13.12.2017 - 08:27, mi

Hepatitis C: Die tödliche Volkskrankheit

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Hepatitis bezeichnet eine entzündliche Erkrankung der Leber. Viren, Bakterien und Parasiten aber auch Medikamente und Alkohol können eine Erkrankung verursachen. In der Schweiz sind - je nach Schätzung - 40'000 bis 80'000 Menschen davon betroffen. Im Jahr sterben hierzulande bis zu 1600 Menschen wegen Hepatitis C.

Problematisch ist, dass laut einer neuen Studie der Universitäten Bern, Genf und Zürich, rund zwei Dittel der Betroffenen nichts von ihrer Erkrankung wissen. Denn die Symptome sind äusserts unspezifisch: Müdigkeit, Gewichtsverlust, Fieber, Bauchschmerzen. 

80 Prozent der Betroffenen bemerken überhaupt keine Symptome. Wird die Diagnose gestellt, liegt eine Ansteckung oft Jahre zurück.

Beunruhigend ist, dass es aus diesem Grund laufend zu Neuansteckungen kommt. Denn die folgenschweren Formen Hepatitis B und C , die zu Leberzirrhosen und Leberkrebs führen können, werden über Blut, Sperma und Speichel übertragen. 

Gut die Hälfte der Betroffenen hat sich via Drogenkonsum beim Austauschen von Nadeln angesteckt. Aber auch unsteril durchgeführte Tätowierungen, Piercings, Pedicure oder operative Eingriffe in Ländern mit niedrigen Hygienestandards können zur Ansteckung führen. 

Hepatitis kostet mehr Menschenleben als der Strassenverkehr

Pro Jahr zählten Forscher der Universitäten Bern, Genf und Zürich 1600 Todesfälle aufgrund der Viruserkrankung Hepatitis C. Laut der «Sonntags Zeitung» gehen die Forscher von mindestens 240 gesicherten Todesfällen aus. Weil aber oft der Bezug zum Virus nicht bemerkt oder nicht gemeldet wird, schätzt das Forscherteam die effektive Zahl auf bis zu 1600 Tote.

Während über die Jahre zum Beispiel die Zahl der Aidstoten dank Prävention und besserer Medikamente deutlich zurückgegangen ist, ist die Rate bei der Hepatitis C mehr oder weniger stabil geblieben. Die Zahl der Hepatitis-Betroffenen wird hierzulande auf 40'000 bis 80'000 geschätzt, jene mit HIV auf bis zu 20'000.

Beim Risiko-Test von «Hepatitis Schweiz» können Sie herausfinden, ob Sie ein erhöhtes Risiko haben für eine Hepatitis-Erkrankung haben.

Hepatitis-ABC

Die virale Form der Hepatitis kann nach mehreren Typen, die sich nach Schweregrad, Dauer und Heilbarkeit unterteilen, unterschieden werden:

Hepatitis A: Wird durch verunreinigte Nahrungsmittel und unsauberes Trinkwasser übertragen. Der Verlauf ist akut, die Erkrankung vergeht meist vo alleine wieder. Es existiert eine Impfung. Wer auf Reisen auf rohe Speisen verzichtet und nur abgepacktes ode abgekochtes Wasser trinkt, ist in der Regel gut geschützt. 

Hepatitis B: Wird durch Körperflüssigkeiten (Blut oder Genitalsekrete) übertragen – also etwa beim ungeschützten Geschlechtsverkehr. Der Verlauf ist chronisch und kann zu Leberzirrhose und -krebs führen. Es existiert eine Impfung. Safer Sex hilft massgeblich, eine Ansteckung zu vermeiden.

Hepatitis C: Wird hauptsächlich durch Blutkontakt übertragen – zum Beispiel beim Tätowieren, Permanent Make-Up oder durch unsaubere Spritzen. Eine Impfung existiert nicht. Auch hier ist der Verlauf chronisch und kann zu Leberzirrhosen und -krebs führen. Es gibt eine Behandlung, die Hepatitis C heilt.

Bild zum Artikel

Hepatitis B ist mit etwa 350 Millionen Menschen, die den Erreger im Blut haben, weltweit eine der häufigsten Viruserkrankungen. Betroffen von dem Leiden, gegen das aktiv und passiv geimpft werden kann, ist die Leber.
Bild: Welcome Images/Dukas

Hepatitis D: Das Hepatitis-D-Virus ist ein so genannter Parasit. Es kann sich nur vermehren, wenn es die Hülle des Hepatitis-B-Virus benützt. Deshalb tritt Hepatitis D nur zusammen mit Hepatitis B auf. Wer sich gegen Hepatitis B impfen lässt, schützt sich gleichzeitig auch vor einer Ansteckung mit Hepatitis B. In der Schweiz kommt die Infektion mit Hepatitis D nur selten vor.

Hepatitis E: Das Hepatitis-E-Virus ähnelt dem Hepatitis-A-Virus. Es wird meistens über veruneinigtes Trinkwasser übertragen. Ein chronischer Verlauf der Infektion ist extrem selten. In der Schweiz taucht dieser Typ kaum auf.

 

«Gesundheit heute» läuft jeden Samstag, 18.10 Uhr, auf SRF 1. Das Thema der Sendung vom 16. Dezember: «Operation Durchblick – wenn die Augenlider erschlaffen»

Die Augenlider schützen unsere Augen und sorgen beim Blinzeln dafür, dass die Tränenflüssigkeit verteilt wird und die Augen nicht austrocknen. Wenn die Lider jedoch hängen, kann dies mehr als nur störend sein. Das Sichtfeld wird dadurch reduziert.

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