19.04.2017 - 22:45

Haarausfall: Wann gilt er als krankhaft?

Anzeige
In Sekunden überspringen
noch Sekunden
Überspringen
von Dr. Jeanne Fürst, Gesundheit heute
 

0 Bewertungen


Kein Mensch sollte beunruhigt sein, wenn er mal ein paar Haare mehr als üblich in der Haarbürste findet. Erst bei einem Verlust von mehr als 100 Haaren täglich über längere Zeit, spricht man von krankhaftem Haarausfall.

Das Haar erneuert sich in regelmässigen Abständen immer wieder selbst – so wie die Haut und das Blut. Haare fallen aus, neue wachsen nach. Haarausfall gehört also zu einem ganz natürlichen Kreislauf. Die wirkliche Ursache ist jedoch bis heute unbekannt.

Im Video erklärt Dr. Jeanne Fürst von «Gesundheit heute», was man gegen krankhaften Haarausfall machen kann.

Bild zum Artikel

Niemand sollte beunruhigt sein, wenn sie oder er mal ein paar Haare mehr als üblich in der Haarbürste vorfindet.
Bild: Getty Images

Bei Männern ist der anlagebedingte, hormonabhängige Haarausfall am häufigsten. Man nennt es Alopezia androgenetica. Es beginnt schon in jungen Jahren und führt zu einer Ausdünnung der Haare. Zu Beginn kommt es zu den Geheimratsecken, die sich bis zur Glatze weiterentwickeln.

Hier können Medikamente wie Finasterid helfen. Die medikamentöse Behandlung mit Finasterid ist dem Mann vorenthalten. Dasselbe Medikament wird auch bei vergrösserter Prostata (Prostatahyperplasie) eingesetzt.  

Frauen: Hormon-Behandlung kann helfen

Bei Frauen kommt es eher zu einem Ausdünnen der Haare im Scheitelbereich. Hier helfen lokale Behandlungen mit Minoxidil, welches in die Haare einmassiert wird. Die Therapie wirkt jedoch nur so lange wie sie angewendet wird. Frauen mit Haarausfall profitieren gelegentlich auch von Hormon-Behandlungen.  

Diffuser Haarausfall kann durch Krankheiten oder Medikamente verursacht werden: Schilddrüsenerkrankungen, hormonelle Umstellungen (bei Schwangerschaft oder durch Stillen), Vitamin- oder Eisenmangel, Stress, Mangelernährung, Infektionen oder rheumatische Erkrankungen können Haarausfall verursachen.

Kreisrunder Haarausfall

Die Alopezia areata oder auch kreisrunder Haarausfall ist eine entzündliche Erkrankung der Kopfhaut. Man geht davon aus, dass sich das eigene Abwehrssystem gegen die Haarwurzel wendet. Es entstehen dadurch kreisrunde kahle Stellen an der sonst behaarten Kopfhaut.

In diesem Fall können kortisonhaltige Mittel helfen. Nur in etwa 30 Prozent der Fälle wachsen die Haare nach ein paar Monaten wieder nach. Viele Betroffene erleiden jedoch einen kompletten Haarverlust.

Auch beim vernarbenden Haarausfall geht man von einer infektiösen Ursache aus. Hier wird der Haarfollikel zerstört. Kann die Grundkrankheit gefunden und behandelt werden, kann man den Haarausfall allenfalls stoppen. Im extremen Fall kommt es jedoch zu einem kompletten Verlust der Haare und dann helfen nur noch Haarverpflanzungen.  

Bild zum Artikel

Dr. Jeanne Fürst moderiert die Sendung «Gesundheit heute» und gibt auf Bluewin regelmässig exklusive Gesundheitstipps.
Bild: Gesundheit heute

«Gesundheit heute» läuft jeden Samstag um 18.10 Uhr auf SRF 1, Wiederholungen: Sonntag 9.30 Uhr auf SRF 1 sowie Sonntag 20.30 Uhr, Montag 9 Uhr und 10.40 Uhr , Samstag 16.45 Uhr auf SRF info. Mit Swisscom TV Replay können Sie die Sendung bis zu sieben Tage nach Ausstrahlung anschauen.

Weitere Artikel

Anzeige
Bitte aktivieren Sie Javascript für die beste Browserfunktionalität