Härteste Tür der WeltForscher behaupten, sie hätten den Berghain-Code geknackt
Bruno Bötschi
25.3.2025
Hier ist vor allem Geduld gefragt, denn die Warteschlange vor dem Berghain kann sich hin und wieder auch einmal über mehrere Stunden ziehen.
Bild:Christophe Gateau/dpa
Das Berghain gilt seit mehr als 20 Jahren als der angesagteste Technoclub in Berlin. Wer rein möchte, muss aber oft viel Ausdauer haben. Nun wollen Wissenschaftler*innen das Türgeheimnis gelüftet haben.
Forscher*innen von vier Hochschulen haben untersucht, wie man in die angesagtesten Clubs in Berlin hereinkommt.
Resultat der Studie: Das Kriterium für die Auswahl der Gäste ist ein Paradoxon.
Klar ist aber weiterhin: Wer in das seit über 20 Jahren angesagte Berghain will, braucht hin und wieder ganz viel Geduld – und wird dann doch nicht hereingelassen.
Das Berghain ist berühmt. Menschen aus aller Welt reisen Wochenende für Wochenende nur des Technoclubs wegen in die deutsche Hauptstadt.
Das Berghain entstand als Nachfolger des Ostguts im Jahr 2004. Damals richteten sich viele Klubnächte noch an schwule Männer. Heute ist das Publikum deutlich diverser. Bis zu 1500 Menschen haben im Club Platz.
Einer der bekanntesten Tipps für alle, die gerne in die ehemalige Schaltwarte eines Heizkraftwerks im Berliner Bezirk Friedrichshain hinein wollen, ist: Zieh dich schwarz an.
Aber stimmt das auch wirklich?
Weist die Wissenschaft den Weg ins Berghain?
Forscher*innen der Freien Universität Berlin, der University of Bath, des King's College London und der Universität Karlstadt haben jetzt untersucht, wer in die angesagtesten Berliner Technoclubs hereinkommt und wer nicht.
Um das Geheimnis des Einlasses in Berlins Technoklubs zu entschlüsseln, führten die Wissenschaftler*innen 38 Interviews mit Klubbesitzer*innen, Türsteher*innen, DJs, Sicherheitskräften und weiteren Nachtschwärmer*innen.
Zudem analysierten die Forscher*innen Medien- und Archivmaterial und beobachteten in Realität, wie in etwa 500 Fällen Gäste eines renommierten Berliner Klubs ausgewählt wurden.
Der Code lautet: selbstbewusst sein, aber nicht arrogant
Das Resultat der Studie: Nicht allein das modische Äussere scheint entscheidend zu sein, vielmehr sei die Ausgewogenheit «zwischen Anpassung und Individualität» ausschlaggebend.
Fotograf Sven Marquardt ist der mit Abstand bekannteste Berghain-Türsteher.
Bild:Keystone
Wichtig ist zudem, wie sich eine Person während der Warterei vor der Clubtüre verhält; also ob sie Ausstrahlung hat und ob sie sich mit anderen Menschen unterhält.
Wer demnach in einen angesagten Berliner Club will, muss sich gleichzeitig einfügen und hervorstechen stechen können. Oder auf die Kurzformel gebracht, die schon seit Jahren in Berlin kursiert: selbstbewusst sein, aber nicht arrogant.
Daraus schliesst der «Spiegel»: «Das Kriterium für die Auswahl der Gäste ist laut einer Studie nämlich ein Paradoxon.» Derweil titelt «20 Minuten» überschwänglich: «So kommst du an ihm vorbei: Forscher knacken den Berghain-Code».
Nun denn, klar bleibt auch weiterhin nur eines: Wer ins Berghain will, braucht viel Geduld, denn die Warteschlange vor dem Technoclub ist oft unglaublich lang.
Das musste auch ich vor einigen Jahren erfahren: Ob ich am Ende hereingekommen bin, kannst du unter diesem Link nachlesen
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