Das schrecklichste Abba-Jahr

Bruno Bötschi

3.2.2020 - 10:57

Abba hat angekündigt, dass 2020 neue Songs der Popgruppe erscheinen. Allerdings warten die Fans bereits seit zwei Jahren auf das Einlösen des Versprechens.
Bild: Keystone

Vor 55 Jahren lernten sie sich kennen, vor 38 Jahren gaben sie ihr letztes Konzert: Abba – die erfolgreichste Popband der Welt. Dabei sah es lange so aus, als würde das Quartett ein «One-Hit-Wonder» bleiben.

A-B-B-A – der Name steht für Agnetha Fältskog und Björn Ulvaeus, für Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad.

Bevor sich die Wege von Björn und Benny 1966 kreuzten und der eine sich wenig später in Agnetha verliebte, der andere in Frida, machte jeder für sich schon Musik. Doch erst zusammen wurde das Quartett aus Schweden zur Hitmaschine.

Songs wie «The Winner Take It All», «Dancing Queen» und «Super Trouper», sind heute Klassiker schlechthin. Über 400 Millionen verkaufte Tonträger brachten (und bringen) den vier Bandmitgliedern ganz viel «Money, Money, Money».

«Vernichtende Niederlage»

Begonnen hat die Karriere von Abba vor 45 Jahren mit einem Lied namens «Waterloo» – was so viel wie «vernichtende Niederlage» bedeutet. Das war beim Grand Prix d’Eurovision de la Chanson (heute Eurovision Song Contest) am 6. April 1974 im englischen Seebad Brighton.

Seither wird behauptet: Der Sieg habe die Schweden über Nacht zu Weltstars gemacht.

Nur: Das stimmt gar nicht.

«Waterloo» war zwar ein ziemlich grosser Hit. Abba schaffte es damit sogar in den USA in die Top Ten der Charts. Aber konnte die Band auch daran anschliessen? Konnte sie nicht.

Rückblickend sieht es so aus, als hätte Abba danach eine nie abreissende Hitserie produziert. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Sage und schreibe 18 Monate lang konnte Abba nach «Waterloo» keinen Hit in den internationalen Charts platzieren.

Der Band drohte, was die Mehrzahl der Sieger dieses europäischen Gesangwettbewerbs erfährt – sie sind «One-Hit-Wonder» und werden danach schleunigst wieder vergessen.

Und dann gab es da auch noch ein Kleiderproblem: Die Presse mochte scheinbar nicht, erzählt Björn Ulvaeus im Dokumentarfilm «Abba forever» über die Anfangszeit der Band, dass Abba «haarsträubende Kostüme statt Blue Jeans» (die waren Mitte der 1970er-Jahre total angesagt) trugen. In der Folge weigerten sich vor allem englische Radiostationen die Songs von Abba zu spielen.

«Abbamania» in Australien

Warum es 18 Monate später doch noch klappte mit der Weltkarriere von Abba? Schuld sind die Australier – und der Song «Mamma Mia».

Das Lied wurde anfänglich nur in «Down Under» als Single veröffentlicht und erreichte dort am 3. November 1975 Platz eins der Hitparade. Zehn Wochen verharrte der Song ganz vorne und löste am anderen Ende der Welt eine richtige «Abbamania» aus.

Wochen später schwappte diese bis nach Europa rüber – und so kam es, dass «Mamma Mia» am 13. Dezember 1975 auch in Grossbritannien auf Platz eins kletterte. In der Schweiz und Deutschland geschah das eine Woche später.

Der Rest der Geschichte ist bekannt: Nach «Mamma Mia» folgten 19 weitere Hitsingles von Abba, jener Gruppe, die weltweit die Menschen glücklich machte.

PS: Björn Ulvaeus kündigte kürzlich an, dass heuer neue Songs von Abba erscheinen würden. Allerdings warten die Fans schon sehr viel länger darauf. Abba hatte schon im April 2018 auf Instagram gepostet, die Lieder kämen Ende 2018, dann hatte es geheissen: Sommer oder Herbst 2019 – nun soll es also 2020 werden.

Regelmässig gibt es werktags um 12 Uhr bei «Bluewin» die Kolumne am Mittag – es dreht sich um bekannte Persönlichkeiten, mitunter auch um unbekannte – und manchmal wird sich auch ein Sternchen finden.

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