Dragqueens und pinke Verpackung – Barillas Weg zu mehr Diversität

tafu

6.11.2019 - 18:00

Noch vor fünf Jahren wollte Konzernchef Guido Barilla nichts mit Homosexuellen zu tun haben. Inzwischen zeigt eine Kampagne für mehr Diversität im Marketing des Pastaherstellers Wirkung.

Wer an den italienischen Pastaproduzenten Barilla denkt, hat automatisch die blauen Verpackungen vor Augen, die in fast jedem Supermarkt zu finden sind. Doch neben der klassischen Verpackung setzt der Konzern nun auch auf eine neue Farbe: pink. Die «Spaghetti No. 5» sind ab sofort in limitierter Auflage in pinken Kartons erhältlich.

Allerdings beschränkt sich das Angebot auf Italien, für den Schweizer Markt seien die Verpackungen bisher nicht vorgesehen, sagt eine Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage des «Tages-Anzeiger».

Auch ein neuer Werbespot zeigt, dass Barilla nicht mehr an veralteten Werten, die noch vor Jahren öffentlich von Konzernchef Guido Barilla vehement verteidigt wurden, festhält. Er hatte 2013 in einem Interview betont, dass man mit der Marke auf die «klassische Familie» abziele. «Ich würde niemals einen Werbespot mit einer homosexuellen Familie drehen, nicht aus Mangel an Respekt, sondern weil wir ihnen nicht zustimmen».

Sophia Loren serviert Dragqueens Spaghetti

Fünf Jahre sind vergangenen – und die Zeiten haben sich auch bei Barilla verändert. Nach Boykottaufrufen und öffentlichen Kontroversen hat der Konzern einen Wandel in seiner Philosophie vorgenommen.



In dem kürzlich veröffentlichten Werbeclip namens «Dinner’s Ready», der in Zusammenarbeit mit der italienischen Modefirma GCDS entstanden ist, wirbt man mit bekannten Dragqueens, Transsexuellen und schwarzen Models. Gemeinsam versammeln sie sich um einen Tisch, an dem Schauspiel-Diva Sophia Loren Spaghetti serviert.

Und nicht nur das Marketing von Barilla hat sich verändert, auch in den Konzernstrukturen zeigt sich vermehrt der Blick auf mehr Diversität. 2014 arbeiteten noch 28 Prozent Frauen in Führungspositionen, 2019 sind es bereits 32. Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil nach Angaben des Unternehmens auf 50 Prozent ansteigen.

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