksnadel bis dahin teils belächelt wegen dessen Verbissenheit, unbedingt den Nationencup gewinnen zu wollen. 40 Mal ist das schon gelungen, zuletzt war Österreich 30 Mal in Folge beste Skination der Welt.

Und nun das: Die Schweiz führt seit der gestrigen Abfahrt in Saalbach mit über 600 Punkten Vorsprung auf Österreich die Nationenwertung an.

Natürlich kann das der erfolgsverwöhnte Herr Schröcksnadel nicht auf sich sitzen lassen. Achtung, liebe Leserinnen und Leser: Nun folgt Fiktion! Also: Wie ist denn nun das Telefonat von Schröcksnadel mit Marcel Hirscher ausgefallen? So ...!

Schröcksnadel: Marcel, bist du's?

Hirscher: Ja, bin am Apparat. 

Schröcksnadel: Marcel, mir ist so fad. 

Hirscher: Peter, Mann ... – warum rufst du schon wieder an, hab dir doch im Dezember klipp und klar gesagt: Des woars!

Schröcksnadel: Des woars ned, Marcel! Ich weiss ganz genau, dass du bereits zwei Wochen nach deinem Rücktritt gezweifelt hast, ob das so gescheit war.

Hirscher: Woher willst das wissen, Peter? 

Schröcksnadel: Egal. Und jetzt kann ich es dir ja sagen: Es war nicht gescheit, lieber Marcel ... Gar nicht gescheit, überhaupt nicht gescheit, absolut nicht gescheit.

Peter Schröcksnadel am Telefon: «Des woars ned, Marcel! Ich weiss ganz genau, dass du bereits zwei Wochen nach deinem Rücktritt gezweifelt hast, ob das so gescheit war.»
Bild: Getty Images

Hirscher: Ich bin froh, dass ich's hinter mir hab, dass es jetzt ruhiger ist. Ist angenehm, wenn man das machen kann, wozu man Lust hat.

Schröcksnadel: Wenn ein Jahrhundert-Skifahrer wie du seinen Rücktritt erklärt, dann ist das ein grosser Schock für eine grosse Skination wie Österreich. Niemand hat's verarbeitet, niemand.

Hirscher: Ach geh ...

Schröcksnadel: Du hast ja selber gesagt, als du deinen Rücktritt bekannt gegeben hast: ‹Es ist kein Berufswechsel – es ist ein Leben, das man von heute auf morgen beendet.›

Hirscher: Ach geh, Peter ...

Schröcksnadel: Kruzifix nochmal! Marcel, du warst unser Hirsch im Stall, unser 20-Ender, kurz: unser Schutzschild gegen alle und vor allem gegen die vermaledeiten Schweizer. 30 Jahre war's wie selbstverständlich, dass wir gewinnen, und jetzt fahren sie uns davon. Die Schweizer investieren Kohle, wie's nur die Schweizer können – alles für den Nationencup!

Hirscher (mit seinen Gedanken völlig woanders): Ja, Peter, ich geniesse das Sein, allein das Sein, das Alleinsein.

Schröcksnadel: Nein, det woars ned! Ich will, dass du noch diese Woche den Rücktritt vom Rücktritt erklärst und allerspätestens in Hinterstoder wieder für unser Land im Starthaus stehst.

Hirscher: Ich wollte immer aufhören, solange ich noch Rennen gewinne.



Schröcksnadel: Es zählt jetzt nicht mehr, was du willst. Es zählt jetzt nur noch, was die Nation will, ich ... 

Hirscher: Ich bin fertig, jeder hat immer etwas von mir erwartet ...

Schröcksnadel: ... und du hast immer wunderbar geliefert. Und du wirst das wieder tun und nächsten Winter gewinnst du die neunte Kugel. Gib endlich zu, Marcel, dir ist doch auch fad.

Hirscher (legt einfach auf): ...

Regelmässig gibt es werktags um 11:30 Uhr (und heute früher) bei «Bluewin» die Kolumne am Mittag – es dreht sich um bekannte Persönlichkeiten, mitunter auch um unbekannte – und manchmal wird sich auch ein Sternchen finden.

Das sind die zwölf verrücktesten Pflanzen der Welt
Zurück zur Startseite