30.08.2016 - 23:45

Darmspiegelung kann Leben retten

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von Dr. Jeanne Fürst, Gesundheit heute
 

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Die meisten Darmtumore werden zu spät entdeckt. Dabei kann eine regelmässige Vorsorgeuntersuchung Leben retten – vor allem bei Menschen mit einem erhöhten Darmkrebs-Risiko.

Dr. Jeanne Fürst erklärt im Video, warum Vorsorgeuntersuchungen des Darms so wichtig sind und welche Menschen sie besonders ernst nehmen sollte.

Darmkrebs bei Frauen häufiger

In der Schweiz ist Darmkrebs bei Frauen die zweithäufigste Krebsdiagnose nach Brustkrebs und bei Männern die dritthäufigste nach Prostata- und Lungenkrebs. Die meisten Dickdarmkrebsdiagnosen werden nach dem 50. Lebensjahr gestellt

Ein Drittel aller bösartigen Dickdarmtumoren werden zu spät entdeckt – oft erst dann, wenn man sie bereits nicht mehr heilen kann. Die Vorsorgeuntersuchung ist deshalb enorm wichtig und kann Leben retten.

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Darmtumore werden viel zu oft zu spät erkannt. Denken Sie deshalb an eine Vorsorgeuntersuchung.
Bild: iStock

Familär vererbt

Daher gilt folgende Regel: Menschen, deren Eltern oder Geschwister an Darmkrebs erkrankt sind, sollten eine Darmspiegelung idealerweise zehn Jahre früher machen als zum Zeitpunkt, an dem der Tumor bei den anderen Familienangehörigen entdeckt worden ist.

Ebenso erhöht ist jedoch auch das Risiko für Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa und Morbus Crohn). Auch wenn sich Polypen oder sogenannte Adenome im Darm schon sehr früh entwickeln, sollte die Vorsorge früher erfolgen.

Wie Darmkrebs entsteht

Dickdarmkrebs entsteht in der Schleimhaut aus harmlosen Polypen oder Adenomen. Man geht davon aus, dass sich ein gutartiger Polyp oder ein Adenom im Verlauf von 10 bis 15 Jahren zu einem bösartigen Tumor verändern kann. Natürlich gibt es auch solche, die schneller wachsen.

Darmspiegelung oder Stuhluntersuchung?

Die wichtigsten Untersuchungsmethoden sind die Dickdarmspiegelung (sogenannt Kolonoskopie) und die Stuhluntersuchung auf unsichtbares Blut (Haemoccult).

Wenn Blutspuren im Stuhl entdeckt werden, benötigt man weitere Abklärungen. Das Blut könnte auch von der Monatsblutung, von Hämorrhoiden, kleinen äusseren Hautverletzungen oder von bluthaltigen Lebensmitteln stammen.

Bei einem positiven Stuhltest wird eine Dickdarmspiegelung empfohlen. Wenn Wucherungen (Polypen oder Adenome) in einen bösartigen Tumor übergehen, wird dies mit dem Stuhltest selten erkannt. Wiederholte Untersuchungen sind deshalb alle zwei Jahre notwendig.

Die 10 wichtigsten Fragen zum Thema Krebs

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Nach einer Darmspiegelung ist man sofort wieder fit

Eine Darmspiegelung ist eine harmlose Untersuchung. Kurz danach ist man wieder fit. Nur wenn es nötig ist, einen Polypen oder ein Adenom zu entfernen, kann es gelegentlich etwas nachbluten.  

Wie oft muss man den Darm untersuchen lassen?

Eine normale, unauffällige Darmspiegelung sollte man nach zehn Jahren wiederholen. Bei kontrollbedürftigen Befunden muss man früher wieder untersuchen.

Die Grundversicherung der Krankenkasse übernimmt die Kosten einer Darmspiegelung zwischen dem 50. und dem 69. Lebensjahr. Die Stuhluntersuchung wird alle zwei Jahre von der Krankenkasse übernommen.

Welches sind die wichtigsten Anzeichen für Dickdarmkrebs?

  • Unklarer Gewichtsverlust
  • Blut im Stuhl
  • Änderung der Konsistenz des Stuhls (zum Bespiel dünner bleistiftartiger Stuhl), Farbveränderungen
  • Häufiger Stuhldrang ohne Stuhl absetzen zu können oder nur mit kleinen Portionen
  • Neu aufgetretene, anhaltenden Bauchschmerzen, Blähungen und Bauchkrämpfe

Wie schütze ich mich vor Dickdarmkrebs?

  • Kein Übergewicht (Body Mass Index zwischen 18,5 und 25)
  • Wenig Alkohol konsumieren
  • Nicht Rauchen
  • Ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst
  • Wenig rotes Fleisch essen
  • Täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüssten Tee trinken
  • Genügend Bewegung  
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Dr. Jeanne Fürst moderiert die Sendung «Gesundheit heute» und gibt auf Bluewin regelmässig exklusive Gesundheitstipps.
Bild: Gesundheit heute

«Gesundheit heute» läuft jeden Samstag um 18.10 Uhr auf SRF 1, Wiederholungen: Sonntag 9.30 Uhr auf SRF 1 sowie Sonntag 20.30 Uhr, Montag 9 Uhr und 10.40 Uhr , Samstag 16.45 Uhr auf SRF info. Mit Swisscom TV Replay können Sie die Sendung bis zu sieben Tage nach Ausstrahlung anschauen.

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