Fabienne Hadorn: «Amor, willst du das geilste Wochenende deines Lebens erleben?»

Von Bruno Bötschi

4.7.2021

«Ich warte immer noch sehnlichst auf die erste Miss Bond»: Fabienne Hadorn (links, zusammen mit Barbara Terpoorten) mimt in «Der neue Prinzenspiegel» eine Agentin. Das Stück wird diesen Sommer in verschiedenen Schweizer Theatern aufgeführt.
Bild: Ariane Pochon

Welchen Gegenstand brauchen Sie am Wochenende am meisten? Was steht jeden Samstag auf Ihrem Einkaufszettel? Heute stellen wir unsere Fragen Schauspielerin Fabienne Hadorn.

Von Bruno Bötschi

4.7.2021

Jeden Sonntag stellt «blue News» einem bekannten Menschen aus Kultur, Sport, Wirtschaft und Politik 22 Fragen, um zu erfahren, was sie oder er am Wochenende tut oder lässt – und was der schönste Moment in den vergangenen sieben Tagen war.

Heutiger Gast ist Fabienne Hadorn. Die 46-Jährige ist als Schauspielerin, Sängerin und Regisseurin in TV- und Theaterproduktionen aktiv. Vor über 20 Jahren gründete sie die Theatergruppe Kolypan. Schweizweit bekannt wurde sie zudem als Gerichtsmedizinerin im Luzerner «Tatort». 

1. Fabienne Hadorn, was bedeutet Wochenende für Sie – in einem Wort?

Hängematte.

2. Was war der schönste Moment in den vergangenen Wochen?

Der ganze 14. Juni. Am Morgen Schulvorstellung im Fabriktheater mit meiner Theatergruppe Kolypan mit ‹Heureka! Wer hat's erfunden?›; in dem Stück werden viele Errungenschaften von Frauen porträtiert. Nachmittags Warm-up für den Frauenstreik mit Schauspielkolleg*innen von FemaleAct, die sich für Gleichstellung und Diversität im Film und auf der Bühne einsetzen. Abends im Millers mit Frauen in Comedy und Satire. Wir sind zahlreich und das sollten auch immer mehr Veranstalter merken.

3. Wenn Sie Macht hätten zu befehlen, was Ihnen heute richtig scheint, würden Sie es befehlen gegen den Widerspruch der Mehrheit?

Trotz den, meiner Meinung nach, schlechten Ergebnissen bei der letzten Abstimmung, insbesondere die Ablehnung des CO2-Gesetzes, glaube ich immer noch an die Demokratie. Es dauert halt ... aber lieber so rum.

4. Was steht jeden Samstag auf Ihrem Einkaufszettel?

Das Lustprinzip.

5. Bei welcher Modedesignerin, bei welchem Modedesigner lassen Sie Ihr Geld?

Die, welche in den Secondhand-Läden landen.



6. Mit wem würden Sie gern einmal zu Abend essen? Die Person darf auch bereits tot sein.

Ich würde gern mit Hannah Arendt über Liebe und Philosophie, USA und Europa und Männer und Frauen reden und mit ihr in ihrer New Yorker Wohnung ausnahmsweise eine Fluppe rauchen und laut lachen.

7. Wer ist der beste James-Bond-Darsteller? Und warum?

Ich warte immer noch sehnlichst auf die erste Miss Bond. Monica Vitti hat ja schon 1965 in ‹Modesty Blaise› grossartig vorgelegt und Melisssa McCarthy in ‹Spy› von 2015 war auch schon inspirierend. Ich würde mich gern zur Verfügung stellen. Ich habe im Theaterstück ‹Der neue Prinzenspiegel› als Agentin für den Nachrichtendienst des Bundes NDB schon etwas Blut geleckt.

8. Welche TV-Serie schauen Sie gerade?

Ich habe ‹Please like me› sehr gefeiert und jetzt mit ‹The Morning Show› angefangen.

9. Welches Konzert haben Sie zuletzt besucht?

Ich hab immer noch grossartige Erinnerungen an Dolly Parton in Lugano. Als Trost für die lange Konzertpause gab es dann den aufschlussreichen Podcast ‹Dolly Parton's America›, der aufzeigt, wie facettenreich die Musikerin ist und dass sie Menschen aus dem gesamten politischen und sozialen Spektrum anspricht.

10. Bei welchem Song lassen Sie sofort alles stehen und liegen und stürmen die Tanzfläche?

Momentan bei ‹Turntables› von Janelle Monae aus dem Doku ‹All in: Der Kampf für Demokratie›. Dazu hab ich am 14. Juni mit den Comedy-Frauen im Millers getanzt.

Wie lange bleiben Sie am Sonntag im Bett, nachdem Sie aufgewacht sind?

Bis ich aufs Klo muss.

12. Frühstück im Bett – ja oder nein?

Ja, mit meinem obligaten Müesli ‹Budwig-Creme nach Dr. Kousmine›. Das verleidet mir seit Jahren nicht. Die Zubereitung ist mein heiliges Morgenritual.

13. Wann sind Sie zuletzt in ein Gotteshaus gegangen?

In Neapel im Herbst 2019. Insbesondere in Italien kommt immer meine innere Katholikin zum Vorschein, meine innere Atheistin kann damit ironisch umgehen.

14. Welchen Gegenstand brauchen Sie am Wochenende am meisten?

Die Giesskanne ... hoffentlich!



15. Gibt es ein Ritual, das Sie jeden Sonntag pflegen?

Zum Müesli höre ich gern Reeto von Guntens ‹Sonntagsmusik› und mache mit meinem Liebsten einen Battle beim schwierigsten Radiospiel der Welt und versuche, als Erste das ‹Original› rauszufinden.

16. Freiburger Fondue Moitié-Moitié oder Tessiner Risotto?

Ohhh, bei beidem muss man immer rühren. Da tut sich meine Geduld schwer... lieber mittelländischer, veganer Wurscht-Käse-Salat.

17. Das beste Fortbewegungsmittel, das Sie je besessen haben?

Ich finde ja Reiten toll, aber eine Black Beauty kann ich mir nicht leisten. Aber ich schwärme heute noch von meinem schwarzen Piaggio Ciao, den ich ab 14 gern ausgeritten habe. Manchmal sogar mit zwei Mitfahrer*innen.

18. Locarno oder Lugano?

Letzten Sommer war ich gegenüber von Lugano im Gongfu-Camp. Morgens Qigong mit Blick über den See nach Lugano war schon bellissimo.

19. Wenn Sie das Wort Romandie hören: Woran denken Sie?

An die wunderschönen Erinnerungen an unsere Produktion ‹Red Cross Over› auf der Arteplage Mobile du Jura an der Expo 02.

20. Was tun Sie am Wochenende zu wenig?

Lesen ... aber es wird besser. Rituale helfen.

21. Welches hartnäckige Gerücht über Sie ist schlichtweg nicht wahr?

Ich muss leider immer wieder zugeben, dass ich keine echte Argauerin bin. Zwar sind es meine Eltern und ich bin in Muri geboren, aber aufgewachsen bin ich komplett im Züribiet.

22. Ihr Lieblingswitz?

Mein Bühnenpartner Gustavo Nanez hat mir grad kürzlich einen Witz erzählt, der zu diesem Fragebogen passt: ‹Amor, willst du das geilste Wochenende deines Lebens erleben?› – ‹Ay si, mi amor!› – ‹Okay, wir sehen uns am Montag!›

Fabienne Hadorn füllte den Fragebogen schriftlich aus.

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